Mitarbeiter der Deutschen Bahn klagen an: „Ich schäme mich jeden Tag für dieses Unternehmen“
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Die Deutsche Bahn kommt nicht heraus aus den negativen Schlagzeilen – im Gegenteil. Jetzt haben Bahnmitarbeiter ihre Wut formuliert und berichtet, was sie tagtäglich erleben.
Die Süddeutsche Zeitung zitiert in einem Artikel die Mails von Bahnmitarbeitern. Der Zugbegleiter P. schreibt: „Das, was wir hier abliefern, ist an Peinlichkeit nicht zu überbieten. Man möge mir meine Wortwahl verzeihen, nicht an einem einzigen Tag läuft hier irgendwas … es ist nur noch zum K…“ Er habe auf seiner Fahrt von Berlin nach Basel keine Kühlung, keine Tiefkühlung und keinerlei Ware gehabt – ein Trauerspiel. „Und mit der dünnen Besetzung werden wir kurzfristig auch die letzten verbliebenen Mitarbeiter vergraulen.“ Ihn eingeschlossen.
Die eigenen Leute verlieren die Geduld
Die Situation wird in den nächsten Monaten noch schwieriger werden. Geht es nach der Bahn, sollen selbst vollbesetzte ICE mit 900 Fahrgästen künftig wohl mit zwei Servicekräften auskommen, teilte die Bahngewerkschaft EVG mit. Die Bahn erwäge, nur noch einen Zugchef und einen Zugbegleiter pro ICE einzusetzen. Der sollte auch den gastronomischen Service am Platz übernehmen, unabhängig von Auslastung oder Wagenanzahl.

Der Plan besagt: nur noch einen Zugchef und einen Zugbegleiter pro ICE einsetzen.
Was das für die Mitarbeiter bedeutet, haben sie in zahlreichen Mails dokumentiert. Sie sprechen von „einem Schlag ins Gesicht“. Es sei illusorisch zu glauben, dass sich der Bahnbetrieb so künftig noch aufrechterhalten lasse. Die Aussagen aus der Belegschaft dokumentieren eindrucksvoll, dass nicht nur die Fahrgäste, sondern auch die eigenen Leute die Geduld mit der Deutschen Bahn und insbesondere mit dem Führungspersonal verlieren. Die Stimmung ist im Keller. Und nun habe Bahn-Chef Lutz und Finanzvorstand Levin Holle auch noch massiven Personalabbau angekündigt. 30.000 Leute sollen in den kommenden fünf Jahren gehen. „Den Sch… ausbaden musste schon immer die Basis“, schimpft die Beschäftigte E.
Keine Zeit für die Fahrscheinprüfung
Die Bahn sei ein „maroder Sanierungsfall“, klagt Lokführer H. Das bekommen die Fahrgäste genauso zu spüren wie die Beschäftigten – „an der Basis, die jeden Tag das Rad am Rollen halten und für diese Misswirtschaft ihren Kopf hinhalten müssen“. Früher seien Verantwortliche zur Rechenschaft gezogen worden, aber diese Zeiten seien vorbei. „Ich schäme mich mittlerweile jeden Tag für dieses Unternehmen“, schreibt H.
Die Zugbegleiterin Frau N. schreibt: Kollegen würden immer alles geben. Aber am Ende „fehlt es wieder an der Zeit für die Fahrscheinprüfung.“ Früher sei es gang und gäbe gewesen, zu viert oder zu fünft auf einem ICE eingeteilt zu sein. Besonders schlimm sei die Lage seit etwa einem halben Jahr. „Die Zugbegleiter-Besetzung wird immer weiter runtergeschraubt“, berichtet Mitarbeiter B. „Man testet die Grenzen aus, die das Personal noch mitmacht.“ Er selbst sei in vielen Situationen nicht mehr bereit dazu: „Fahrscheinkontrolle in deutschen No-go-Areas wie dem Ruhrgebiet oder Karlsruhe-Pforzheim-Karlsruhe? Nein, dazu ist mir mein wohlbehaltenes Ankommen zu wichtig“, schreibt B.
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