Vom Terroranschlag beim Ariana Grande Konzert bis zu den drei erstochenen Mädchen beim Taylor Swift Workshop: Diese Gewalt von Migranten ist die Ursache der Ausschreitungen in England
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Fühlt sich so Bürgerkrieg an, sieht er so aus? Nach einem Wochenende schwerer Ausschreitungen brennt England – im wahrsten Sinne des Wortes: Vermummte in Tamworth nahe Birmingham griffen am Sonntag ein Hotel an, das als Flüchtlingsunterkunft genutzt werden sollte, und zündeten es an. Nur das Einschreiten der Polizei konnte Schlimmeres verhindern. In Sunderland griffen bewaffnete Migranten weiße Briten an. In Blackburn zogen Muslime durch die Straßen, während sie „Allahu Akbar“ skandierten. Die ethnischen Verwerfungen, die England aktuell erschüttern, werfen ein Schlaglicht auf das Scheitern einer zerklüfteten Migrationsgesellschaft. Der Politik fliegen nun die Folgen ihrer Einwanderungspolitik um die Ohren.
Ausgangspunkt für die schwere Gewalt des vergangenen Wochenendes ist die Bluttat von Southport. Vor einer Woche stach ein 17-Jähriger, dessen Eltern aus Ruanda stammen, der aber im Vereinigten Königreich geboren wurde, auf mehrere Mädchen ein, die gerade an einer Veranstaltung einer Tanzschule teilnahmen. Drei von ihnen starben. Sie hießen Bebe, Elsie und Alice, waren sechs, sieben und neun Jahre jung. Zehn weitere Personen wurden verletzt.
Seitdem gehen Menschen im ganzen Land auf die Straße. Das Motto des Protests: „Enough is enough“, es reicht. Nicht überall, aber mancherorts führen Vermummte den Protest an. Viele stammen aus der weißen Unter- und Arbeiterschicht und kommen aus der Fußballszene. Sie greifen Polizisten an und setzen Autos in Brand, vereinzelt wurden auch Moscheen und Menschen anderer Hautfarbe attackiert.
Sie nennen sich „Muslim Patrol“ oder „Muslim Defence League“
Der aggressive Protest führt wiederum zu Gewalt von Seiten junger Migranten, die sich bewaffnen und aufbegehren. Sie nennen sich „Muslim Patrol“ oder „Muslim Defence League“ – und liefern sich Straßenschlachten. Zahlreiche Videos, etwa aus Sunderland oder Middlesbrough, zeigen, wie diese Lynchmobs auf Weiße einprügeln. In den Mainstream-Medien werden die Vorkommnisse kaum erwähnt. Zwischen weißen Engländern und jungen Migranten stehen überforderte Polizeibeamte, manchmal linke Gegendemonstranten.
Bereits 2001 kam es in Oldham zu Ausschreitungen
Dabei scheint sich Geschichte zu wiederholen. In England kam es in den vergangenen Jahrzehnten wiederholt zu ethnischen Auseinandersetzungen. Zu Beginn des Jahrtausends kam es etwa in Oldham, einer Industriestadt unweit von Manchester mit 100.000 Einwohnern, zu schweren Krawallen zwischen Weißen auf der einen Seite – und Migranten (Pakistanern und Bangladeschern) auf der anderen Seite. Ethnische Spannungen waren hier schon lange sichtbar: Der Bezirk Glodwick im Stadtsüden etwa, in dem überwiegend Menschen pakistanischer Herkunft lebten, galt schon damals als No-Go-Area für Weiße.
Als am 21. April 2001 schließlich drei pakistanischstämmige Migranten auf offener Straße den 76-jährigen Kriegsveteranen Walter Chamberlain zusammenschlugen, eskalierte die Situation. In Oldham sammelten sich Hooligans unterschiedlichster Vereine, vor allem aus der Stadt Stoke. Auch die rechtsextreme „National Front“ mobilisierte ihre Anhänger.

Der damals 76-jährige Kriegsveteran Chamberlain wurde von Migranten zusammengeschlagen.
Die Patrioten und Hooligans lieferten sich Straßenjagden mit der Polizei und lokalen Jugendbanden. Im Zuge der Auseinandersetzungen warfen „Asians“, wie die britische Presse schrieb, sogar eine Brandbombe in den Pub „Live and Let Live“. Im Anschluss eskalierte die Gewalt. Fahrzeuge brannten, immer wieder kam es zu Angriffen auf die Polizei. Der Pub wurde später zwar wiedereröffnet, aber das Geschäft litt darunter.
2007 schloss der Pub, das Geschäft wurde später in ein asiatisches Bekleidungsgeschäft verwandelt.

Eine Frau passiert ein altes Backsteingebäude in Oldham.
Die „Oldham riots“ zeigen: Was sich aktuell also in den vielen kleineren Städten Englands abspielt, hat eine Vorgeschichte. Der englische Wikipedia-Artikel zu „race riots“ zählt nicht ohne Grund mehr als 20 Einträge, einige liegen Jahrzehnte zurück.
Der Täter passt nicht ins Raster – und es geht um viel mehr
Inzwischen weiß man, wer der Täter von Southport ist: Er heißt Axel Rudakubana, ist 17 Jahre alt, soll in Cardiff aufgewachsen sein. Mitmenschen beschreiben ihn als introvertierten Einzelgänger. Bei Rudakubana soll Autismus diagnostiziert worden sein, die Eltern engagierten sich in der katholischen Kirchengemeinde. Auch Rudakubana selbst soll dort als Chorknabe gesungen haben, er galt als künstlerisch interessiert. Er war weder Flüchtling noch Muslim, noch Pakistani, sondern, wie es auf Britisch heißt, „second generation immigrant“, christlich, mit Vorfahren aus Afrika.

Eine Gerichtszeichnung zeigt den 17-jährigen Täter.
Das zeigt: Die gewalttätigen Proteste, die Rudakubanas Blutbad in Southport ausgelöst hat, dürften kaum von einer Einzeltat motiviert sein. Die Tat emotionalisierte die Menschen gewiss in großem Maße, weil Kinder erstochen wurden. Aber im Nachgang des Attentats entlädt sich Frust und Verzweiflung vor allem aufgrund einer gescheiterten Migrationsgesellschaft. Immer mehr Menschen merken, dass die Spannungen nicht kleiner, sondern größer werden.
Das zeigt auch der Besuch des britischen Premierminister Keir Starmer (Labour). Als dieser in der vergangenen Woche am Tatort Blumen niederlegen wollte, konfrontierten ihn Einheimische mit den Verwerfungen. „Ich habe gerade herausgefunden, dass die neunjährige Tochter eines Freundes getötet wurde – die ich als kleines Kind noch in meinen Armen hielt“, schluchzt eine Frau. „Ändere verdammt nochmal etwas“, schreit ein Mann in Richtung des Premierministers. Selten war Verzweiflung so spürbar wie in diesen Momenten.
Southport steht stellvertretend für ein Land, in dem Einzelfälle zu Alltagsrealität wurden.
Bombenattentat des Islamischen Staats
2005 starben 52 Menschen bei einem islamistisch motivierten Bombenanschlag in London, das ist 19 Jahre her. 2017 kam es in Westminster zu einer Attacke, zu dem sich der „Islamische Staat“ bekannte. Im selben Jahr folgte das Attentat auf ein Ariana-Grande-Konzert in Manchester mit 22 Toten. Orte jugendlicher Popkultur wurden zu Orten des Massakers: Konzert-Arenen von Teenie-Idolen wie Ariana Grande und Tanzschulen, die Taylor-Swift-Thementage durchführen. In beiden Fällen säumten Leichen von Kindern den Bereich, der eigentlich für jugendliche Freude steht.

„Slaughter of the innocent“, titelte die Daily Star nach dem Bombenattentat auf ein Ariana Grande-Konzert in Manchester 2017.

Nachrichten, die von tiefem Schmerz und Trauer zeugen.
Hinzu kommen auch in Großbritannien etliche Messerstechereien und brutale Morde. So verübte 2021 ein somalischer Migrant vor einer baptischen Kirche einen tödlichen Anschlag auf den konservativen Politiker David Amess. Am 20. Juni 2020 erstach ein libyscher Islamist in Reading drei Personen in einem öffentlichen Garten. Kaum im öffentlichen Gedächtnis vorhanden ist auch die islamistische Tötung des Soldaten Lee Rigby. Oder die Messerattacke 2019 auf der London Bridge. Oder die Ermordung eines Armeeoffiziers in Kent? Die Beispiele enden nicht, es passiert schlichtweg zu oft.
Beispiel Rotherham: der Ort, an dem es am Wochenende zu schweren Ausschreitungen vor dem Holiday Inn-Hotel kam, in dem Migranten einquartiert sind, erlangte traurige Bekanntheit, weil eine pakistanische Gang über Jahre Mädchen und Jugendliche sexuell missbrauchte und in die Prostitution zwang. Viele der Täter sind wieder auf freiem Fuß.
Der Blick auf die Verwerfungen in Großbritannien der letzten 25 Jahren zeigt: Man kann das Attentat von Southport nicht isoliert betrachten. Menschen gehen nicht allein deshalb auf die Straße – und auch nicht, weil sie einer Falschmeldung aufgesessen sind, wonach der Täter Islamist gewesen sein soll. Vielmehr kriegen sie zum wiederholten Male demonstriert, wie eine Einwanderungsgesellschaft implodiert und sie in einem Land leben, das sie nicht mehr wiedererkennen. Wenn auf Terroranschläge Messerstechereien folgen und auf Bombenattentate Grooming-Banden-Skandale, während Stadtteile zunehmend an Vororte von Islamabad und Dhaka erinnern, dann gibt es irgendwann den Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt.
Dieser ist nach Southport erreicht.
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