Wie schön, dass endlich Frühling ist
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Man kann Frühling sehen, riechen, fühlen. Und man kann ihn hören. Bitte hören Sie einmal:
Die Welt wird schöner mit jedem Tag,
man weiß nicht, was noch werden mag,
das Blühen will nicht enden.
Es blüht das fernste, tiefste Tal:
nun, armes Herz, vergiss der Qual!
Nun muss sich alles, alles wenden!
Der romantische Dichter (und Abgeordnete der Frankfurter Nationalversammlung) Ludwig Uhland (1787 bis 1862) hat in diese Verse alles reingepackt, was die Stimmung dieser Tage ausmacht. Die Meteorologen mögen einem das Wort „Frühling“ jetzt noch um die Ohren hauen, denn vor März ist wetterwissenschaftlich gar nichts mit „Winter adé“: Meteorologisch beginnt der Frühling auf der Nordhalbkugel am 1. März, kalendarisch um den 20./21. März. Aber ich finde: Was jetzt los ist draußen, ist Frühling. Was ist es denn sonst?

Das Uhlanddenkmal in Tübingen
Jeden Tag ein bisschen mehr Sonne
Der Frühling ist die Zeit des großen Wandels, jeden Tag ein bisschen mehr: ein bisschen länger und mehr Sonne, ein bisschen mehr sanfte Natur; ein paar mehr Narzissen, ein paar mehr Schneeglöckchen, ein paar mehr Osterglocken. Und jeden Tag jubilieren ein paar mehr Vögel, wenn es hell wird.
Und dennoch: Das Wunder ist plötzlich da. Es gibt einen Moment, an dem jeder erstmals Frühling empfindet. Er hat geklopft und wir haben ihm aufgemacht. Es triff jeden von uns, plötzlich und unerwartet schlägt das Glück zu und trifft uns an der einen oder anderen Stelle – manchmal auch ins Herz.
Der gesunde Menschenverstand sagt womöglich: Klar, auf den Winter folgt eben der Frühling. Die Natur verwandelt sich in ein buntes Farbenmeer, Hyazinthen färben Blumenbeete violett. Und die Fahrräder dürfen aus dem Keller, wie schön ist es, in den sonnigen Tag zu radeln.

Ein Radler genießt die Sonne am Rheinufer.
Das Leben beginnt gerade wieder von Neuem
Aber der plötzliche Frühling hat eben auch etwas, was nichts mit dem Verstand zu tun hat. Es ist etwas Ursprüngliches, etwas Archaisches. Etwas, was alle Generationen schon vor uns erlebt haben. Der Frühling ruft uns zu (gerade den Älteren): Das Leben, dieses einmalig schöne Leben, beginnt gerade wieder von Neuem.
Genieße es, freue dich. Frühling ist Leben. Du bist Leben.
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