Hape Kerkeling wurde zum Steinmeier unter den Komikern: Er predigt gegen rechts
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Was ist nur aus Hape Kerkeling geworden? Ich habe seinen Witz und seinen Einfallsreichtum immer bewundert. Davon ist wenig geblieben. Kerkeling wurde vom lässigen Komiker zum verbissenen Aktivisten. Sein jüngster Film ist so lustig wie ein volkseigenes Lachkombinat. In Interviews hat er nur noch ein Thema. Er warnt vor dem Faschismus, er schimpft auf Rechte, er will die AfD verboten sehen.
Der späte Kerkeling ist der Steinmeier unter den Künstlern. Er predigt empört vor sich hin. Der Wandel des Hape Kerkeling ist bezeichnend: Wo Unterhaltung zur Haltung wird, gibt es nichts zu lachen.
Die ganze Folge „Kissler Kompakt“ sehen Sie hier:
Wie ein Büroleiter der Grünen
Kerkelings Lebenswerk bleibt grandios: der zwerchfellerschütternde Film „Kein Pardon“, das Buch zur Pilgerreise auf dem Jakobsweg, zahlreiche Fernsehmomente für die Ewigkeit. Für all das und noch mehr: Danke, Herr Kerkeling.
Vom Podest der Berühmtheit erklingen aber seit geraumer Zeit Phrasen der Güteklasse 0. Der einst innovative Künstler redet wie ein Büroleiter der Grünen. Er bekennt sich zur schlichtesten Denkweise überhaupt, dem Woken.
Woke ist immer gut
Ja, sagt der späte Hape Kerkeling, es sei gut, woke zu sein. Nur böse Menschen hätten etwas dagegen. Kerkelings Botschaft lautet: Wer am Woken Anstoß nimmt, der ist ein Loser.
Wer gegen die woke Ideologie ist, will ungestört auf andere herabsehen? Ach, Hape. Das Woke ist heute ein autoritärer Fiebertraum. Es teilt die Menschen in Gruppen und Grüppchen. Es definiert Opfer und bestimmt Täter. Es bestraft auf Verdacht.
Trottel Trump
Die Woken schauen auf Menschen herab, die nicht mitmachen bei dieser Refeudalisierung der Welt. Auch Kerkeling selbst schaut im Namen der Wokeness herab – etwa auf Donald Trump und dessen Landsleute. Der amerikanische Präsident sei ein „völliger Trottel“.
Trump wurde fair gewählt. Er hat Anhänger und Gegner. Wir nennen es Demokratie. Der späte Kerkeling will offenbar keine Herrschaft des Volkes, sondern einen Zentralrat der Woken.
Dieser Zentralrat könnte als Wahrheit verfügen, was Kerkeling unterstellt: dass wegen der Rechten die Homophobie steige. Deshalb hat Kerkeling erst zu Berlin, dann zu Italien Lebewohl gesagt. Über die muslimische Homophobie verliert er kein Wort. Stattdessen fordert Kerkeling einen Aufstand der Gesellschaft – gegen die AfD.
Als Barrikadenkämpfer der Bühne ist Kerkeling eine Fehlbesetzung. Statt guter Laune hat er böse Ahnungen im Gepäck. Er trägt seine Abscheu zu Markte. Er macht Kleinholz aus dem politischen Gegner, plump und monoton. Der späte Kerkeling ist ein Rumpelstilzchen der politischen Korrektheit.
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Alexander Kissler
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