Wegen Recherche: NIUS-Reporter erhält Hausverbot bei Correctiv!
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Das Publix-Haus, Sitz von Correctiv und HateAid, sprach am Dienstagabend während einer Podiumsdiskussion mit Familienministerin Karin Prien (CDU) ein Hausverbot gegen einen NIUS-Reporter aus. Als Grund nannte man seine kritische Berichterstattung über das Haus.
Als die Correctiv-Chefredakteurin Anette Dowideit nach Ende der Veranstaltung zu einer Traube von NIUS-Redakteuren kommt und erklärt, man würde gerne mal bei NIUS vorbeischauen und dass man im Gespräch bleiben wolle, war das an Scheinheiligkeit kaum zu überbieten. Kurz zuvor hatten die eigenen Hausherren einem NIUS-Reporter wegen einer zuvor veröffentlichten Reportage ein Hausverbot ausgesprochen.
Um zu verstehen, wie es so weit kommen konnte, muss man die Vorgeschichte kennen und sollte wissen, dass im Publix-Haus für „gemeinwohlorientierten“ – oder besser gesagt steuer- und spendenfinanzierten – Journalismus, Organisationen wie Correctiv, HateAid oder Reporter ohne Grenzen sitzen. Und dass diese Organisationen ihr Geld unter anderem von Familienministerin Karin Prien erhalten, die an diesem Abend zu Gast war.

Direkt und über Umwege profitiert Publix von Steuergeld.
Recherche am „Tag der offenen Tür“ als Grund für Hausverbot
Alles begann mit einem Besuch im Publix-Haus im Juni 2025 zum „Tag der offenen Tür“. Im Rahmen des Kulturfestivals „48 Stunden Neukölln“ hatte auch Publix gemeinsam mit über 250 Veranstaltungsorten seine Tore geöffnet – grundsätzlich für alle, aber doch mit gewissen Einschränkungen für Journalisten anderer Medien.
Für eine Reportage besuchte ich das Publix-Haus und spielte dort mit NGO-Mitarbeitern Spiele über „Desinformation“. Schon kurz nach Eintritt stellte man mir eine Begleitung zur Seite. So gut wie keine Sekunde ließ mich die gute Frau Gröger von da an aus den Augen.
Als ich mich auf den Correctiv-Stand zubewegte, stellte sich Frau Gröger mir schließlich in den Weg. „Warum haben Sie sich eigentlich nicht akkreditiert, Herr Winter?“ „Weil es ein Tag der offenen Tür ist.“ Und weil an diesem Tag in halb Neukölln die Türen offen standen. Dann ging ich zum Correctiv-Stand und fragte die Mitarbeiter nach dem Ablauf der Geheimplan-Recherche und was in den Heftchen stünde, die sie auslegten. Aber Frau Gröger ging bei jeder Kontaktaufnahme dazwischen: „Wisst Ihr, dass Jens Winter für NIUS schreibt?“
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Beim angeblichen „Tag der offenen Tür“ konnte man ein Spiel über „Desinformation“ spielen.
Publix hat nicht vergessen
Knapp ein Jahr später hat Publix den Besuch und die anschließende Reportage nicht vergessen. Eigentlich veranstaltete man an diesem Abend eine Podiumsdiskussion mit Familienministerin Karin Prien (CDU).
Die Chefin des Hauses, Maria Exner, moderierte das Panel gemeinsam mit dem Correctiv-Chefredakteur Justus von Daniels. „Sind wir noch zu retten, Karin Prien?“, war der Titel des Abends. Auch die im Haus ansässige und von Prien geförderte Hate-Aid-Chefin Josephine Ballon war vor Ort.
Die Correctiv-Mitarbeiter mussten mich erkannt haben. Schon nach wenigen Minuten – vorne redete Prien mit Correctiv und Publix über die Demokratie oder irgendwas – tippte mir eine nette Frau auf die Schulter. „Herr Winter, können Sie bitte kurz mitkommen?“
Am Eingang erklärte Frau Klün mir zum einen, dass Frau Gröger nicht mehr für Publix tätig ist. Zum anderen teilte sie mir mit, dass Frau Gröger ein Hausverbot gegen mich ausgesprochen hätte. Ein Hausverbot wegen einer Recherche? So tief könnten doch nicht mal Correctiv und seine Hausherren sinken?

Publix hätte den NIUS-Redakteur Jens Winter am liebsten von der Veranstaltung entfernt gesehen.
Selbst fürs Correctiv-Umfeld schwer, noch tiefer zu sinken
Ich sagte, dass das so nicht stimmt und man mir kein Hausverbot ausgesprochen hatte. Die gute Frau Klün erwiderte, dass sie sich ja bloß auf das stützen würde, was in den Akten von der Frau Gröger stünde. „Es ist keine leichte Situation.“
Ich sagte, dass ich nicht verstehen würde, warum ein Medienhaus einem Journalisten wegen einer Recherche am Tag der offenen Tür ein Hausverbot aussprechen würde. Irgendwann bekam Frau Klün Verstärkung. Frau Marcus stellte sich neben Frau Klün in den Eingangsbereich. Während Frau Klün weiter auf mich einflüsterte, fragte ich mich, welche von beiden Frauen den längeren Pony hatte. Es war wirklich eine schwierige Frage.
„Herr Winter“, sagte Frau Klün, „ich muss Sie leider wirklich bitten, zu gehen. In unseren Akten steht, dass Sie ein Hausverbot haben.“ Vielleicht hätte ich in diesem Moment verloren. Frau Marcus und Frau Klün waren zu zweit. Außerdem war das Podium so langweilig, ich hatte gar keine richtige Lust mehr, zurück auf die Veranstaltung zu gehen.
In dem Moment stand plötzlich die stellvertretende NIUS-Chefredakteurin Pauline Voss neben mir. Schnell einigten wir uns darauf, dass ich wieder nach drinnen darf, um das blöde Podium mit der blöden Prien, für das ich sogar ein blödes Ticket gekauft hatte, zu Ende anzuhören. Dort brachte die Publix-Chefin Exner auf Frage von Voss das Hausverbot wirklich damit in Verbindung, dass NIUS nicht „gemeinwohlorientiert“ sei. Und Prien erklärte in Richtung der anwesenden NGOler, dass die Einsparungen bei „Demokratie leben!“ „so moderat“ ausfallen würden, dass sie „das Programm an sich in keiner Weise gefährden“.
Sehen Sie hier die Frage der stellvertretenden NIUS-Chefredakteurin Pauline Voss an Karin Prien und Publix:
Ein bisschen ein schlechtes Gewissen hatte ich ja schon, also wegen Frau Gröger. Ich hatte ihr damals versprochen, sie zu informieren, sollte ich das nächste Mal als Journalist ins Publix-Haus kommen. Allerdings arbeitete Frau Gröger ja nicht mehr bei Publix. Außerdem blickte ich, als ich so im Eingangsbereich stand und mit Frau Klün im Flüsterton über mein angebliches Hausverbot diskutierte, so aus den Augenwinkeln in Richtung Podium.
Dort sah ich Frau Prien, die ja dem Landesverband von Daniel Günther in Schleswig-Holstein angehört. Und ich sagte: „Frau Klün, ich weiß, ich hatte mit Frau Gröger diese Vereinbarung. Aber heute bin ich als Privatperson hier.“
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