IPCC-Wissenschaftler gibt zu: Klima-Horrorszenario RCP 8.5 war ein „Narrativ“
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Nebojša Nakićenović gilt als Vater des RCP8.5-Szenarios. Sein Worst-Case-Emissionsszenario aus dem Jahr 2011 wurde kürzlich von 44 führenden Forschern, die dem Weltklimarat zuarbeiten, als „unplausibel“ eingestuft. Im Interview mit der Zeit verteidigt der österreichische Ökonom sein Vorgehen: „Es ist egal, wie wahrscheinlich oder realistisch RCP8.5 betrachtet wird“.
Von der Einschätzung seiner Branchenkollegen zeigt sich Nakićenović unbeeindruckt. Im Interview mit der Zeit sagt der Wissenschaftler, dass er „so ein extremes Szenario nach wie vor nicht ausschließen“ würde. Tausende Klima-Studien und auch Veröffentlichungen der Bundesregierung hatten sich in der Vergangenheit auf genau dieses Extrem-Szenario RCP8.5 berufen.
Die Zeit konfrontiert den Wissenschaftler auch mit den Stimmen seiner Kritiker: „Eine Verzehnfachung der Kohlenutzung und eine Verdreifachung des CO₂-Gehalts – wie es das RCP8.5-Szenario voraussetzt – sei undenkbar. Und selbst bei einer kompletten Aufgabe des Klimaschutzes sei noch keine Fünf-Grad-Welt zu erwarten.“ Darauf antwortet Nakićenović: „Es ist egal, wie wahrscheinlich oder realistisch RCP8.5 betrachtet wird! Am Ende des Tages sind das Berechnungen, Narrative, wie sich die Zukunft entwickeln könnte, und zwar in verschiedensten Richtungen.“
Damit bestätigt der Macher des Klima-Horrorszenarios ausgerechnet das, was viele Kritiker dem Papier schon immer vorwarfen. Es handelte sich bei RCP8.5 keinesfalls um eine Prognose, sondern um ein unwahrscheinliches Extremmodell, welches fälschlicherweise von Medien und Politik als willkommenes Klima-Katastrophenszenario verwendet wurde.
Wissenschaftler: „Weltöffentlichkeit hinters Licht geführt“
Der Physiker Prof. Dr. Gerd Ganteför, der über Jahrzehnte an der Universität Konstanz geforscht hat, hielt das Schreckens-Szenario schon immer für übertrieben, wie er im NIUS-Interview beschreibt. Fritz Vahrenholt, mit dem NIUS über die Klima-Horrorszenarien sprach, handelt es sich bei den Revisionen der Klimawissenschaftler um ein „Rückzugsgefecht“. Seine scharfe Kritik: Sie hätten „die ganze Weltöffentlichkeit hinters Licht geführt“. Er begründet das damit, dass die Voraussetzungen der Extremszenarien immer „frei erfunden“ gewesen seien.
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