Aufstand gegen Kulturstaatsminister Wolfram Weimer! CDU-Politiker solidarisieren sich mit linksextremem Buchladen „Rote Straße“
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In der CDU hat ein Aufstand gegen den Kulturstaatsminister begonnen: Nachdem Wolfram Weimer drei linke Buchhandlungen wegen Extremismusverdachts vom Deutschen Buchhandlungspreis ausgeschlossen hat, suchen regionale Parteikollegen aus Niedersachsen den Dialog mit einem der betroffenen Läden. Der Besuch von Carina Hermann und Dr. Ehsan Kangarani im Buchladen „Rote Straße“ in Göttingen wird von den Politikern dabei auf Instagram offen beworben – und als „Austausch“ deklariert.
Am Montag statteten Carina Hermann, Parlamentarische Geschäftsführerin der CDU-Landtagsfraktion in Niedersachsen und Mitglied des CDU-Bundesvorstands, sowie Dr. Ehsan Kangarani, stellvertretender Vorsitzender der CDU Göttingen und Kandidat für das Oberbürgermeisteramt 2026, dem Laden einen Besuch ab. In einem Post auf Instagram schreiben die CDU-Politiker: „Heute haben wir den ‚Buchladen Rote Straße‘ […] besucht. Anlass unseres Gesprächs war der Ausschluss des Buchladens vom Deutschen Buchhandlungspreis durch Kulturstaatsminister Weimer.“ Hermann und Kangarani betonten die Bedeutung stationärer Buchhandlungen für Innenstädte und gesellschaftliches Miteinander und wollten „vor Ort das Gespräch suchen, zuzuhören und uns über die aktuelle Situation zu informieren“. Fotos zeigen Hermann beim Stöbern in Regalen und beide vor dem Laden, was als Signal der Solidarität gewertet werden muss.
Die Kontroverse um den Deutschen Buchhandlungspreis, der jährlich mit Steuergeldern dotiert wird, eskaliert dabei seit Tagen. Weimer, der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, strich kürzlich drei unabhängige Buchläden von der Nominiertenliste: den „Golden Shop“ in Bremen, „Zur schwankenden Weltkugel“ in Berlin und den Buchladen „Rote Straße“ in Göttingen. Begründung: „Verfassungsschutzrelevante Erkenntnisse“ deuteten auf linksextreme Tendenzen hin. Und ausgerechnet diese sollten von einem Minister prämiert werden, der einst das „konservative Manifest“ publizierte – und als Hoffnungsträger für einen Wandel der Union galt. Am Dienstag wurde bekannt, dass Weimer die Verleihung des Buchhandlungspreises abgesagt hat.
Literatur zu Antirassismus und Antifa
Weimer argumentierte, dass „Verfassungsfeinde“ keine staatliche Förderung erhalten sollten. Die betroffenen Läden kündigten juristische Schritte gegen Weimer und den Verfassungsschutz an, sprechen von „antikommunistischer Zensur“ und berichten von einer „Welle der Solidarität“ aus dem Kulturbetrieb.

Grinsend mit Jutebeutel von „Rote Straße“: CDU-Politiker Kangarani freut sich über den „Austausch“.

Auf der Suche nach der richtigen Lektüre: CDU-Politikerin Carina Hermann sitzt für die CDU im Bundesvorstand – und stöbert in antifaschistischer Umgebung
Der Buchladen „Rote Straße“ im Göttinger Nikolaikirchhof ist dabei ein typischer Vertreter der extrem linken Buchszene: Seit Jahrzehnten verkauft er Literatur zu Themen wie Feminismus, Antirassismus, Antifaschismus, Ökologie und internationaler Solidarität. Mit dem roten Kommunistenstern im Logo nennt sich die Buchhandlung selbst „roter Buchladen“. Branchenseiten bewerben sie mit einem Antifa-Poster mit dem Schriftzug „Antifa Area – No Cops, no Nazis“ – auf eine NIUS-Anfrage, ob die Buchhandlung dies störe, antwortet sie nicht.

Die Göttinger Buchhandlung „Rote Straße“ wird auf Branchenseiten mit dem Poster „Antifa Area“ beworben.
Dem seit 1972 bestehenden Laden wird zudem eine „Rolle im Kommunikationsnetzwerk der RAF“ nachgesagt, wie die FAZ berichtet. Jürgen Trittin von den Grünen nennt die „Rote Straße“ in einer Kritik an Weimer trotzdem eine „Institution“. Bereits 2023 zeichnete Claudia Roth (Grüne) als Kulturstaatsministerin den Buchladen mit dem Deutschen Buchhandlungspreis aus. Damals gab es keine Überprüfung wie durch Weimer.
Anlaufpunkt für linksextreme Göttinger Szene
Besonders brisant: Der Grund für den Ausschluss der Buchhandlung vom Deutschen Buchhandlungspreis soll auf Erkenntnissen aus Sicherheitskreisen basieren. Auch dem Verfassungsschutz soll der Buchladen als Anlaufpunkt für die linksextreme Szene in der Universitätsstadt Göttingen bekannt sein, die wiederum als Hochburg autonomer Gruppen bekannt ist. Kritiker werfen dem Laden vor, Plattform für verfassungsfeindliche Ideen zu sein, etwa durch Veranstaltungen oder Publikationen, die extremistische Positionen bedienen. Die Geschäftsführerin Mechthild Röttering weist solche Vorwürfe zurück.
Das Verhalten der beiden CDU-Politiker stößt innerhalb der Partei auf Kritik: Ein Kommentar unter Kangaranis Post, der mit der Göttinger CDU assoziiert wird, spottet: „Ui, Göttingens CDU solidarisiert sich mit dem Roten Buchladen. Schön…“. Andere Nutzer fragen, ob die Politiker den Ausschluss befürworten. Der Vorstoß ist ein Frontangriff auf Weimer, da Hermann und Kangarani als CDU-Vertreter agieren und damit die Linie des Bundesministers unterlaufen.
Auch bei NIUS: Linke kritisieren, dass Weimer linksextreme Buchhandlungen nicht fördern möchte – Radikale prämiert er trotzdem
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