Grüne Fraktion im Bundestag gründet eigenen Wirtschaftsbeirat
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Die Bundestagsfraktion der Grünen gründet einen eigenen Wirtschaftsbeirat mit rund 50 Mitgliedern. Darüber berichtet das Handelsblatt. Das Gremium hält überraschende Personalien bereit und soll am 2. März das erste Mal tagen.
Grund für die Maßnahme dürften Umfragen sein, die den Grünen immer wieder wenig Kompetenz in Wirtschaftsfragen attestieren. Katharina Beck, Wirtschafts- und Finanzpolitikerin der Fraktion, will nun im Austausch mit den Unternehmensvertretern die eigenen Vorschläge besser abgleichen. „Wir wollen einen vertrauensvollen Raum schaffen, in dem wir regelmäßig konstruktive, gern auch kritische und vor allem konkrete und realistische Perspektiven gewinnen“, sagt sie dem Handelsblatt.
Mitglieder des Gremiums sind unter anderem:
Leonhard Birnbaum
Der Vorstandsvorsitzende von Deutschlands größtem Energieversorger Eon, Leonhard Birnbaum, ist eine überraschende und die bekannteste Personalie. Er gilt nicht gerade als Freund der Energiewende, bezeichnete sie zuletzt als „extrem teuer“.

„Wir haben Ziele definiert für die Energiewende, darüber, was wir machen müssen, um 2045 klimaneutral zu sein. Die haben wir dann runtergebrochen in Unterziele. Wir haben eine saubere Planwirtschaft aufgesetzt“, sagte Birnbaum in einem Podcast.
Dirk Jandura

Dirk Jandura ist der Präsident des Außenhandelsverbands BGA und Geschäftsführer des Elektrogroßhändlers Obeta. Er gilt laut Handelsblatt als strenger Ordnungspolitiker.
Hagen Pfundner

Der gelernte Apotheker ist Chef von Roche, einem der weltweit größten Pharmakonzerne. Sein Unternehmen hat mehr als 100.000 Mitarbeiter und kommt bisher gut ohne staatliche Hilfen zurecht.
Simone Menne

Simone Menne ist eine deutsche Ex-Managerin, die vor allem durch ihre Tätigkeit als Finanzvorstand bei Lufthansa und in führenden Positionen bei Unternehmen wie Boehringer Ingelheim und Deutsche Bank bekannt wurde. Heute sitzt sie in mehreren Aufsichtsräten großer Unternehmen und ist seit einigen Jahren Mitglied bei den Grünen. Gleichzeitig pflegt sie transatlantische Beziehungen als Präsidentin der Amerikanischen Handelskammer in Deutschland (AmCham Germany).
Stefan Kapferer

Der Chef des Stromnetzbetreibers 50hertz, Stefan Kapferer, profitiert von der Energiewende. Zum Ausgleich der Stromschwankungen müssen seine Mitarbeiter immer wieder eingreifen und kassieren dafür Millionen. Kapferer hat auch in der Politik Erfahrungen gesammelt, war einst Staatssekretär von Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP).
Marie Jaroni

Als Chefin von Thyssenkrupp Steel muss Marie Jaroni Milliarden einsparen. Standorte werden geschlossen. 11.000 Stellen sollen bis 2030 gestrichen werden. Der Konzern versucht gerade, von fossilen auf erneuerbare Energien umzustellen.
Außerdem sind Vertreter weiterer Großunternehmen wie Siemens, SAP und dm Teil des neuen Gremiums.
Insbesondere seit der Amtszeit von Wirtschaftsminister Robert Habeck haben die Grünen in wirtschaftspolitischen Fragen viel Vertrauen eingebüßt. Nun will Katharina Beck mit dem Gremium Vertrauen zurückgewinnen.
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