Merz redet von „Basisabsicherung“: Hände weg von unserer wohlverdienten Rente!
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Es sind Sätze, die Millionen Rentnern wie Hohn und Spott vorkommen müssen. Bei einer Veranstaltung des Bankenverbands sagte Bundeskanzler Friedrich Merz: „Die Rentenversicherung ist allenfalls noch eine Basisabsicherung für das Alter. Sie wird nicht mehr ausreichen, auf Dauer den Lebensstandard zu sichern.“
Dieser Satz klingt so, als wäre die Rente eine Art Sozialhilfe, die der Staat gnädigerweise für die Alten bereithält. Das Gegenteil ist der Fall: Rente ist das, was sich die Menschen in Jahrzehnten erarbeitet haben. Es ist die Summe allen Fleißes, allen Schuftens ein Leben lang. Und diese Summe ist für die meisten alles andere als üppig: Nach Zahlen des Statistischen Bundesamts bestreiten Rentnerhaushalte im Schnitt 92 Prozent ihres Einkommens aus Renten und Pensionen. Jeder Fünfte ab 65 verfügt über höchstens 1.400 Euro netto im Monat, weitere 20 Prozent über weniger als 1.790 Euro.
„Zum Mitschreiben: Die Rente ist sicher“
Die Älteren werden sich noch an die Aufregungen um die Aussagen des damaligen Arbeitsministers Norbert Blüm erinnern. Er sagte am 10. Oktober 1986 im Bundestag: „Zum Mitschreiben: Die Rente ist sicher!“ Die Frage, ob die Rente wirklich sicher war, wurde noch jahrelang diskutiert. Aber immerhin zeigte Blüm damals mit diesem Satz: Deutschlands Rentner brauchen sich um ihre Zukunft keine Sorgen zu machen. Der Staat hat seine Rentner nicht vergessen, im Gegenteil.

„Die Rente ist sicher!“ – Norbert Blüm
Es ist eine der Kernaufgaben jedes demokratischen Gemeinwesens, sich um die Menschen der älteren Generation zu kümmern. Es geht nicht um den Ausbau „kapitalgedeckter Vorsorge“, wie Merz beim Bankenverband erklärte. Die Menschen, die heute in Rente gehen, wissen vielleicht nicht einmal, wovon er redet. Ihre Kapitalquelle ist die Rentenversicherungsanstalt. Und diese Kapitalquelle ist auch die Quelle ihres meist bescheidenen Wohlstands.
Ein neuer glücklicher Lebensabschnitt
Der Tag der Rente sollte im besten Fall auch der Tag eines neuen glücklichen Lebensabschnitts sein. Ich habe das oft erlebt bei vielen ehemaligen Kollegen. In der Kaffeepause wurden Pläne geschmiedet, wohin man reisen könnte, wenn „es endlich so weit ist“. Es fielen oft Sätze wie: „Ich freue mich so auf die Rente. Hoffentlich bleibe ich noch möglichst lange fit …“
Die meisten dieser Menschen wussten, dass sie keine großen Sprünge machen können, wenn sie einmal nicht mehr arbeiten. Aber das Glück eines neuen Lebensabschnitts hängt nicht nur am Geldbeutel. Es ist das Gefühl: Ich bin auch was wert, obwohl ich nicht mehr arbeite. Ich bin kein Kapital-Element, sondern ein Mensch.
Und es gilt für alle, die genießen wollen, was sie sich selbst erarbeitet haben. Deshalb: Hände weg von unserer wohlverdienten Rente!
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