Mit Ricarda Lang will der linke grüne Flügel zurück an die Macht – und die Medien applaudieren
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Die Medien lieben Ricarda Lang. Und Ricarda Lang liebt den Boulevard. Die ehemalige Vorsitzende der Grünen hält im Bundestag wenig beachtete Reden. Ganz offensichtlich drängt es die Schwäbin zurück auf die große Bühne.
Lang sucht das Scheinwerferlicht. Die Medien geben es ihr. Sie sind Langs Karrierehelfer, weil viele Redaktionen aussehen wie grüne Ortsverbände. Lang wird aufgebaut, um den Grünen neue Machtoptionen zu eröffnen. Das ist durchschaubar, das hat, wie man in Langs Heimat sagt, aber auch ein Gschmäckle.
Die aktuelle Folge „Kissler Kompakt“ sehen Sie hier:
Hurra, sie läuft Marathon!
Wer die letzten Monate nicht im Winterschlaf war, der kam an Ricarda Lang nicht vorbei. Auf allen Kanälen erfuhren wir: Ricarda Lang hat abgenommen, Ricarda Lang hat geheiratet, Ricarda Lang nahm an einem Halbmarathon teil. Dank der Bild-Zeitung, Langs Karriereberatung Nummer Eins, wissen wir: Lang wollte wieder fit sein und sich selbst gehören. Darum nahm sie ab. Beim Laufen setze sie „auf das Nötigste: Proteinriegel und stilles Wasser“.
Beim Halbmarathon in Hannover trug Lang die Startnummer 32399 und kam nach 2 Stunden und 26 Minuten ins Ziel. „BILD“, schreibt Bild, „traf Lang am Vorabend des Halbmarathons zur Pasta-Party auf der Terrasse am Neuen Rathaus. Bei Nudeln mit grünem Pesto und Pinienkernen sprach sie über Training, Ziele und ihre Motivation.“
Langs Ehrgeiz erstreckt sich nicht nur aufs Laufen. Lang bedient den Boulevard, weil sie politisch neu durchstarten will. Bei Instagram sprach sie über die Gemeinsamkeiten von Marathon und Politik.
Langs Interviewpartner war der grüne Oberbürgermeister von Hannover, Belit Onay. Langs Laufen ist politisch. Wer denkt da nicht an den grünen Übervater Joschka Fischer, der über seine sportliche Gewichtsabnahme einst ein Buch schrieb mit dem Titel „Mein langer Lauf zu mir selbst?“ Lang bekommt von den Medien jedes Forum geboten, weil die Medien einen sportlichen Ehrgeiz haben: Die Grünen sollen zurück an die Spitze.
Lang ist links und feministisch
Im Live-Interview bei Stern diskutiert Lang mit Kevin Kühnert. Die Neue Osnabrücker Zeitung macht einen Hausbesuch bei Lang. Lang tritt bei Stefan Raab auf. Lang wird ausführlich und innerhalb weniger Tage befragt von der FAZ, vom Spiegel, der Zeit. Es gäbe keinen Anlass, eine Hinterbänklerin aus dem Bundestag die allergrößten Podien zu bieten. Erst die gemeinsame Interessenlage macht Lang zum Liebling der Medien.
Im WDR stellt sich Lang an die Seite von Collien Fernandes. Von deren Vorwürfen gegen den ehemaligen Ehemann Christian Ulmen ist jedoch wenig geblieben.
Lang ist Feministin und gehört dem linken Flügel an. Mit ihr klopft eine Weltanschauungspolitikerin an die Tür zur grünen Macht. Lang wirft Elon Musk vor, mit Frauenhass Geld zu verdienen. Und sie klagt den deutschen Staat an, die Würde und Freiheit von Frauen nicht zu schützen.
Das ist klassisch linke Ideologie. Oder ist es schon Delegitimierung des Staates, wenn Lang der Bundesrepublik abspricht, ein wirklicher Rechtsstaat zu sein?
Am linken Rand segelt Lang auch mit ihrer Einschätzung, Donald Trump betreibe Staatsterrorismus und sei ein Faschist. So sagte Lang es dem Südwestrundfunk.
Die Ricarda-Lang-Festspiele in den Medien haben gerade begonnen. Eine gewitzte Frau wird aufgebaut zur grün-linken Hoffnungsfigur. Man spürt die Absicht, und man ist verstimmt.
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Alexander Kissler
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