Zeichen am Himmel: Warum Meteoriten so unheimlich sind
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Ein Gesteinsbrocken aus dem All verglüht in der Erdatmosphäre – und seine Trümmerteile beschädigen Häuser mitten in Deutschland. So geschehen im Hunsrück und über der Eifel. In Koblenz schlugen Trümmerteile in ein Haus, hinterließen ein Loch im Hausdach. Warum empfinden viele Menschen Meteoriten-Einschläge als etwas Unheimliches? Außer natürlich, dass sie uns auf den Kopf fallen können?
Eigentlich sind diese Steine aus dem All nichts Besonderes: Meteoriten bestehen aus Nickel-Eisen-Metall und aus sogenannten Silikaten – Material, aus der Entstehungszeit unseres Sonnensystems. Manche tragen organische Moleküle (z. B. Aminosäuren), Wasser oder wasserhaltige Minerale und Spuren von Kohlenstoff in sich.

Ein Stückchen des Meteorits, dessen Trümmerteile kürzlich ein Loch in ein Hausdach schlugen.
Die Bibel spricht von Zeichen des Menschensohnes am Himmel
Aber diese wissenschaftliche Erklärung ist nur ein Teil des Phänomens. Seit Beginn der aufgezeichneten Geschichte gelten Meteoriten als Zeichen des Himmels. In der Bibel heißt es zum Beispiel bei Matthäus 24,30: „Und dann wird das Zeichen des Menschensohnes am Himmel erscheinen, und dann werden sich alle Geschlechter der Erde an die Brust schlagen, und sie werden den Sohn des Menschen kommen sehen auf den Wolken des Himmels mit großer Kraft und Herrlichkeit.“
Der Seher Nostradamus (1503 bis 1566) wurde schon zu seinen Lebzeiten für seine prophetischen Gedichte berühmt. In je 100 zusammengefassten Vierzeilern, den sogenannten Centurien, sagte der Arzt, Apotheker und Astrologe die Zukunft voraus – auf Jahrhunderte. Das moderne Wort „Meteorit“ verwendete er nicht, aber er schrieb von „Feuer vom Himmel“, das als Vorbote für Katastrophen gedeutet wurde.

Arzt, Astrologe und Seher: Michel de Nostredame, auch „Nostradamus“ genannt.
Der Feuerball von Nostradamus
Für den Zeitraum um 2025/2026 sagen moderne Deutungen seiner Texte schwere Naturkatastrophen voraus, darunter auch Einschläge aus dem All. Allerdings muss man wissen, dass die Texte von Nostradamus ziemlich vage verfasst sind. Kritiker weisen darauf hin, dass viele dieser Meteoriten-Prophezeiungen womöglich erst nachträglich auf aktuelle astronomische Ereignisse (wie die Feuerball-Sichtungen im März 2026) projiziert werden. Anders gesagt: Die zum Teil verblüffend real erscheinenden Prophezeiungen könnten nachträglich zurechtgebogen worden sein, weil das Original sowieso keiner nachprüfen kann (Latein, Altfranzösisch).
Was vom Himmel fällt, ist unheimlich. Es scheint, dass wir auf unerklärliche Weise Angst vor dem Erklärbaren haben, wenn es vom Himmel kommt. Es ist ein bisschen wie im Film E.T. von Steven Spielberg: Wenn etwas über uns leuchtet, das sonst nicht da ist, geraten manche Menschen in Panik.

Der Meteorit bei seinem Flug über Solingen
Der hell leuchtende Meteorit, der am Sonntagabend über Westdeutschland gesichtet wurde, hat zum Beispiel in Niedersachsen zu zahlreichen Anrufen bei der Polizei geführt. Die besorgten Bürger sprachen von „feurigen Objekten, die vom Himmel fallen“. In Osnabrück hätten Anrufer von einem „Feuerball“ berichtet, der zwischen der Stadt Oldenburg und Georgsmarienhütte zu Boden gestürzt sei.
Fazit: Wenn etwas vom Himmel fällt, was eigentlich oben sein sollte, schalten viele Menschen ihren gesunden Menschenverstand ab. Vielleicht denken manche, E.T. ist bei uns gelandet. Nach allem, was wir wirklich wissen: Es war ein Stück Nickel-Eisen-Metall.
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