Porsche: Absatz bei Cayenne und Taycan bricht um mehr als 20 Prozent ein, nur 911 stabil
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Philippe FischerDie Verkaufszahlen bei Porsche sehen mau aus. Insbesondere in China geht es deutlich abwärts. Aber auch in Deutschland scheint es für die luxuriösen Sport- und Geländewagen nicht mehr genug Kunden zu geben.
Der Sportwagenbauer Porsche hat im vergangenen Jahr 279.449 Fahrzeuge ausgeliefert – zehn Prozent weniger als im Jahr 2024. „Nach mehreren Rekordjahren liegen wir mit den Auslieferungen im Jahr 2025 unter dem Vorjahresniveau. Diese Entwicklung entspricht unseren Erwartungen“, sagt Matthias Becker, Vorstand für Vertrieb und Marketing der Porsche AG.

Der Absatz beim Luxus-SUV Cayenne ist um 21 Prozent eingebrochen.
Größter Einbruch in China
2025 verkauften die Schwaben im wichtigen Markt China nur gut 41.900 Fahrzeuge. Das waren rund 26 Prozent weniger als ein Jahr zuvor, wie das Unternehmen in Stuttgart mitteilte. Es handelt sich um den vierten Rückgang in Folge. Zum Vergleich: Im Jahr 2021 hatte die VW-Tochter noch fast 95.700 Sport- und Geländewagen in der Volksrepublik abgesetzt. Porsche steht dort in Konkurrenz zu Modellen einheimischer Hersteller. Der Xioami SU7 etwa wird als „Taycan-Killer“ vermarktet und startet dort ab 28.000 Euro. Zum Vergleich: Das Elektromodell Porsche Taycan startet in Deutschland ab 102.000 Euro.

Xiaomi wirbt beim SU7 mit mehr als 1500 PS und einer Höchstgeschwindigkeit von 350 km/h.
Der frühere Porsche-Chef Oliver Blume hatte im vergangenen Jahr mehrfach betont, dass der Markt für Luxusprodukte in der Volksrepublik förmlich zusammengebrochen sei. Mit Wachstum rechnete Blume kurz vor seinem Abtritt nicht. Einer der Gründe dafür ist die Kaufzurückhaltung wohlhabender Chinesen, bei denen das Geld wegen der Immobilienkrise nicht mehr so locker sitzt. Seit Anfang Januar ist Michael Leiters neuer Porsche-Chef, Blume konzentriert sich auf die Führung der Konzernmutter Volkswagen.

Frühere BMW- und Ferrari-Ingenieure arbeiten nun für Xiaomi an einem Forschungsstandort in München. Auf dem Foto mittig: CEO Lei Jun.
Starkes Minus auch in Deutschland
Aber auch in den anderen Weltregionen läuft es für Porsche nicht rund: Nach China hat der Konzern im Heimatmarkt Deutschland (minus 16 Prozent) und im Rest Europas (minus 13 Prozent) deutlich verloren. In den Übersee- und Wachstumsmärkten – dazu gehören zum Beispiel Afrika, Lateinamerika, Australien, Japan und Südkorea – verbuchen die Schwaben ebenfalls ein leichtes Minus. Immerhin: In der größten Vertriebsregion Nordamerika liegen die Zahlen mit gut 86.200 Auslieferungen auf Vorjahresniveau.

Dank starkem Nordamerika-Geschäft setzt der 911 mit 51.583 Auslieferungen eine neue Bestmarke.
Bei allen Modellen ging es bergab – nur der 911er legte zu
Bereits 2024 war der Gesamtabsatz um drei Prozent auf rund 310.700 gesunken. Im Jahr 2025 konnte lediglich der Sportwagenklassiker 911 zulegen. Bei allen anderen Modellen ging es 2025 bergab – unter anderem beim Modell 718, beim Panamera und beim vollelektrischen Taycan. Einen Verkaufsknick von 21 Prozent gab es beim bislang auslieferungsstärksten Modell, dem SUV Cayenne. 22,2 Prozent der verkauften Porsche-Fahrzeuge waren reine Stromer.
Marktstrategie korrigiert
Eigentlich plante die VW-Tochter bis 2030 einen E-Auto-Anteil von 80 Prozent bei allen verkauften Neuwagen. Nur der ikonische 911 sollte seinen Sechszylinder-Boxermotor behalten. Doch der Markt für E-Autos wächst nicht wie erwartet. Das Modell Macan ist alternativlos nur als E-Auto erhältlich – ein Verbrenner-Modell in dem Segment lässt auf sich warten.
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