Die Stuttgarter Skandal-Krippe war kein Ausrutscher: In den Kirchensteuerkirchen gilt der Glaube wenig
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Die Kirche ist in die Hand linker Ideologen geraten. Es nützt nichts, die Augen zu verschließen. Was die deutschen Kirchensteuerkirchen ihrem Publikum vorsetzen, enthält nur noch Spurenelemente des Christentums. Von Ausnahmen natürlich abgesehen. Längst organisieren säkulare Kulturkämpfer den Marsch in die Bedeutungslosigkeit.
Die aktuelle Folge „Kissler Kompakt“ sehen Sie hier:
Wer nicht links ist und nicht woke, der wendet sich mit Grausen ab – jüngst etwa vom katholischen Fernsehgottesdienst, der an Heiligabend aus Stuttgart übertragen wurde. Zentral war ein zuckendes, schleimiges Etwas auf Stroh. Es sollte das Jesuskind darstellen. Der Stuttgarter Kult um ein glibbriges Alien zeigt: Die Kirchensteuerkirchen haben dem Glauben den Kampf angesagt.
Regenbogenfahne und Parität
Wer sich in die Stuttgarter Christmette verirrte, bekam alle Zutaten eines neuheidnischen Ersatzkultes präsentiert. Natürlich prangte in der und vor der Kirche die Regenbogenfahne. Natürlich waren die Messdiener geschlechterparitätisch besetzt, drei Buben, drei Mädchen.
Natürlich führte eine Pastoralreferentin das große Wort, obwohl Pastoralreferenten in Messen nicht predigen sollen. Man wollte halt eine Frau vorm und am Altar zeigen. Und natürlich bastelte sich der assistierende Priester, der Rundfunkpfarrer des Südwestrundfunks, ein Hochgebet nach seinen Bedürfnissen.
Ein anderer katholischer Priester schrieb mir danach: „Es war kein Gottesdienst der weltweiten katholischen Kirche, für den es überall verbindliche Standards gibt, sondern ein Gottesdienst ‚Stuttgart‘.“
Ein schleimiges Etwas
Zentrales Ärgernis war das zuckende, schleimige Etwas auf Stroh. Rundfunkpfarrer Steiger stellt die Jesus-Attrappe mit diesen Worten vor:
Alles daran ist seltsam. Warum nennt Rundfunkpfarrer Steiger nicht die junge Künstlerin, die das Schleimpaket geschaffen habe, mit Namen? Außerdem: Das ist kein echter Mensch, Herr Rundfunkpfarrer Steiger, sondern ein pulsierender Fleischberg. Von der Würde der Heiligen Nacht ist nichts zu spüren.
Auch dazu schreibt mir der schon zitierte katholische Priester: „Liturgie provoziert nicht, sondern erhebt. (…) Wer aber als Seelsorger provoziert, verzichtet darauf, trösten zu können.“
Erkennbar haben der Rundfunkpfarrer und die Pastoralreferentin anderes im Sinn. Sie wollen nicht trösten. Sie sonnen sich im Glanz der Provokation. Sie stoßen ein Publikum, das vielleicht nur einmal im Jahr einen Fernsehgottesdienst schaut, lustvoll vor den Kopf. Sie sind eitel und selbstgerecht.
Hochamt der Hässlichkeit
Kein Ausrutscher ist das Stuttgarter Hochamt der Hässlichkeit insofern, als die Bibel an den Rand rückt. Diese Tendenz ist in den Kirchensteuerkirchen allgegenwärtig. Rundfunkpfarrer Steiger hält die biblische Kindheitserzählung Jesu für die bloße Idee eines Autors namens Lukas.
Ich kenne nicht alle Wendungen der neuesten Theologie. Aber Christen, dachte ich, sind davon überzeugt, dass Gott als Kind auf die Welt kam. Rundfunkpfarrer Steiger hat da seine Zweifel. Die Sache mit der Kindesgeburt war nur so eine Autorenidee, sagt er.
Beim Blick auf die Stuttgarter Krippe in St. Maria sehen wir: Vielleicht kam Gott ja als Alien auf die Welt. Ob Evangelist Lukas, H. G. Wells oder Erich von Däniken: Tolle außerirdische Ideen überall!
Auch Pastoralreferentin Leser trägt zum Stuttgarter Spezialereignis bei. Sie spricht von der Weihnachtsgeschichte, als handelte es sich um den Jahresbericht von Amnesty International.
Pastoralreferentin Leser hat offenbar ein neues Evangelium entdeckt. In diesem muss stehen, Maria habe „arm, auf der Flucht und ohne Heimat“ ihr Kind zur Welt gebracht. In der mir zugänglichen Bibel steht das nicht. Josef war Zimmermann, also Handwerker, und nicht arm. Das Paar war nicht auf der Flucht, sondern unterwegs zur Volkszählung.
Leider typisch
Heimatlos war die Frau aus Nazareth schon gar nicht. Erst nach Jesu Geburt kam es zur vorübergehenden Flucht der Familie nach Ägypten. Rund drei Jahre hielten Maria, Josef und Jesus sich in Ägypten auf. Dann kehrten sie zurück. Mit heutigen Asylbewerber-Biografien hat all das nichts zu tun.
Die Stuttgarter Gottesdienst-Travestie war symptomatisch für die Kirchensteuerkirchen. Wer sich Text und Kult zurecht modelt nach eigenen politischen Bedürfnissen, der landet bei der Politik und lässt den Glauben hinter sich.
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Alexander Kissler
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