Umfrage unter 4454 Konzern-CEOs: Weniger als 30 Prozent glauben 2026 an Umsatzwachstum
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„Deutsche Topmanager bleiben vorsichtig. Die heimische Konjunktur betrachten sie skeptisch, Wachstumschancen erkennen sie vor allem im Ausland – und jenseits ihrer Branchengrenzen. “
Mit diesen Worten beschreibt die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) die Resultate ihrer 29. CEO-Umfrage, an der weltweit 4.454 Konzernlenker aus 95 Ländern teilgenommen haben. Und inbesondere beim Blick aufs Wachstum macht sich global Skepsis breit, vor allem in und für Deutschland.
Weltweite Zuversicht auf Tiefstand seit 2021
Die CEOs weltweit blicken verhalten in die Zukunft. Die kurzfristige Zuversicht der Führungskräfte in Bezug auf das Umsatzwachstum ihrer Organisation ist auf den niedrigsten Stand seit 2021 gesunken (30 Prozent, Vorjahr 38 Prozent). Die Zuversicht deutscher CEOs hat sich zwar leicht erholt, liegt mit 22 Prozent (Vorjahr 16 Prozent) aber immer noch unter dem globalen Durchschnitt. Bedeutet: Nur jeder fünfte deutsche CEO rechnet mit Umsatzwachstum in den kommenden 12 Monaten.
Petra Justenhoven, Sprecherin der Geschäftsführung von PwC Deutschland, kommentiert die Zahlen: „Das bedeutet nicht, dass es gar kein Wachstum mehr gibt. Aber wir sehen ein differenziertes Bild, bei dem die CEOs zwischen ihrer Prognose für die globale Konjunktur und der Realität in Deutschland unterscheiden. Wachstumschancen sehen sie eher im Ausland.“

Petra Justenhoven ist seit mehr als 30 Jahren in verschiedenen Positionen für PWC tätig, führt jetzt das Deutschlandgeschäft.
Deutsche CEOs erwarten weniger Beschäftigte wegen KI
KI wirkt sich ebenfalls auf die Arbeitsplatz-Perspektiven aus. Rund zwei Drittel der deutschen CEOs geben an, dass sie in den nächsten drei Jahren weniger Stellen benötigen werden. Vor allem bei Nachwuchskräften rechnen 63 Prozent der Befragten mit einem Rückgang. Für mittlere und höhere Positionen erwarten die Chefs hingegen keine Änderung – auch kein Personalwachstum.

KI bringt bisher wenig Ertrag
Vielen Unternehmen falle es aktuell schwer, ihre Investitionen in nachhaltige Gewinne zu überführen, erklärte PwC. Das gelte besonders für Künstliche Intelligenz, deren Einsatz für einen Großteil der Firmen bisher kaum zählbare Ergebnisse und Kostenvorteile bringe. Es gebe „eine Diskrepanz zwischen hohen Erwartungen und einer ernüchternden Realität“, sagte Justenhoven. „Wir sehen eine große Bereitschaft, in KI zu investieren – aber nur eine kleine Minderheit von Unternehmen erzielt damit auch messbare Ergebnisse.“
Investitionen in den USA am attraktivsten
Die Hälfte der Konzernlenker weltweit planen für 2026 internationale Investitionen. Mehr als ein Drittel dieser Investitionen (35 Prozent) möchten sie in den USA tätigen. Dahinter scheint Deutschland weiter ein attraktiver Standort für Investitionen zu sein. 13 Prozent der CEOs wollen hierzulande investieren. Damit teilen wir uns den zweiten Platz mit Großbritannien (ebenfalls 13 Prozent). Investitionen im Nahen Osten gewinnen an Attraktivität: Zusammengenommen zählen elf Prozent der CEOs weltweit den Nahen Osten zu ihren bevorzugten Investitionszielen, gegenüber acht Prozent im Vorjahr.

Northvolt in Heide (Schleswig-Holstein) ist ein schlechtes Beispiel. Die Investition dort scheiterte.
CEOs verlieren viel Zeit im Tagesgeschäft
Knapp die Hälfte ihrer Zeit (49 Prozent) widmen deutsche CEOs jenen Aufgaben, die das Geschäft innerhalb der nächsten zwölf Monate betreffen. Strategisch, also für mehr als fünf Jahre in die Zukunft, arbeiten die CEOs nur 15 Prozent ihrer Zeit.
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