Wie NIUS Wolfram Weimer zwang, sich mit dem linksradikalen Kulturbetrieb anzulegen
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Jens WinterKulturstaatsminister Wolfram Weimer schließt drei linksextreme Buchläden vom Deutschen Buchhandlungspreis aus und verweigert ihnen damit die Förderung mit Steuergeld. Dass Weimer das Selbstverständliche tut, war nicht immer so – und liegt auch an NIUS. Wir zeichnen die Entwicklung vom letztjährigen Linksradikalismus-Skandal um den Verlagspreis bis zum Buchhandlungspreis nach.
Noch im Oktober 2025, als Wolfram Weimer auf der Frankfurter Buchmesse den Deutschen Verlagspreis verlieh, entschied sich der Kulturstaatsminister dagegen, Linksextremisten von der Prämierung auszuschließen. Mit 50.000 Euro förderte er den linksextremen Verlag Unrast mit dem Hauptpreis. Der gibt Antifa-Terroranleitungen für Schüler heraus.
Mit weiteren 18.000 Euro Steuergeld bedachte Weimer den linksextremen Verbrecher Verlag. Dieser publiziert Bücher von Antifa-Gruppen – eine von ihnen steht sogar im Verfassungsschutzbericht. Auch den Antifa-Verlag Edition Assemblage, den linksradikalen Verlag Edition Nautilus, den Verlag Manifest und den Antifa-nahen Verlag Westfälisches Dampfboot bedachte Weimer mit 18.000 Euro Steuergeld.
NIUS hatte vor der Preisverleihung über den Extremismus und Radikalismus der Verlage berichtet und wiederholt bei Weimer angefragt, ob beispielsweise Anleitungen für Schüler – etwa zum „Flaschenwurf aus dem 3. Stock“ – wirklich keinen Anlass böten, die Prämierung eines Verlags mit Steuergeld zu überprüfen.

Wolfram Weimer prämierte den linksextremen Unrast Verlag auf der Frankfurter Buchmesse mit 50.000 Euro Steuergeld.
Prämierung von Linksextremisten beim Verlagspreis
Weimer erklärte stoisch, dass solche Anleitungen oder beispielsweise der Umstand, dass der Verfassungsschutz einzelne Autoren der „autonomen Szene“ zurechne, „keine Verdachtsmomente auf Extremismus, Jugendgefährdung oder Gewaltverherrlichung“ begründen würden. Dass in der Jury selbst Linksradikale saßen, die mit „Deutschland muss sterben“-Plakaten posierten, und solche, die ihre eigenen Verlage auszeichneten, ließ zusätzlich Zweifel daran aufkommen, ob Weimer überhaupt eine gesellschaftlich tragfähige Förderpraxis etablieren möchte.
Weimer inszeniert sich aber eben auch offensiv als linker Kulturkämpfer. Damals noch mehr als heute. Zwar war er kurz vor der Verleihung des Verlagspreises auch von links unter Druck geraten, weil er das Berliner Museum „Haus der Kulturen der Welt“ dafür kritisiert hatte, am Jahrestag des Massakers der Hamas einen Künstler auftreten zu lassen, der mit Landkarten ohne Israel posiert.
Als eine Kampfansage an den linksradikalen Kulturbetrieb war das aber gar nicht gemeint. Weimer begründete seine Entscheidung damit, dass ihn das Thema Antisemitismus besonders „bedrückt“. Auf einem Podium mit Jan Böhmermann erklärte er zudem, dass er gemeinsam mit dem ZDF-Satiriker „gegen die rechten Brüder“ kämpfen wolle (NIUS berichtete).

Wolfram möchte im „Haus der Kulturen der Welt“ gemeinsam mit Jan Böhmermann „gegen die rechten Brüder“ kämpfen.
Der linke Kulturkämpfer Weimer
Die Linken nahmen ihm die Einmischung trotzdem übel, auch weil sie auf Berichterstattung von NIUS beruhte. Auf der Frankfurter Buchmesse im Oktober wiederholte Weimer wieder die Parole des linken Kulturkampfes. Auf einer Bühne erklärte er, dass er „momentan“ auch einen „kleinen Kulturkampf gegen Rechts“ führen würde; es ginge um das Hambacher Schloss, was „die AfD zu vereinnahmen“ suche. Thomas Mann erklärte er zu einem Vorreiter der „Brandmauer“.

Wolfram Weimer erklärt auf der Frankfurter Buchmesse Thomas Mann zum Vorreiter der „Brandmauer“.
In diese Phase fiel die Verleihung des Deutschen Verlagspreises im Oktober. Dass Weimer kein Problem darin sah, Linksextremisten mit Steuergeld zu bedenken, schien nur folgerichtig. Mit Steuergeld für Terroranleitungen unter dem Deckmantel der Kultur lehnte er sich aber auch für neutrale Beobachter ziemlich weit nach links aus dem Fenster.
Dass Weimer auch in der anschließenden Kritik an der Korruptionsaffäre um sein Unternehmen Weimer Media Group eine „orchestrierte Kampagne rechter Netzwerke“ witterte und ohne Belege von Drohnen sprach, die „AfD-Kreise“ über sein Haus steigen lassen würden, verfestigte den Eindruck, dass ihm der linke Kulturkampf jede Selbstaufopferung wert ist.
Weimer spaltet die Union
In der Union löste Weimer mit seiner Förderpraxis eine dezente Entzweiung aus. In der Breite verteidigte die Partei seine Prämierung von Linksextremisten fast durchgängig – die Bundestagsabgeordnete Ottilie Klein erklärte im Bundestag, Weimer habe mit dem Verlagspreis „Exzellenz und Vielfalt“ gefördert. Kritik hieran wertete sie als „Angriff auf die Kunstfreiheit“.
CDU-Abgeordnete wie der Kohl-Enkel Johannes Volkmann äußerten aber auch an Zweifel daran, ob alle Preisträger „auf dem Boden der freiheitlich-demokratischen Grundordnung stehen“ würden. Die von der AfD beantragte Überprüfung des Preises lehnte aber auch er wie seine Partei ab – politisch wirksam war die Kritik also nicht.

CDU-Politiker Johannes Volkmann kritisierte im Bundestag zart den Verlagspreis – eine Überprüfung lehnte er trotzdem ab.
Mit seiner so offenkundigen Förderung von Linksextremismus wie der seinen bewirkte Weimer außerdem, dass von nun an jede linksextreme Gewalt und Ausschreitung – wie die miliz-artigen Antifa-Blockaden beim Gründungsparteitag der AfD-Jugend in Gießen im November – plötzlich seinen Segen trugen. Einfach, weil Linksextremisten die von ihm prämierten Ratschläge in die Tat umsetzten.
Selbst, als nach dem Anschlag der Vulkangruppe auf das Berliner Stromnetz herauskam, dass ein Autor des von Weimer prämierten Unrast Verlags als Vordenker der Gruppe fungiert und dieser kurz darauf zu weiteren Anschlägen und „Angriffen“ auf Rechte aufrief, nahm Weimer dies noch immer nicht zum Anlass, den Preis endlich einer Überprüfung zu unterziehen.
Lediglich Johannes Volkmann erklärte im Kulturausschuss des Bundestags, dass einzelne Preisträger „nicht dazu geeignet sind, den gesellschaftlichen Zusammenhalt in unserem Land zu stärken“. Weimer selbst äußerte sich schließlich gar nicht mehr zu dem Förderskandal.

Die linksextreme Vulkangruppe verübte am 3. Januar einen Terroranschlag auf das Berliner Stromnetz.
Weimer zieht Konsequenzen beim Buchhandlungspreis
Eine Lehre schien Weimer daraus trotzdem gezogen zu haben, wie sich jetzt beim Deutschen Buchhandlungspreis zeigt. Wie zuerst die Süddeutsche Zeitung berichtete – und entweder die Jury oder Weimers Stab durchgestochen hatte –, ließ dieser von über 100 Preisträgern drei wegen des Verdachts auf Linksextremismus von der Liste streichen. Betroffen sind die linksextreme Göttinger Buchhandlung „Rote Straße“, der Berliner Buchladen „Schwankende Weltkugel“ und der „Golden Shop“ aus Bremen. Alle Läden kooperieren entweder direkt mit der militanten Antifa, bekennen sich zu ihr oder verkaufen Anleitungen zum Linksterrorismus, wie die des Unrast Verlags.
Schon wieder war der Aufschrei aus dem linken Lager groß. Der Kulturpolitische Sprecher der Grünen, Sven Lehmann, erklärte Weimers Vorgehen für „autoritär“ und sprach von „politischer Willkür“. Die SPD-Bundestagsfraktion berief kurzfristig ein „Fachgespräch über Freiheit in der Kultur“ ein. Die Süddeutsche Zeitung schreibt, Weimers Verhalten wäre „schädlich“. Die FAZ machte sich lustig darüber, dass Weimer keinen konkreten Grund für den Ausschluss nannte, sondern sich bloß auf den Hinweis des Verfassungsschutzes berief.
Als Weimer dann auch noch die für die Leipziger Buchmesse am 19. März angesetzte Preisverleihung absagte, eskalierte es so richtig. Sven Lehmann zog nun Weimers Eignung für das Amt des Kulturstaatsministers in Zweifel. Sogar die Tagesschau berichtete in den Hauptnachrichten über die Absage und den Ausschluss dreier linksextremer Geschäfte vom Preis. Weimer selbst begründet die Absage der Verleihung damit, dass eine „angemessene Würdigung der Preisträgerinnen und Preisträger in einem solchen Kontext kaum noch möglich scheint“ – die 7.000 bis 25.000 Preisgeld fließen an die Gewinner trotzdem.

An der Fassade der linksextremen Bremer Buchhandlung „Golden Shop“ steht „Deutschland verrecke bitte“.
Nun spaltet sich die Union selbst
Und: Schon wieder zeigten sich innerhalb der Union Fliehkräfte – schon wieder stellten sich Parteimitglieder offen hinter Linksextremisten. Während der Abgeordnete Volkmann die eigentlich vorgesehene Förderung wieder mal kritisierte und erklärte, „kaum etwas ist so peinlich wie subventionierte Linksradikale“, solidarisiert sich die niedersächsische CDU mit einem der ausgeschlossenen Läden.
Zusammen mit dem CDU-Oberbürgermeisterkandidaten Dr. Ehsan Kangarani besucht die Landtagsabgeordnete Carina Hermann den kommunistischen Göttinger Buchladen „Rote Straße“. Sie beide posieren für ein Foto vor dem Geschäft, Kangarani macht ein Foto von sich und einem Stoffbeutel mit Kommunistenstern – dem Logo des seit 1972 bestehenden Ladens, in dem früher regelmäßig polizeiliche Razzien stattfanden und dem man eine Rolle im Kommunikationsnetzwerk der RAF nachsagt.

Die CDU-Politiker Dr. Ehsan Kangarani (links) und Carina Hermann (rechts) posieren vor der „Roten Straße“ in Göttingen.
Dass die Union mit der Antifa und mit Linksextremisten sympathisiert, dürfte dabei wohl nur diejenigen überraschen, die die Unterstützung der Partei für Programme wie „Demokratie leben!“, zig gemeinsame Demonstrationen von CDU und Antifa oder Merz’ scheinbar partnerschaftliche Adressierung der Antifa im Wahlkampf 2025 („Wo wart Ihr beim Mord an Walter Lübcke?“) als bloße Ausrutscher abtun.

Der Göttinger Oberbürgermeister-Kandidat Dr. Ehsan Kangarani (CDU) zeigt seinen Stoffbeutel mit Kommunistenstern.
Weimer hat Angst vor Kritik
Grund für die Aussetzung der Preisverleihung ist wohl schlicht Weimers Angst vor Protest und einem weiteren Eklat. Die prämierten Buchhandlungen hatten für die Leipziger Buchmesse schon Aufmüpfigkeit angekündigt und öffentlich überlegt, die Förderungen zwischen 7.000 und 25.000 Euro kollektiv abzulehnen. Für Weimer, der ohnehin unter Druck ist, wäre es das nächste kommunikative Desaster gewesen. Wofür er mit seiner mangelnden Transparenz aber auch selbst die Verantwortung trägt.
Die Preisverleihung wäre wohl aber auch für rechte Medien interessant gewesen. Denn neben den von der Liste gestrichenen Buchhandlungen gibt es noch immer zahlreiche linksradikale und linksextreme Geschäfte, die Weimer mit dem Deutschen Buchhandlungspreis ausgezeichnet und mit Steuergeld bedenkt. Der Buchladen „Glitch“ aus München solidarisiert sich beispielsweise mit linken Gewalttätern wie der Hammerbande.

Die queer-extremistische Buchhandlung „Glitch“ aus München solidarisiert sich mit den linksextremen Gewalttätern der Hammerbande.
Die queer-radikalen Buchhandlungen „Prinz Eisenherz“ aus Berlin und „Artemis“ aus Aachen propagieren die kinderschädliche „Progressive Pride“-Ideologie, die biologische Fakten leugnet und Pädophilie den Weg bereitet.
Die Kinderbuchhandlung „Serifee“ aus Leipzig verkauft Antifa-Terroranleitungen für Schüler. Die Düsseldorfer Buchhandlung „BiBaBuze“ organisiert Veranstaltungen mit der Antifa. Die Frankfurter „Autorenbuchhandlung Marx & Co“ und „Karl Marx Buchhandlung Frankfurt“ tragen den Namen „Marx“ schon im Namen, letztere den Kommunistenstern im Schaufenster.
Die Buchhandlung „Cardabela“ aus Mainz macht parteipolitische Veranstaltungen mit der Linkspartei und solche, die sich kritisch mit der AfD auseinandersetzen. Eine Buchhandlung, die Veranstaltungen mit der AfD macht und sich kritisch mit der Linkspartei oder den Grünen auseinandersetzt oder in irgendeiner Weise rechts ist, wie die Preistäger links, findet sich unter den Preisträgern hingegen nicht.
Wolfram Weimer mag in der kleinstmöglichen Weise den linken Kulturkämpfern, die sich schützend vor Linksextremisten stellen, die Stirn geboten haben. Ein rechter Kulturkämpfer ist er damit aber nicht – sondern lediglich ein gemäßigter Linker, der zumindest den allerhärtesten antifachistischen Extremismus nicht mit Steuergeld bedenkt.
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Jens Winter
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