Was macht ein Wal im Dom? Die Kirchensteuerkirche will keine Kirche mehr sein
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Alexander KisslerDie Kirchen schämen sich für den christlichen Glauben. Anders ist es nicht zu erklären, weshalb an immer mehr Stellen das irgendwie Religiöse das spezifisch Christliche ersetzt. Den Kirchensteuerkirchen geht dabei nichts über sogenannte niedrigschwellige Angebote.
Die aktuelle Folge „Kissler Kompakt“ sehen Sie hier:
Sie wollen mit den Menschen ins Gespräch kommen, haben aber nichts Eigenes zu erzählen. Sie weichen aus ins Politische oder Esoterische, in den Kitsch oder den Klimakult. Und manchmal kommt alles zusammen. So wie nun in der Fastenzeit im Dom zu Xanten. Ein lebensgroßer Wal ist dort als Kunstobjekt gestrandet. Der Wal vom Niederrhein zeigt: Wer keine eigenen Überzeugungen hat, wird billig und beliebig.
Glotzen auf den Wal
Der Wal ist ein majestätisches Tier. Aber was hat er in einem Dom zu suchen? Natürlich gibt es die biblische Geschichte von Jona und dem Wal. Doch darum geht es den Verantwortlichen nicht. Sie wollen mit dem Wal zur Fastenzeit ein handelsübliches Zeichen setzen – ein Zeichen gegen den Klimawandel.
Teile des Kirchenschiffs werden leergeräumt, damit die Kirchensteuerkirche weltliche Symbolpolitik betreiben kann. Dran glauben müssen Teile der Kirchenbänke.
Das heißt konkret: weniger betende, weniger kniende Menschen im Dom zu Xanten. Das Kunstobjekt beansprucht jenen Platz, den man Katholiken nimmt. Weniger gebetet soll werden und stattdessen gestarrt, geblickt, geglotzt – auf den Wal. Die temporäre Umgestaltung erläutert der Leiter der Marienschule Xanten so:
Erst entsteht also eine künstliche Leere. Wo etwas war, soll nichts werden. Und diese künstliche Leere wird mit einem künstlerischen Objekt gefüllt, dem Wal. Der Wal soll dem Dom eine, wie der Leiter der Marienschule sagt, „ganz andere Anziehungskraft“ schenken. Das bedeutet: Als reiner Sakralraum war der Dom defizitär. Da gab es eine Lücke in der Bedeutung, ein Vakuum in der Botschaft. Erst ein Wal macht den Dom vollständig.
Katholische Bankrotterklärung
Aus Markengesichtspunkten ist das eine Bankrotterklärung. Knapp 500 Jahre lang war die Stiftskirche sich selbst genug. Als sakramentaler Raum erfüllte sie alle Anforderungen, die man an eine katholische Kirche stellen kann.
Im 21. Jahrhundert fällt den momentanen Herren ein: Uns fehlt ein Wal. Her mit dem Wal, raus mit den Bänken! So klingt es, wenn Kirchen gefallsüchtig sind statt anstößig. Es gab auch schon riesige Planeten-Installationen in Kirchen. Der Kult um Mutter Erde ist allgemein zustimmungsfähig – das Christentum ist es nicht.
Und wie lautet die Aussage des Wals im Dom? Dazu äußert sich ein Weihbischof im Kirchensteuerbistum Münster, Herr Rolf Lohmann:
Es braucht einen Wal, um die „Botschaft von Tod und Auferstehung“ zu verdeutlichen? Herr Lohmann, der Umweltbischof der Bischofskonferenz, schwafelt. Jede Kirche, jeder Altar erzählt von Tod und Auferstehung Christi. Ein Wal ist ein Wal. Er trägt als Kunstobjekt nichts bei zu jenem Glauben, den der Weihbischof bezeugen sollte.
Bischöflisches Schwafeln
Schwafelhafte Töne sind erst recht die Phrasen von Gespräch und Austausch „mit allen gesellschaftlichen Gruppen“. So formulieren Politiker. So werben Politiker für ihre Politik.
Meint Herr Lohmann ernsthaft, nun würden alle gesellschaftlichen Gruppen, also etwa auch die Schausteller und die Handwerker und die Legastheniker, in den Dom pilgern, um ein Wal-Gespräch zu führen? Ein Gespräch über die sogenannte Klimagerechtigkeit? Ach, es ist komisch. Es ist traurig. Es ist kirchensteuerteuer.
Wer der Welt gefallen will, redet wie die Welt, handelt wie die Welt, rechnet wie die Welt. Der Wal ist das Maskottchen zur Entkirchlichung der Kirchen.
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