Historischer Irrsinn! Ursula von der Leyen vergleicht blutigen Ungarnaufstand von 1956 mit den aktuellen Wahlen
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Was wohl als Kompliment gedacht war, ist in Wahrheit eine Beleidigung. Und zwar eine Beleidigung, die ein ganzes Volk trifft. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat den Ausgang der ungarischen Wahlen so kommentiert: „Es ist ein Sieg für die grundlegenden Freiheiten. Ich möchte dem ungarischen Volk wirklich sagen: Ihr habt es wieder geschafft. So wie 1956, als ihr mutig aufgestanden seid. So wie 1989, als ihr als Erste den Stacheldraht durchschnitten habt.“
Der ungarische Volksaufstand von 1956 wird von Historikern auch als „Ungarische Revolution“ bezeichnet. Und das zu Recht: Es war der Kampf der freiheitsliebenden Ungarn gegen ihre Unterdrücker – die übermächtige Sowjetunion.
Wer wie ich den Ungarnaufstand als Kind im Westen miterlebt hat, hat die Schwarz-Weiß-Bilder im Fernsehen nicht vergessen: Einzelne Jugendliche, die sich sowjetischen Panzern entgegenstellen. Mutige Männer, die mit Steinen gegen Maschinengewehre kämpften. Wie zuvor der Volksaufstand am 17. Juni in der DDR und später der „Prager Frühling“ 1968 in der Tschechoslowakei, wurde die Revolution in Ungarn durch das Eingreifen des sowjetischen Militärs gewaltsam niedergeschlagen.

2. November, 1956: Mutige Ungarn kapern einen sowjetischen Panzer.
Mehr als 500 Menschen wurden hingerichtet
Der Aufstand wurde mit besonderer Härte, ja Brutalität bekämpft. Bis heute ist nicht klar, wie viele Tote der Volksaufstand kostete. Was man weiß: Mehr als 500 Menschen wurden hingerichtet, Zehntausende kamen in Internierungslager, 200.000 Ungarn flohen ins Ausland.
Was uns als Westberliner Jungen besonders aufwühlte: Es gab Untergrund-Sender, die wir hören konnten. Darin flehten Ungarn in verschiedenen Sprachen um Hilfe. Sie riefen in den Äther: „Lasst uns nicht im Stich. Rettet das freie Ungarn. Eher sterben wir, als uns zu ergeben.“ So geschah es.
Diesen vielleicht mutigsten und blutigsten Freiheitskampf der europäischen Nachkriegsgeschichte (und auch den Freiheitskampf der Deutschen 1989) mit dem Ausgang der demokratischen Wahlen im heutigen Ungarn zu vergleichen, ist unverantwortlich.
Dass dieser historische Irrsinn ausgerechnet von der EU-Kommissionspräsidentin kommt, macht es nur noch schlimmer. Wenn man so wenig von Europa weiß, sollte man Europa nicht anführen – es ist eine Schande!
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