Rehbraune Augen! Die Bambi-Blamage der CDU
Ein Beitrag von
Julian ReicheltEine politische Partei, die Angst vor politischen Schmutzkampagnen hat, ist ungefähr so nützlich wie ein Feuerwehrmann, der nichts fürchtet außer das Feuer. Hier ist Bundeskanzler Friedrich Merz nach der verlorenen Wahl in Baden-Württemberg:
Noch trübseliger als die Wehleidigkeit der CDU sind nur zwei Dinge:
- Dass die CDU von links-grüner Niedertracht nach Jahren des linken Kulturkampfes so aufrichtig überrumpelt und überrascht ist.
- Dass man nicht nur wehleidig ist, sondern wehleidig-opportunistisch. Man bettelt bei denen, die einen gerade verdroschen haben, um die Dienstwagenschlüssel.
Die Botschaft von Baden-Württemberg lautet: Egal, wie verzweifelt die überwältigende Mehrheit der Menschen links-grüne Politik ablehnt, abwählt und versucht, sich aus der unaufhaltsamen Katastrophe links-grüner Planwirtschaft, Klimaideologie und Umverteilung zu befreien – am Ende bekommen sie immer eine links-grüne Regierung und eben jene Politik, die sie ärmer macht, die ihnen ihr Land immer fremder werden lässt und die den erklärten Wählerwillen offen verhöhnt und ins Gegenteil verkehrt.

Cem Özdemir und Manuel Hagel am Wahlabend im baden-württembergischen Landtag
Die CDU gewinnt ihre Stimmen in demselben Alterssegment, in dem auch der Enkeltrick funktioniert, um dann die arbeitende Bevölkerung, die von Abgaben erdrückt wird, in linke Koalitionen zu stürzen.
Die aktuelle Folge „Achtung, Reichelt!“ sehen Sie hier:
Je rechter das Land wählt, desto linker werden die Regierungen
Linke Eliten herrschen nach Belieben. Mit Macht-mathematischer Brutalität ist die sogenannte Brandmauer zum anti-faschistischen Schutzwall gegen den Willen des Volkes geworden, der jeglichen Ausbruch aus dem neuen Sozialismus unmöglich macht. Hier ist eine spannende Grafik:

Die klare Mehrheit der 16- bis 49-Jährigen wünscht sich eine schwarz-blaue Koalition, nicht Grün-Schwarz. Es sind die 60- bis 69-Jährigen und die Über-70-Jährigen, die sich wünschen, dass alles so bleibt, wie es immer war, dass politisch geschieht, was die Tagesschau vorgibt. Man muss es so klar sagen: Die Alten wählen für die Jungen eine Politik, die das deutsche Aufstiegsversprechen in eine Gewissheit des Niedergangs verwandelt. Öko-sozialistischen Wohlstand wird es genauso wenig geben, wie es jemals sozialistischen Wohlstand gegeben hat. Die CDU sagt den Menschen ins Gesicht, dass sie niemals bekommen werden, was sie gewählt haben:
Je rechter das Land wählt, desto linker werden die Regierungen, denen die CDU den Weg an die Macht ebnet. Im Bundestag herrscht die linkeste SPD-Fraktion in der Geschichte unseres Landes über den Links-ist-vorbei-Kanzler Friedrich Merz, der vor der Scham seiner grandiosen, aber wertlosen Wahlversprechen Zuflucht in seinem Regierungsflieger sucht. Inzwischen würde man sich nicht mehr wundern, wenn Merz auf einer seiner zahlreichen Reisen irgendwo Asyl beantragen würde, um dem linken Würgegriff seines heimlichen Chefs Lars Klingbeil zu entkommen.

Friedrich Merz mit seinem „heimlichen Chef“ Lars Klingbeil.
In Baden-Württemberg verhilft die CDU nun einer grünen Fraktion zur Macht, die sich nicht weniger vorgenommen hat als die totale Zerstörung der Wirtschaft im Ländle, sanft eingehüllt in den Decknamen Transformation, die das Ziel ausgerufen hat, das Land von Verbrennungsmotoren und Maschinenbau bis 2040 auf die sogenannte Klimaneutralität herunterzuwirtschaften. Jede Hoffnung ist nun begraben, dass Baden-Württemberg sich dem Krieg gegen das deutsche Auto noch einmal entgegenstellen würde. Die letzten schweren Verbrenner-Limousinen, die in Baden-Württemberg noch rollen, werden die Dienstwagen der gedemütigten, aber wirtschafts- und ordnungspolitisch skrupellosen CDU sein.
Menschen wählen keine Farbenlehre. Menschen wählen Themen, natürlich mit der Ausnahme der Grünen, die Heilsbringer wählen. Menschen wählen vor allem die Themen, bei denen sie glauben, dass sich etwas ändern muss, damit ihr Leben besser und leichter wird. Nicht nur hätte die Farbkonstellation Schwarz-Blau oder CDU-Minderheitsregierung unter Duldung der AfD eine klare parlamentarische Mehrheit. Auch die inhaltlich-thematische Überschneidung ist bei CDU und AfD eindeutig am größten: Das wichtigste Thema bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg war die Wirtschaft. Die Wirtschaft in Baden-Württemberg hängt an der Automobilindustrie. 79 Prozent der AfD-Wähler und 70 Prozent der CDU-Wähler sagen: „Ich mache mir große Sorgen, dass die Automobilindustrie in Baden-Württemberg keine Zukunft hat.“
Manuel Hagel gibt sogar offen zu, dass die Grünen, mit denen die CDU wohl regieren wird, Sozialisten sind:
38 Prozent der Wähler sagen, dass die CDU am meisten Kompetenz bei Wirtschaft hat. Die Grünen kommen auf gerade mal 13 Prozent. Bei allen Fragen zur wirtschaftlichen Kompetenz liegen CDU und AfD auf Platz 1 und 2. Den Grünen trauen CDU- und AfD-Wähler so gut wie gar nicht zu, ihre wichtigste Sorge, die Wirtschaft, zu lindern. 55 Prozent der Wähler, also die klare Mehrheit, sagen sogar, dass die Grünen sich wenig um Wirtschaft und Arbeitsplätze kümmern.
Mit einer Schmutzkampagne an die Macht
Ja, natürlich gibt es sozial erwünschtes Verhalten bei Umfragen. Natürlich scheuen Menschen, sich für eine schwarz-blaue Koalition auszusprechen. Die ARD hat diese Option übrigens nicht einmal mehr abgefragt. Aber ganz eindeutig ist es so, dass die inhaltlichen Wünsche der Mehrheit nur in einer schwarz-blauen Koalition wahr werden können. Die ehrliche Frage müsste also lauten: Wie viel von ihrem Wohlstand ist es ihnen Grün-Schwarz denn wert?
Alles deutet darauf hin, dass die CDU, die im Parlament genauso viele Sitze hat wie die Grüne Partei, sich mal wieder der von links aufgezwungenen Brandmauer-Logik ergeben, auf das Ministerpräsidenten-Amt verzichten und den Grünen zur Macht verhelfen wird. Das wäre ein neuer, aber irgendwie logischer Tiefpunkt der Selbstachtung: Wie soll man Respekt vor dem Wähler haben, wenn man nicht mal mehr Respekt vor sich selbst hat?

Der Grüne Özdemir gibt die Richtung vor – und Hagel wird mitziehen.
Die CDU hat die Wahl in Baden-Württemberg hauchzart mit rund 25.000 Stimmen verloren, weil die Grüne Partei wenige Tage vor der Wahl, als die CDU noch klar vorne lag, eine Schmutzbombe auf Manuel Hagel geworfen hat. Die grüne Bundestagsabgeordnete Zoe Mayer veröffentlichte auf Social Media einen acht Jahre alten Clip von Manuel Hagel, der inzwischen als Rehaugen-Video Politik-Geschichte geschrieben hat. Hier ist es noch einmal zur Erinnerung:
Man muss es so deutlich sagen: Wenn man seinen ganzen Wahlkampf darauf aufgebaut hat, der ultimativ sympathische Schwiegersohn-Schwabe zu sein, dann ist dieses Video das Schlimmstmögliche, was einem passieren kann. Aber natürlich ist es kein Zufall, dass Zoe Mayer dieses Video postete. Zwei Tage vorher hatte sich Zoe Mayer mit wem getroffen? Genau, mit Cem Özdemir:
Glauben Sie wirklich, dass Cem Özdemir mit Zoe Mayer Wahlkampf macht, Zoe Mayer zwei Tage später das wichtigste Video im gesamten Wahlkampf von Cem Özdemir postet und Cem Özdemir rein gar nichts damit zu tun hat? Niemand glaubt das. Besonders verdächtig ist übrigens, dass Cem Özdemir dann wenige Tage später so tut, als hätte er von dieser Zoe Mayer noch nie gehört:
„So ’ne Abgeordnete ...“ Bei Politikern muss man nicht nur ganz genau darauf achten, was sie sagen. Sondern auch auf das, was sie nicht sagen. Was sie plötzlich nicht mehr offenbaren wollen. „Meine Partei hat nix veröffentlicht.“ Wenn Cem Özdemir lügt und so tut, als hätte er von „so ner Abgeordneten“ quasi noch nie in seinem Leben gehört, dann hat er etwas zu verbergen. Was könnte das sein? Nun, wenn Sie mich fragen, dann glaube ich, dass Cem Özdemir der Architekt dieser Schmutzkampagne ist. So waren die Grünen immer. So werden sie immer sein. Nur die CDU tut so, als wüsste sie das nicht, um den Grünen weiter zu gefallen.

Zoe Mayer gratulierte Özdemir mit dieser Social Media Kachel zum Wahlsieg.
Und jetzt kommt der alles entscheidende Punkt, den ich bei aller Leidenschaft für Politik an diesem Geschäft niemals verstehen werde: Wie kann ein Manuel Hagel, wenn er noch einen Funken Selbstachtung hat, wenn er noch irgendwie in den Spiegel schauen will, wenn er nachts in wachen Stunden noch wissen will, wer er ist – wie kann dieser Manuel Hagel dann ernsthaft darüber nachdenken, Cem Özdemir mit seiner Stimme zum Ministerpräsidenten zu wählen und ihm in seinem Kabinett zu dienen?
Mal ganz menschlich betrachtet: Cem Özdemir hat dafür gesorgt, dass Manuel Hagel vor einem Millionenpublikum als übergriffiger Lustmolch dargestellt wird, der sich für Minderjährige interessiert. Cem Özdemir hat in politischer und operativer Verantwortung dafür gesorgt, dass die Hagels auf Social Media wüst beschimpft werden, dass die Frau von Manuel Hagel, die mit dem schmutzigen Geschäft Politik nichts zu tun hat, auf der Straße angeschaut wird als Frau des Mannes, der so lüstern über 15-, 16-Jährige spricht. Was die Grüne Partei, bei der Pädophilie mal im Wahlprogramm stand, mit diesem Video aussagen wollte, ist doch vollkommen unstrittig: Passen Sie auf Ihre Tochter auf, wenn Manuel Hagel in der Nähe ist. Von diesem Angriff wird sich Manuel Hagel politisch, gesellschaftlich und vermutlich auch mental nie wieder richtig erholen. Er wird für immer der mit den rehbraunen Augen sein.

Manuel Hagel erklärte nach der Wahl wie sehr die Schmutzkampagne der Grünen seine Frau und ihn belastet hat.
Jeder Mann, der weiß, wer er ist und wofür er steht, würde sagen: Liebe Freunde, regiert Ihr gern mit der grünen Niedertracht, aber ganz sicher ohne mich. Ich stehe nicht dafür zur Verfügung, meine Familie und mich in diese Selbsterniedrigung und Demütigung zu führen. Wer mich auf so ekelhafte Weise zu vernichten versucht, dem werde ich ganz sicher nicht dienen. Wer menschlich so falsch und verschlagen ist, der kann fürs Land nicht richtig sein. Das wären die Worte, mit denen Manuel Hagel zwar nicht mehr die Wahl, aber doch die Herzen und sich selbst zurückgewinnen könnte. Aber dafür bräuchte es, was es in der CDU kaum noch gibt: Mut.
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Julian Reichelt
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