Bellevue-Sanierung: Steinmeier-Behörde ließ 16-Seiten-Gutachten für Frosch-Umzug erstellen
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Was jeder Kleingärtner mit einem Eimer hinkriegen würde, beschäftigt in Berlin ganze Kommissionen ...
Während sich der Umzug von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier verzögert, läuft ein anderer Umzug längst auf Hochtouren – nämlich der der Frösche aus dem Schlosspark Bellevue.
Schloss Bellevue soll umfassend saniert werden. Für rund 601 Millionen Euro sollen unter anderem Leitungen, Gebäudetechnik und Infrastruktur erneuert werden. Die Arbeiten werden sich – so der Plan – über acht Jahre hinziehen. Steinmeier muss deshalb in ein Übergangsquartier nahe dem Berliner Hauptbahnhof ausweichen – sein eigener Umzug wurde allerdings gerade noch mal verschoben.
Die Frösche aus dem Schlossteich sind aber jetzt schon dran. Noch vor Beginn der Bauarbeiten müssen die Amphibien aus ihrem bisherigen Teich in ein anderes Gewässer ziehen. Der Bellevue-Teich wird im August der Baustelle weichen.

Gemeinsam mit König Charles pflanzte Bundespräsident Steinmeier 2023 eine Manna-Esche im Schlossgarten.
Gutachten und detaillierte Dokumentation
Natürlich hätte man die Umsiedlung der Tiere kostenschonend und hemdsärmelig in Angriff nehmen können – in jedem anderen Land! In Berlin wurde aber erst mal ein umfangreiches und selbstverständlich kostenintensives Konzept erstellt. Ein spezialisiertes Ingenieurbüro entwickelte ein 16-seitiges Gutachten, das genau regelt, wie Frösche und Molche einzufangen und in ein neues „geeignetes Zielbiotop“ zu bringen sind, berichtet der Spiegel.
Seit März läuft die Aktion: Mit Bodenfallen und Eimern werden die Tiere täglich eingesammelt und in einen größeren Teich umgesetzt. Bisher wurden laut Bericht 118 Molche und 39 Frösche umgesiedelt. Begleitet wird das Ganze von detaillierter Dokumentation – inklusive Wetterdaten.
Was der Frosch-Umzug im Rahmen der Sanierung von Schloss Bellevue konkret kostet, will das Bundespräsidialamt laut Spiegel nicht beziffern. Stattdessen verweist man auf die Gesamtkosten für „Außenanlagen und Infrastruktur“ in Höhe von 162 Millionen Euro. Darin enthalten: Sicherheitsanlagen, Wege, Geothermie – und eben auch die Umsiedlung der Amphibien.
Rechtlich sei der Aufwand vorgeschrieben. Bei den Tieren handelt es sich um besonders geschützte Arten, deren Umsetzung strengen Vorgaben unterliegt. Selbst Ausnahmen für Fangmethoden mussten beantragt werden.
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