Zwei Worte an die Junge Union: Nicht umfallen!
Ein Beitrag von
Ben BrechtkenDie deutsche Einheitsbrei-Gerontokratie muss endlich eine massive Niederlage erleiden, damit dieses Land eine Chance auf Zukunftsfähigkeit hat. Die Junge Union muss den schwarz-roten Rentenwahnsinn im Bundestag stoppen. Fällt sie um und verliert sie, verlieren wir alle.
Friedrich Merz ist in der Rentenpolitik voll auf Linie der heimlichen Kanzlerpartei SPD eingeschwenkt. Er hat noch nicht einmal den Anstand, diesen Wählerbetrug faktisch zu begründen, er flüchtet sich vielmehr in machtpolitische Argumente. „So gewinnen wir keine Wahlen“, behauptete er beim Deutschlandtag der Jungen Union, die lediglich auf die Einhaltung des Koalitionsvertrag bei der Rente pocht und eine Mehrbelastung in zwölfstelliger Höhe vermeiden will.
Ebenfalls auf diesem Trip ist der Thüringer Ministerpräsident Mario Voigt, der sich zu einer unfassbaren Aussage hinreißen ließ: „Ich verstehe das Anliegen der Jungen Gruppe, aber wir müssen jetzt nicht die Aufgaben von 2032 lösen, sondern die Probleme von 2025.“ Selten hat ein Spitzenpolitiker so deutlich ausgesprochen, dass er die Zukunft verfrühstückt, um in der Gegenwart vermeintlich die politische Macht zu behalten.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Parteikollege Mario Voigt beim Jahresempfang der CDU Thüringen Anfang November 2025 in Weimar
Konsenspolitiker und Mauschelprofiteure opfern die Zukunft Deutschlands
An der Spitze der CDU versuchen Friedrich Merz und Jens Spahn, das Zweigespann der argumentativen Tristesse und der machtpolitischen Panikmache, momentan alles Menschenmögliche, um eine Mehrheit für den Herzenswunsch der SPD im Bundestag zu organisieren. Sie schrecken dabei noch nicht einmal davor zurück, eine Verschlimmerung der Weltlage herbei zu fantasieren, sollte diese Mehrheit nicht zustande kommen. Jens Spahn selbst setzt die jungen Abgeordneten seiner Fraktion offenbar so unter Druck, dass von „politischen Folterwerkzeugen“ und einer „Bedrohung“ die Rede ist. Im Klartext: Junge Fraktionsmitglieder sollen gegen ihre eigenen Interessen stimmen und ihr Gewissen ignorieren, damit sie auch in Zukunft einen Platz in der Partei haben.
Manche Beobachter mögen dieses Vorgehen nach zwanzig Jahren Merkelismus in Deutschland für vielleicht unschön, aber doch relativ normal halten. Widerspruch: Wir erleben einen undemokratischen Krieg einer Generation von Konsenspolitikern, Mauschelprofiteuren, „Mitte“-Fetischisten und Sozi-Appeasern gegen die Vernunft, gegen verfassungsmäßige Prinzipien und gegen die Zukunftsfähigkeit Deutschlands.
Merz darf nicht länger als politischer Betrüger durchkommen
Die schwarz-rote Koalition ist das letzte Aufgebot einer abgewirtschafteten politischen Kaste, die nichts für Deutschland, aber dafür ganz viel für sich selbst erreicht. Die störrische Junge Union – geschrieben am Donnerstagabend, hoffentlich muss das nicht zurückgenommen werden – entscheidet in diesen Tagen, ob das Prinzip der politischen Gleichmacherei noch einige Zeit überleben kann oder untergeht.
Denn eines ist klar: Bekommt die Koalition keine Mehrheit in dieser Frage zusammen, dürfte es das generell mit Mehrheiten gewesen sein.
Die Junge Union muss standhaft bleiben, sie darf sich nicht einschüchtern lassen, sie muss faule Kompromisse ignorierend in die offene Abstimmung gehen. Friedrich Merz hat nichts anderes verdient, er darf nicht länger als politischer Betrüger durchkommen.

Man kann nur hoffen, dass sich Junge Union-Chef Johannes Winkel und die Junge Gruppe nicht von Machtgesten der CDU-Spitze um Merz und Spahn beeindrucken lassen, schreibt NIUS-Kommentator Ben Brechtken.
Hätten damals alle das Wissen vom Herbst 2025 gehabt, wäre dieser Mann niemals Parteivorsitzender der CDU geworden. Er fuhr einen expliziten Anti-Merkel-Kurs, nur deshalb wurde er gewählt. Er hat die Delegierten betrogen. Friedrich Merz wäre nie Bundeskanzler geworden, wenn er im Wahlkampf ehrlich gesagt hätte, dass er Billionenschulden, eine Erhöhung der Abgabenlast, die Sprengung von Kernkraftwerken und eine Ankettung an Lars Klingbeil plant. Er fuhr einen explizit konservativen Kurs. Er hat die Wähler betrogen. Friedrich Merz will seine Fraktion nicht frei abstimmen lassen, weil er weiß, dass er dann die Abstimmung verlieren würde. Er wollte seine Bundestagsfraktion stärken, jetzt will er eine möglichst schwache Fraktion haben. Er hat seine Abgeordneten betrogen. Friedrich Merz lässt die Bundestagswahl nicht neu auszählen, weil er befürchtet, dass dann seine Mehrheit verloren geht. Friedrich Merz ist nicht der Demokratie verpflichtet, sondern dem Machterhalt.
Jetzt bloß nicht auf Spahns „Warnungen“ hereinfallen ...
Die größten Feinde von Friedrich Merz – die ihn sein ganzes Leben lang begleiten – sind die Wahrhaftigkeit und die offene Abstimmung. Mit Wahrhaftigkeit hätte er nie eine offene Abstimmung gewonnen. Deshalb flunkert er entweder oder er will offene Abstimmungen verhindern.
Wenn die Abgeordneten der Jungen Gruppe dieses Trauerspiel nicht in diesen Tagen beenden, wird das Trauerspiel die ganze Union beenden. Sie dürfen sich keine Sorgen um ihre zukünftigen Posten machen, weil die Warnung vor deren Verlust eine falsche Alternative von Jens Spahn ist. Wenn sie dem Bundeskanzler eine Mehrheit der Verlogenen ermöglichen, gibt es in Zukunft keine Posten mehr. Nur ein klares „Nein!“ kann ihre politische Karriere am Leben erhalten.

Nach NIUS-Informationen soll Jens Spahn Mitgliedern der Jungen Gruppe in Gesprächen zum Rentenstreit mit dem Verlust von Listenplätzen, der Nicht-Wiederaufstellung im Wahlkreis oder gar dem Ende der politischen Karriere gedroht haben.
Schon einmal, bei der Abstimmung über die Billionenschulden, schenkten die Jungen in der Union dem Kanzler einen Vertrauensvorschuss. Was hat ihnen das gebracht? Richtig, gar nichts, außer eine AfD bei 26 Prozent und eine Union, die seit der Bundestagswahl vier Prozentpunkte in Umfragen verloren hat. Wollen sie wirklich erneut so einen Fehler begehen? Oder nicht doch ihrem verfassungsmäßigen Auftrag und damit ihrem Gewissen folgen?
Die einfachen Abgeordneten müssen den Aufstand wagen
Es wäre ein demokratischer Befreiungsschlag, eine Erinnerung an die Relevanz des einzelnen Abgeordneten, der seinen Wählern und nicht dem Bundeskanzler verpflichtet ist. Ein kleiner Schritt zurück zu einer selbstbewussten Demokratie und weg von einer Herrschaft der Hintergrund-Deals hinter verschlossenen Türen.
Nichts fürchtet die Unionsspitze mehr. Die „einfachen“ Abgeordneten der Union sollten indes nichts mehr fürchten als ein Durchregieren der Unionsspitze. Sie müssen den Aufstand wagen, sonst muss sich ganz Deutschland vor drei weiteren Jahren einer Weiter-So-Politik fürchten. Noch nie war die Junge Union so wichtig wie heute. Noch nie war die Junge Union so relevant wie heute. Möge sie dieses Momentum weise nutzen.
Alle News und Wendungen zu diesem Thema in unserem Bundestags-Liveticker.
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