Linker Dünkel statt Reformen: ARD und ZDF arbeiten an ihrer Abschaffung
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Alexander KisslerMit Reformen sind ARD und ZDF nicht zu retten. Der sogenannte Reformstaatsvertrag trat am 1. Dezember 2025 in Kraft. Die öffentlich-rechtlichen Anstalten sind zur Verschlankung des Apparats gezwungen. Insgesamt 17 Radiowellen werden eingestellt.
Nun wurde bekannt: Auch drei Spartenprogramme im Fernsehen fallen dem Rotstift zum Opfer. Das aber reicht nicht. Mit kleinen Korrekturen sind die öffentlich-rechtlichen Medien nicht zu retten. Sie müssen sich gänzlich neu erfinden. Und sollten sie zu dieser inneren Revolution nicht die Kraft haben, kann es nur eine Lösung geben: die Abschaffung von ARD, ZDF und Deutschlandradio.
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Phrasen von der ARD
Was die Verantwortlichen als großen Schritt verkaufen, ist nur eine winzige Etappe. Zum Jahresende werden die TV-Sender tagesschau24, One und ARD alpha eingestellt. Von den zu streichenden 17 Radiostationen ist ein Dutzend namentlich bekannt, darunter BR Schlager, MDR Tweens, NDR Blue und WDR Event. Die meisten Zwangsbeitragszahler werden von diesen Angeboten noch nie gehört haben. Die ARD ist ein Zoo für exotische Bedürfnisse und mit hohem Eintritt.
Nach der angekündigten Abwicklung von tagesschau24, One und ARD alpha loben sich die Intendanten für den ihnen aufgezwungenen Schritt. Aus eigenem Antrieb wären die Erziehungsmedien nicht einmal zu dieser winzigen Kurskorrektur bereit gewesen. ZDF-Chef Norbert Himmler klingt dennoch so, als wäre er ein entschlossener Reformer.
Norbert Himmler freut sich
Himmler lobt die, wie er sagt, „zukunftsorientierte Atmosphäre“ der Gespräche und behauptet: „Wir haben uns dabei an den Interessen der Zielgruppen orientiert und die Angebote ausgewählt, zu denen wir als starke Partner gemeinsam das bestmögliche Programm zusammenstellen können.“
Das bisherige ZDFInfo werde künftig als „Info“ gemeinsam betrieben; Gleiches gilt für ZDFNeo, das zu Neo wird. ARD-Intendant Florian Hager greift derweil zur Bückware im Phrasenregal und erklärt: „Zusammen werden wir noch besser.“
Das ZDF hat gelogen
Streichungen und Zusammenlegungen können bestenfalls der Startschuss sein zu einer inneren Revolution. Strukturreformen sind nur dann sinnvoll, wenn sie begleitet werden von einem neuen Denken – und von neuem Personal. Niemand würde den Verantwortlichen für eine Havarie die Kommandobrücke zur Rückfahrt anvertrauen.
Als Erneuerer ist ZDF-Intendant Himmler falsch besetzt. Er ist der Besitzstandswahrer in einem ZDF, das sich die Welt macht, wie sie ihm gefällt. Die gefälschten Bilder in einem heute-journal-Beitrag waren kein Ausrutscher und kein Einzelfall. ZDF-Chefredakteurin Bettina Schausten räumte in einer internen Sitzung ein: Wir haben gelogen. Das ZDF verbreitete Fake News – erst im heute journal und danach in der Krisenkommunikation.
„Wir haben den Leuten nicht die Wahrheit gesagt“: Im heute-journal und an vielen anderen Stellen des Beitragsfernsehens ist man von der eigenen Bedeutung berauscht. Man hält sich für sakrosankt. Man rechnet sich zu den Guten – und die Guten, dachte man, dürfen ihre Haltung frei bebildern. Es ist ja die richtige Haltung. Spätestens nach dem Fake-Skandal im ZDF hat diese Selbstbeweihräucherung jeden Grund verloren.
Linker Dünkel
ARD, ZDF und Deutschlandradio: Das bleibt ein finanziell teures, inhaltlich prekäres System. Ein System, das an der Spitze und der Breite zusammengehalten wird von linkem Dünkel. Linker Dünkel herrscht bei „hart, aber fair“, bei „heute“ und „Tagesschau“, in moralinsauren Krimis, pathetischen Sozialreportagen, pseudo-pluralen Talkshows, linker Dünkel bei WDR und NDR und SWR und RBB, linker Dünkel im Kopf von Dunja Hayali, Elmar Theveßen, Stephan Detjen. Und wie sie alle heißen.
Die Gestalter des Niedergangs sind bisher nicht bereit, von ihren Pfründen zu lassen. Ein Reformstaatsvertrag ist zu wenig. Das Streichen von Spartenkanälen reicht nicht. Es braucht neue Gesichter, neue Kompetenzen, ein neues Denken.
Wie wäre es mal mit einem alten, aber erprobten Konzept? Wir nennen es Journalismus.
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Alexander Kissler
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