Die Wirtschaftsnation liegt auf der Intensivstation – und damit ganz Deutschland
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Der wirtschaftliche Niedergang in Deutschland sorgt für Rekorde. Die Fakten sind unumstößlich. Die Bundesrepublik droht, ihre ökonomische Basis zu verlieren – und damit den Sozialstaat, den gesellschaftlichen Frieden und die Akzeptanz der parlamentarischen Demokratie.
Diese Auswirkungen sind in all ihrer Wucht längst nicht überall angekommen. Weder in der Politik noch in den meisten Medien wird die Lage so behandelt, wie es nötig wäre: Die Wirtschaftsnation Deutschland liegt auf der Intensivstation. Ohne einschneidende Maßnahmen droht der Zusammenbruch. Deutschland braucht eine Rosskur der Vernunft. Stattdessen herrschen Gesundbeter und Illusionisten.
„Kissler Kompakt“ vom 3. Juni sehen Sie hier:
140 Insolvenzen pro Monat
Die deutsche Wirtschaft stagniert seit sechs Jahren. Seit 2020 wächst das Bruttoinlandsprodukt kaum noch oder geht sogar zurück. Im internationalen Vergleich fällt die Bundesrepublik immer weiter zurück. Unter den Kanzlern Merkel, Scholz und Merz wurde oder wird der Abschwung organisiert. Alle drei haben ihren Anteil am deutschen Niedergang.
Das Ergebnis ist eine besonders bedrückende Zahl. Sie lautet 140. So viele Industriebetriebe gehen momentan pro Monat pleite. 140 Insolvenzen im Monat: Jeden Tag werden also knapp fünf Industriebetriebe zahlungsunfähig. Etwa alle fünf Stunden wird der Insolvenzverwalter in den Betrieb gerufen.
Die Industrie zieht sich zurück
In den vergangenen sechs Monaten waren davon über 30.000 Arbeitnehmer betroffen. Das bedeutet einen Anstieg um mehr als 50 Prozent gegenüber dem Vor-Corona-Niveau. Das ergab eine Sonderauswertung des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle, über die zuerst die Wirtschaftswoche berichtete.
Die Industrie zieht sich aus Deutschland zurück. Die Pleitewelle fegt wie ein Tornado durch das Land. Sie ist die größte seit zwei Jahrzehnten. Der Metall- und Maschinenbau ist am meisten betroffen. Die Wirtschaftswoche schreibt: „Der Verlust von Industriearbeitsplätzen wiegt besonders schwer, weil er sich ökonomisch kaum durch einen Beschäftigungsanstieg in anderen Bereichen ausgleichen lässt.“
Theoretisch weiß auch der Bundeskanzler, dass die wirtschaftliche Hütte brennt. Es fehlt, wie oft bei Friedrich Merz, an der praktischen Konsequenz. Schon vor acht Monaten klang der Kanzler ganz entschlossen. Aber ach, er klang nur so am 24. September 2025 vor dem Deutschen Bundestag.
Die tiefen Sorgen der Unternehmer sind in den vergangenen acht Monaten gewachsen. Die Zahlen wurden noch schlechter, die Aussichten noch trüber. Merz und seine Stolper-Regierung haben weder schnell noch bald gehandelt. Merz hat wieder einmal nur den dicken Max markiert. Die rote Laterne gehört zur Standardbeleuchtung im Kanzleramt.
Bilanz eines Absteigers
Ausländische Investoren meiden Deutschland, und als amerikanischer Bundesstaat wäre die Bundesrepublik ein Armenhaus. Diesen Rang hat in den USA Mississippi inne. Dort wird pro Kopf eine Wirtschaftsleistung von 55.000 Dollar erzielt – kein Bundesstaat ist schwächer.
Deutschland liegt nur knapp vor Mississippi, rangiert also, wie die FAZ berichtete, auf Rang 49 unter 50 Bundesstaaten. Das ist wieder die Bilanz eines Absteigers.
Ein erschlafftes Land
Deutschland ist ein erschlafftes Land geworden. So sagt es der Volkswirt Holger Schmieding. Um im Sprachbild zu bleiben: Die wahren Schluffis sitzen auf den Regierungsbänken, sei es im Bund, sei es in den Ländern. Dort gähnt der ökonomische Abgrund sie an – und Merz und Co. gähnen zurück.
Mit der Wirtschaftsnation steht nichts weniger auf dem Spiel als die gesamte Bundesrepublik. Wer Deutschland retten will, muss es aus dem Klammergriff der linken Besitzstandswahrer und Umverteilungsfetischisten befreien. Es ist 30 Sekunden vor zwölf.
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Alexander Kissler
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