Exklusive INSA-Umfrage in Sachsen-Anhalt: Nur 16 Prozent zufrieden mit Bundesregierung
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Die Stimmung in Sachsen-Anhalt ist vor der Landtagswahl im September von tiefer Unzufriedenheit geprägt – sowohl gegenüber der Bundesregierung in Berlin als auch gegenüber der Landesregierung in Magdeburg. Das zeigen neue Detailauswertungen der aktuellen INSA-Umfrage für NIUS. Besonders auffällig: Die Unzufriedenheit zieht sich inzwischen durch nahezu alle gesellschaftlichen Gruppen und Parteianhängerschaften.
Nur 16 Prozent der Befragten sind mit der Bundesregierung zufrieden, ganze 80 Prozent äußern hingegen Unzufriedenheit. Dabei überwiegt vor allem die harte Ablehnung: 57 Prozent geben an, „sehr unzufrieden“ zu sein, weitere 23 Prozent „eher unzufrieden“. Lediglich zwei Prozent zeigen sich „sehr zufrieden“.

Vor allem unter den Anhängern der AfD, der Linken und des BSW fällt das Urteil vernichtend aus. 91 Prozent der AfD-Wähler, 93 Prozent der Linken-Anhänger und sogar 94 Prozent der BSW-Wähler sind mit der Bundesregierung unzufrieden. Doch selbst unter den Wählern der Grünen liegt die Unzufriedenheit bei bemerkenswert hohen 82 Prozent. Nur unter CDU-Anhängern hält sich das Lager der Zufriedenen und Unzufriedenen mit 48 zu 50 Prozent nahezu die Waage.

Regierungskrise reicht bis tief in die politische Mitte
Besonders brisant ist dabei, dass die Ablehnung der Bundesregierung längst nicht mehr auf klassische Oppositionslager beschränkt bleibt. Selbst unter SPD-Anhängern sind nur 21 Prozent zufrieden, drei Viertel äußern Unzufriedenheit. Bei FDP-Wählern liegt die Unzufriedenheit sogar bei 67 Prozent. Damit zeigt sich ein bemerkenswerter Befund: Die Bundesregierung verliert selbst in den eigenen oder ehemals nahestehenden politischen Milieus massiv an Rückhalt. Die Krise der Berliner Ampelpolitik reicht tief bis in die politische Mitte hinein.
Auch zwischen Männern und Frauen zeigen sich Unterschiede. Männer bewerten die Bundesregierung noch einmal deutlich negativer als Frauen. 85 Prozent der Männer äußern Unzufriedenheit, bei Frauen sind es 74 Prozent. Zufrieden mit der Bundesregierung sind lediglich 13 Prozent der Männer und 19 Prozent der Frauen.
Landesregierung schneidet besser ab – aber ebenfalls mit deutlicher Negativbilanz
Etwas weniger dramatisch, aber ebenfalls klar negativ fällt die Bewertung der Landesregierung in Sachsen-Anhalt aus. Nur 30 Prozent der Befragten äußern Zufriedenheit mit der Politik der Landesregierung, 62 Prozent sind unzufrieden.

Vor allem AfD-Anhänger lehnen die Landesregierung massiv ab: 86 Prozent äußern Unzufriedenheit. Auch unter den Wählern des BSW liegt die Ablehnung mit 80 Prozent extrem hoch. Selbst bei Grünen-Wählern überwiegt die Unzufriedenheit deutlich.
Die CDU kann dagegen zumindest ihr eigenes Lager noch vergleichsweise geschlossen hinter sich halten. 69 Prozent der CDU-Wähler zeigen sich mit der Landesregierung zufrieden. Dennoch sind selbst dort fast drei von zehn Anhängern unzufrieden – ein Warnsignal für Ministerpräsident Sven Schulze und die Union.

Frauen urteilen kritischer über Magdeburg
Auffällig ist auch bei der Landespolitik der Unterschied zwischen Männern und Frauen. Männer bewerten die Arbeit der Landesregierung deutlich positiver als Frauen. Während 36 Prozent der Männer zufrieden sind, sind es bei Frauen nur 25 Prozent. Umgekehrt liegt die Unzufriedenheit unter Frauen mit 64 Prozent noch einmal höher als bei Männern mit 59 Prozent.

Gesundheit, Sicherheit und Wirtschaft dominieren den Wahlkampf
Besonders aufschlussreich ist auch die Frage nach den wichtigsten Themen für die Landtagswahl 2026. Ganz oben steht das Thema Gesundheit und Pflege. 38 Prozent nennen Gesundheitsversorgung, Pflege und die Verfügbarkeit medizinischer Einrichtungen als eines der drei wichtigsten Themen. Dahinter folgen Sicherheit mit 34 Prozent sowie Wirtschaft ebenfalls mit 34 Prozent. Bildung erreicht 32 Prozent, Arbeit und Migration jeweils 31 Prozent.

Dabei zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Generationen. Ältere Wähler legen besonders großen Wert auf Gesundheit und Sicherheit. Unter den 60- bis 69-Jährigen nennen 47 Prozent Gesundheit als zentrales Thema, bei den über 70-Jährigen sind es immer noch 41 Prozent.
Jüngere Wähler setzen dagegen andere Schwerpunkte. Bei den 30- bis 39-Jährigen spielt vor allem Arbeit, Sicherheit und Wirtschaft eine zentrale Rolle. Migration gewinnt wiederum besonders bei älteren Gruppen stark an Bedeutung: Bei den 50- bis 69-Jährigen nennen jeweils mehr als 40 Prozent das Thema als wahlentscheidend.

Männer und Frauen setzen unterschiedliche Prioritäten
Auch zwischen Männern und Frauen zeigen sich deutliche Unterschiede. Frauen nennen Gesundheit mit Abstand am häufigsten. 42 Prozent der Frauen sehen darin eines der wichtigsten Wahlkampfthemen, bei Männern sind es 33 Prozent. Männer priorisieren dagegen stärker Wirtschaft, Umwelt und soziale Fragen. Frauen wiederum legen deutlich mehr Wert auf Sicherheit und Migration.

Die neue INSA-Umfrage im Auftrag von NIUS hat ergeben, dass die AfD ihre dominierende Stellung in Sachsen-Anhalt weiter ausbaut – und einen Rekordwert erreicht. Wenn am Sonntag Landtagswahl wäre, käme die Partei auf 42 Prozent. Das sind vier Punkte mehr als in der vorherigen Erhebung. Die CDU verliert weiter und fällt auf 24 Prozent. Der Abstand zwischen beiden Parteien wächst damit auf 18 Prozentpunkte.
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