Bundesregierung finanziert Antirassismus-Seminare, bei denen weiße Menschen nicht erwünscht sind
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Björn HarmsDie Bundesregierung finanziert monatlich stattfindende Seminare, bei denen „weiß-privilegierte“ Menschen nicht erwünscht sind. Verantwortlich für die Inhalte ist der steuerfinanzierte Verein „IDA“, der in Broschüren gegen Weiße polemisiert und „Rechts“ mit „Rechtsextremismus“ gleichsetzt. Die Leiterin der Seminare postet in den sozialen Medien brennende Polizeiautos, versehen mit dem Hinweis: „There is no justice.“
Das „Informations- und Dokumentationszentrum für Antirassismusarbeit“, kurz IDA, lädt für die erste Jahreshälfte zu mehreren Online-Seminaren, um einen „digitalen Empowermentraum“ zu ermöglichen. Die Veranstaltungen richten sich an „Jugendverbandler:innen, die Rassismus- und/oder Antisemitismuserfahrungen machen“, wie es in der Ankündigung heißt. Doch nicht alle Menschen sind eingeladen, sich am 23. Februar, 23. März, 27. April, 1. Juni oder 29. Juni über den passenden Zoom-Link zuzuschalten.
Bitte die Pronomen nennen!
„Das Angebot richtet sich nicht an weiß-privilegierte Menschen“, heißt es in der Ankündigung der Veranstaltungsreihe. „Empowermenträume“ seien „geschützte Räume“, in denen Menschen „mit ähnlichen Diskriminierungserfahrungen“ zusammenkommen. „In Strukturen wie Jugendverbänden, die mehrheitlich weiß geprägt sind, können Empowermenträume für Menschen, die Rassismus- und/oder Antisemitismuserfahrungen machen, eine große Bedeutung haben.“ Auf die Hautfarbe wird also geachtet, immerhin beim Alter bleibt man tolerant: „Es ist offen für alle Altersgruppen.“ Für die Anmeldung ist es zudem erforderlich, seine Pronomen zu nennen.

Mit diesem Plakat wird für die Veranstaltung geworben.
In diesem Jahr fließen aus dem Bundesfamilienministerium 330.364 Euro an den durchführenden Verein. Insgesamt finanzierte das Ministerium die Düsseldorfer NGO seit 2020 mit rund 1,6 Millionen Euro. Für die Veranstaltung werben die Antirassismus-Aktivisten zudem mit dem Logo der Bundeszentrale für politische Bildung, die im Geschäftsbereich des Bundesinnenministeriums liegt.
Seminarleiterin postet brennende Polizeiautos
Geleitet werden sollen die Seminare von Sandra Karangwa, einer „Schwarzen Empowerment- und Anti-Rassismustrainerin“. Karangwa stammt aus Burundi und lebt schon seit den 1970er Jahren in Deutschland. Längere Zeit arbeitete sie beim Antidiskriminierungsbüro Köln, das durch die Landesregierung in Nordrhein-Westfalen finanziert wird. Ihren „Schwerpunkt legte sie dabei auf das ‚Empowerment für rassifizierte Menschen‘“. Seit 2012 ist sie zusätzlich als Museumspädagogin im Kunstmuseum Bonn tätig.
Ihre aktivistische Arbeit wird also vom deutschen Staat finanziert – ihr Feindbild jedoch bleibt die deutsche Mehrheitsgesellschaft. Schließlich zeige sich „Anti-Blackness noch überall“. Auf ihrem Instagram-Kanal propagiert sie zudem offenen Hass gegen die vermeintlich rassistische Polizei. Am 27. April vergangenen Jahres postete sie ein brennendes Polizeiauto, verbunden mit dem Hinweis: „There is no justice, there is just us.“ Hintergrund ihres Postings waren die tödlichen Polizeischüsse auf den 21-jährigen Lorenz A. in Oldenburg.

Seminarleiterin Sandra Karangwa postete dieses Bild bei Instagram.
Das Bundesfamilienministerium will für die anti-weißen Ausfälle und die Gewaltaufrufe gegen die Polizei keine Verantwortung übernehmen. „Veröffentlichungen und Veranstaltungen der jeweiligen Träger stellen keine Meinungsäußerung des BMBFSFJ dar“, heißt es auf Nachfrage von NIUS. „Für inhaltliche Aussagen tragen die Zuwendungsempfänger/Projektträger die Verantwortung.“
Die Bundeszentrale für politische Bildung hingegen bestätigt, dass im vergangenen Jahr drei Projekte mit insgesamt 4.500 Euro bezuschusst wurden. Für das Jahr 2026 sei ein Jahreskontingent in Höhe von 5.000,00 Euro bewilligt worden. Die angesprochene Veranstaltung sei mit dem Titel „Veranstaltungsreihe online Empowermentangebote für Jugendverbandler:innen“ zur Förderung beantragt worden. Die Förderung werde derzeit geprüft.
Das Bundesinnenministerium von Alexander Dobrindt (CSU), in dessen Geschäftsbereich die Bundeszentrale für politische Bildung liegt, bestätigt die offene Bewilligung. „Eine Bewilligung der benannten Veranstaltung ist nicht erfolgt. Die Prüfung dauert an“, teilt ein Sprecher mit. Fragen zu den Inhalten der Seminarreihe werden nicht beantwortet.
Schuld am Übel der Welt ist die weiße Mehrheitsgesellschaft
Nicht nur die Ankündigung der Seminarreihe, auch andere Publikationen der Düsseldorfer NGO werden von einer anti-weißen Tendenz durchzogen. Stets wird ein Rassismus der „weißen Dominanzgesellschaft“ als die Wurzel allen Übels gesehen. „Es ist die ‚weiße Art‘, Dinge zu tun, die kulturelle, soziale und politische Normen durchgesetzt hat“, heißt es in einer Broschüre, für die Grünen-Politikerin Claudia Roth das Vorwort geschrieben hat.
Weiße hätten „die Ideologien bzw. Vergleiche der Überlegenheit und Unterlegenheit“ eingeführt, schreiben die Autoren. Sprache werde verwendet, „um weiße Überlegenheit zu bekräftigen“. Unter dem Motto: „Was bedeutet es, weißer Antirassist zu sein?“ bietet der Verein ganze Seminare zur ewigen Schuld von Weißen an.
Viele Weiße würden „ihr eigenes Weißsein verleugnen“, beklagt man, denn es bedeute „eine eigene traditionelle Beteiligung an Rassismus aufgrund des eigenen Weißseins“. Dazu heißt es: „In dieser Phase fühlen sie sich nicht wohl in einer weißen Umgebung oder in Weißen Gruppen. Es fällt einfach schwer zu akzeptieren, dass man selbst Weiß und ein Teil des Problems ist.“

Rassismus der „weißen Dominanzgesellschaft“: Claudia Roth schrieb das Vorwort einer der publizierten Broschüren der Düsseldorfer NGO.
Integration wird abgelehnt
Institutioneller Rassismus führe dazu, „dass der Zugang zu Ressourcen, Partizipation und Anerkennung sowie die Möglichkeiten, ihre Potenziale auszuschöpfen, für BIPoC* trotz des Gleichheitsgrundsatzes strukturell eingeschränkt sind, während weiße Personen dabei privilegiert sind“, heißt es in einem Glossar des Vereins. Dort ist ebenfalls zu lesen, dass man Integration als „ein Mittel“ ablehnt, um „Macht und weiße Privilegien abzusichern und Dominanz auszuüben“.
Kürzlich hatte der Verein auch eine Anti-Rechts-Broschüre veröffentlicht, in der „Rechts“ mit „Rechtsextremismus“ gleichgesetzt wurde. NIUS berichtete exklusiv. Die Broschüre trägt den Titel „Stark gegen Rechts: Jugendverbände gegen rechte Einflussnahme“. Jugendliche sollen „ermutigt“ werden, sich „klar gegen Rechts zu positionieren“. In der Broschüre heißt es: „Rechts steht kurz für Rechtsextremismus, Rechtspopulismus oder die Extreme Rechte. Weitere verwendete Begriffe sind Rechtsradikalismus, Rechtsterrorismus, Rechtsruck oder Neue Rechte.“ Wer rechts denkt, wird hier also in die Nähe von Terrorismus gerückt.
Im Impressum der Broschüre wird das Bundesfamilienministerium explizit als Förderer verzeichnet. Das Ministerium von Karin Prien (CDU) finanziert also mit dem Geld des Steuerzahlers einen privaten Verein, der eine politische Position bekämpft, die völlig verfassungskonform ist. Den Jugendverbänden in Deutschland werden hier Tipps gegeben, wie sie „mit rechten Tendenzen von Mitgliedern pädagogisch“ umgehen können und „wie die Aufnahme rechter Mitglieder verhindert oder rechtsoffene Mitglieder ausgeschlossen werden können“.
Linke Schlagseite des Vereins
Die personelle Zusammensetzung des Vereins weist dabei Überschneidungen in die Politik auf – mit einer deutlich linken Schlagseite. Eine der Co-Autorinnen des Papiers, Lea Winterscheidt, war beispielsweise Sprecherin der Grünen Jugend in Köln. Die Vorsitzende des Vereins, Zehra Bulut, kandidierte auf Kommunalebene für die SPD. Vize-Vorstand Lisa Fullert ist Kreistagsabgeordnete für die SPD. Gleichzeitig engagiert sie sich im Deutschen Gewerkschaftsbund.
Chef des Vereins ist der Migrationslobbyist Ansgar Drücker, der gleichzeitig auch den Verein „Flüchtlinge willkommen in Düsseldorf“ führt. In der ARD-Tagesschau wurde er kürzlich zur Kölner Silvesternacht 2015/16 befragt. Seine Antwort: „Es ist ein markantes Datum. Aber nicht das Ende der Willkommenskultur.“
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