„Indymediapop“: Wieso Danger Dans neues Lied gefährlicher ist als andere Antifa-Hymnen
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Es sind Momente wie diese, die zeigen, wie weit der Linksextremismus in die Popkultur eingedrungen ist. Der ehemalige Rapper, mittlerweile Barde „unserer Demokratie“, Danger Dan, hat pünktlich zum „Release-Friday“ ein neues Lied, „Keine Angst“, veröffentlicht. In diesem erhält der geehrte Hörer eine Anleitung, wie man eine Antifa-Zelle gründet, verwaltet und effektiv im Kampf gegen „Nazis“ einsetzt – also gegen jeden, der rechts vom Ministerpräsidenten Schleswig-Holsteins, Daniel Günther (CDU), steht. Das ZDF witterte wohl die potenziellen NIUS-Schlagzeilen und lud Danger Dan und den Pianisten Igor Levit aus einem „Satire“-Format aus.
Dan, bürgerlich Daniel Pongratz, eröffnet sein Lied mit einer Warnung: „Sie“, also der politische rechte Feind, steht offenbar kurz davor, „in den Parlamenten und auf der Straße“ zu erstarken. Offensichtlich ist damit die umfragestärkste Partei und gleichzeitig größte Oppositionspartei AfD gemeint; diese könnte bei den anstehenden Ost-Wahlen Regierungsverantwortung übernehmen. Das möchte Dan verhindern und hat dafür „eine passende Idee“.
Weiter erklärt der Piano-Aktivist, wie man sich zu einer Antifa-Zelle vernetzt, Geld sammelt und aktivistisch tätig wird. Das alles soll konspirativ geschehen. „Ihr dürft von Anfang an alles nur geheim kommunizier’n“ Doch beim Stickern und Schmieren bleibt es nicht.
„Eine Handvoll Leute reichen meistens aus
Eigene lokale Antifastrukturen aufzubau’n“
Danger Dan – „Keine Angst“
Als Nächstes schlägt Dan vor, „rechte Strukturen“ auszurecherchieren und „heimlich ihre Treffen und Demonstrationen (zu) fotografier’n“. Man soll herausfinden, wo diese arbeiten, wohnen und „mit wem sie sich umgeben“. Das alles soll in einem Antifa-Archiv gesammelt werden. Antifa-Recherchen dienten in der Vergangenheit als Grundlage für linksextreme Angriffe, wie NIUS berichtete, auch im Kontext der später im Lied erwähnten Hammerbande.
Dan erklärt optimistisch: „Irgendwie und irgendwann, kommt man an jeden Nazi ran“. Auch der Arbeitgeber, Universitäten und Schulen der vermeintlichen „Faschos“ sollen kontaktiert werden. Dan formuliert ein vorläufiges Ziel: „Mit etwas Glück kriegen sie Post oder gehen in den Knast“.
Holt den Papiermüll ab, lauft Ihnen nach
Zu Ihren Häusern, ihren Wohnungen, den Treffpunkten und Bars
Danger Dan – „Keine Angst“
Auf die Polizei soll man nicht zählen, denn „es gibt so viele Faschos bei der Polizei“ – Sicherheitsbehörden würden rechte Strukturen „nicht bekämpfen, sondern fördern“, meint Dan. Deswegen endet der Song mit einer Strophe, die eindeutige Bezüge zu linksextremem Terror aufstellt.
„Keine Angst, nehmt es selber in die Hand“, singt Dan und empfiehlt, sich zu koordinieren und zu trainieren. Wenn man zusammen kämpft, „dann kann es funktionieren“.
Am Ende sei es „eh klar, was zu tun ist“, heißt es im Lied, gefolgt von einem Gruß an die linksextreme Terrorgruppe „Hammerbande“: „Liebe Grüße an Lina, Gucci, Maja und Nanuk“.

Solidarität mit der linksterroristischen „Hammerbande“ gehört unter Linksextremisten zum guten Ton.
Pop-Antifaschismus ist eine Gefahr
Der Song ist gefährlicher als andere Antifa-Hymnen, weil Danger Dan wie ein absolutes Weichei wirkt. Er sitzt am Klavier, sieht aus wie jemand, der mit verschmitztem Blick „Schrei nach Liebe“ (Ärzte) abspielt, sobald jemand die Polizeiliche Kriminalstatistik erwähnt, und gilt auch innerhalb der linken oder gar roten Musikszene als systemtreu. Sein unglaublich unangenehmes „Midwit“-Lied „Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt“ wird von Konsorten à la „Omas gegen Rechts“ gerne zitiert.
Damit nimmt Dan eine Rolle ein, die weitaus gefährlicher ist, als Musik von Linksextremisten für Linksextremisten. Dan ist im Spektrum der alimentierten Zivilgesellschaft einzuordnen – dadurch erreicht er auch jene, die sonst keine Antifa-Anleitungen, Doxxing-Aufrufe oder Solidarität mit Linksterroristen vermittelt bekommen. Damit wird das Overton-Fenster in linksbürgerlichen Kreisen verschoben und Antifa-Romantik weiter normalisiert.
Genau wie es die NGO-Zivilgesellschaft tut, verwässert Dan die Begriffe „Faschist“ oder „Nazi“. Obwohl es bis auf einige marginale keine nennenswerten Nazi-Organisationen und keine relevanten NS-Parteien in Deutschland gibt, warnt Dan vor einer Machtübernahme durch die halluzinierten „Nazis“. Damit erklärt er jeden Rechten zum Hitleristen und durch das ewig vorherrschende Narrativ „Nazis töten“ wird Gewalt gegen ebenjene legitimiert. Antifa-Gewalt wird zur Popkultur romantisiert – wo das endet, sah man am Rande des AfD-Parteitages in Erfurt, wo Linksextremisten Journalisten von Apollo News und der Jungen Freiheit angriffen. Umso mehr sah man das bei den Reaktionen darauf, nicht nur bei den erwartbaren Freudentränen der Linksextremen, auch bei den linksbürgerlichen Stimmen. Diese sind derweil so gepolt, dass sie bei Angriffen auf „die Nazis“ (die keine sind) anfangen zu relativieren. Den Soundtrack dazu liefern Piano-Aktivisten wie Danger Dan.

Für die Antifa ist jeder Rechte ein „Faschist“.
Besonders der Aufruf, „Faschos“ zu doxxen und sie bis nach Hause zu verfolgen, sticht heraus. Erst neulich veröffentlichten Anonyme einen Aufruf auf der linksextremen Plattform Indymedia. „Jetzt liegt es an allen Antifaschist*innen in Kreuzberg, den Faschos das Leben hier zur Hölle zu machen. Organisiert euch mit den Nachbar*innen rund um die Naziimmobilien, recherchiert, wo sie sich nach Feierabend hinbegeben und werdet aktiv. Jede Aktion ist notwendig, um die rechte Raumnahme zu stoppen“, heißt es da. Noch ein paar schlechte Reime und ein Klavier, und Danger hätte sich seinen Song sparen können. Doch während Indymedia Linksextreme agitiert, versorgt Danger Dan die – zahlenmäßig der organisierten Antifa absolut überlegenen – gemäßigten Kämpfer „gegen Rechts“ mit ähnlicher Agitation.
Dans Schmonzette fällt bei genauerer Betrachtung in die Kategorie „Indymediapop“ – eine treffende Wortschöpfung des Redakteurs der Jungen Freiheit, Florian Werner.
Widersprüche: Israel, Böhmermann und die Polizei
Für „die Antifa“ ist jeder Rechte ein „Nazi“ oder „Faschist“. Für viele Linksextremisten ist Danger Dan auch einer. Seine Rap-Crew „Antilopen Gang“ wird der „Antideutschen Linken“ zugeordnet, also Linken, die sich aus Schuldfetisch-Gründen mit dem nichtlinken Israel solidarisieren. Dass dieser Staat mit seinem 2018 beschlossenen „Nationalstaatsgesetz“ unter Linken und nach dem Maßstab der „Zivilgesellschaft“ als völkisch oder rechtsextrem gilt, stört die Antideutschen nicht. Sie projizieren ihre Vision eines bunten, queeren, toleranten Regenbogenkönigreichs auf einen Staat, der ganz klar zwischen Israelis (Staatsbürgerschaft) und Juden (Volkszugehörigkeit) unterscheidet. Sollen Dans Hörer Israelis oder Zionisten jetzt auch bekämpfen? Ob für Dan die israelische Politik auch „faschistisch“ ist, ließ der Barde auf NIUS-Anfrage unbeantwortet.
Dan erklärt in seinem Text, dass man sich nicht auf die staatlichen Strukturen verlassen könne. Ironischerweise gibt die Vorgeschichte zum Song ihm minimal recht. Das Lied sollte in der „Satire“-Sendung „Die Anstalt“ vorgestellt werden. Das ZDF schritt ein und verhinderte den Auftritt. „Man sei zu der Bewertung gekommen, dass der Widerspruch zu den ZDF-Programmrichtlinien im Anschluss an die mehr als siebenminütige Live-Performance auf der Bühne nicht mehr aufzulösen gewesen wäre“, schreibt die Deutsche Presse-Agentur (dpa).
Vielleicht hätte Danger Dan seinen Genossen und ÖRR-Clown Jan Böhmermann um Unterstützung bitten sollen. Bei diesem durfte er bereits vor Jahren den „Kunstfreiheit“-Song spielen und Böhmermann könnte sich mit dem Inhalt des Songs sicherlich anfreunden. Schließlich wollte er in der Vergangenheit „nicht immer die Nazi-Keule rausholen, sondern vielleicht einmal paar Nazis keulen“.

Danger Dan zu Gast bei Jan Böhmermann (Quelle: YouTube @zdfmagazinroyale)
In der Vergangenheit äußerte sich Dan abfällig über andere Linksextreme und erklärte, dass er auch mit „Waffengewalt“ gegen diese kämpfen würde. Im Kontext der Blockupy-Proteste sagte er dem Ex-SED-Blatt Neues Deutschland 2014: „Dass das überhaupt noch geht, dass Linke sich auf so einen Unsinn einigen können, hat mich krass verwundert. Da bin ich dann doch sehr froh über Rechtsstaatlichkeit, über Polizisten, die diese Leute dann im Zaum halten. Und ich würde auch tatsächlich, wenn diese Leute sich erheben und das umsetzen wollen, was da zwischen den Zeilen angekündigt wird, dieses reiche eine Prozent – wer auch immer das sein soll –, wenn die die jetzt lynchen würden, würde ich auch auf der Seite der Polizei gegen sie kämpfen. Mit Waffengewalt.“
Vielleicht zeigte sich schon damals Dans autoritärer Wunsch nach Gewalt. Früher noch mit dem System gegen andere Linke und heute „systemkritisch“ in Einheit mit dem Staatsantifaschismus, der den Boden für Linksextreme ebnet, gegen die Opposition – oder doch nur „Faschos“
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