Diese drei Buchhandlungen kriegen den Steuergeld-Preis von Wolfram Weimer – Hammerbanden-Solidarität, roter Kommunistenstern, „Arbeitet nie!“
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Felix PerrefortDer Deutsche Buchhandlungspreis des Bundes sorgt derzeit für heftige Kontroversen. Kulturstaatsminister Wolfram Weimer zeichnet damit jährlich rund hundert Buchhandlungen aus – und verteilt dabei staatliche Preisgelder von bis zu 25.000 Euro pro Geschäft. Finanziert wird der Preis aus dem Bundeshaushalt.
Ausgezeichnet werden vor allem kleinere Buchhandlungen mit einem Jahresumsatz von unter einer Million Euro. Die große Mehrheit der Preisträger erhält 7.000 Euro, besonders herausragende Buchhandlungen 15.000 Euro, die drei besten sogar 25.000 Euro.
Doch unter den ausgezeichneten Geschäften befinden sich auch Buchhandlungen mit einem dezidiert politischen Profil – teilweise knietief im linken Aktivisten-, Autonomen- und Antifa-Milieu verankert. Warum prämiert der Staat linken Extremismus und Radikalismus?
Rotfront!
Einer der prämierten Läden ist die Karl-Marx-Buchhandlung in Frankfurt. Bereits der Name verweist auf die ideologische Tradition des Ladens. Im Schaufenster prangt der fünfzackige Stern, der als klassisches Symbol des Sozialismus und Kommunismus gilt und den Weg in die klassenlose Gesellschaft leuchten soll.

Man hört diese Buchhandlung quasi singen: „Völker, hört die Signale …“
Karl Marx sticht hier als große Ikone hervor. Man kennt nur eine Farbe: Rot.

Immerhin: Diese Marxisten sind keine Weihnachtsmuffel.
Selbstredend zeigt man sich in der Karl-Marx-Buchhandlung auch solidarisch mit den drei linken Buchläden, die kürzlich vom Deutschen Buchhandlungspreis ausgeschlossen worden sind – mithilfe einer roten Kachel.

Die Buchhandlung „Rote Straße“ beschreibt sich selbst als „Antifa-Area“.
Lesen Sie zu diesen drei Buchhandlungen auch: Linke kritisieren, dass Weimer linksextreme Buchhandlungen nicht fördern möchte – Radikale prämiert er trotzdem
Steuergeld für Antifa-Buchhandlung
Weniger orthodox marxistisch, dafür umso woker gibt sich der Glitch Bookstore in München, der auch mit Steuergeld prämiert wird. Laut Selbstbeschreibung ist man ein „queerfeministisches Kollektiv“, das „safer space und gleichzeitig brave space für queere Menschen“ sein will. In einem Beitrag auf Instagram solidarisiert sich die Buchhandlung mit „Maria Cristina“, einer „schwarzen trans-migrantischen Frau“ – sprich einem Mann – und ruft im selben Atemzug zur Zerstörung aller Grenzen auf. Der Grund für die linke Wut: „Maria Cristina“ sitzt im Männertrakt der JVA Stadelheim ein.

Auch um „whore solidarity“ wird geworben, sprich: Hurensolidarität.
In einem anderen Beitrag stellt sich die mit Steuergeld prämierte Buchhandlung an die Seite der brutalen Hammerbande, deren Mitglieder für schwerste lebensgefährliche Gewalt angeklagt und verurteilt wurden.

Im Weltbild der Betreiber dieser Buchhandlung stehen Antifa-Brutalos offenbar über dem Gesetz.
Wie autonom lebt man auf Steuergeld?
In der ebenfalls von Weimer geehrten Bibabuze-Buchhandlung ist klar: Hier geht die linksradikale Szene ein und aus. Bei einer Buchpräsentation in dem Düsseldorfer Buchladen betrachtet man die eigene Szene mitunter „aus FLINTA-Perspektive“. FLINTA ist im Woke-Sprech ein Akronym für Frauen, Lesben, Intergeschlechtliche sowie sogenannte nichtbinäre, trans- und agender Menschen. Old-School-Feministinnen werfen diesem Konzept vor, Frauen unsichtbar zu machen.

Nele und Fini glauben, sie seien FLINTAs.
Auch zu Sozialismus- und Anarchismus-Theorien gibt es in der Buchhandlung ordentlich Lesefutter.

Bei diesem Anblick geht linksradikalen Bücherwürmern das Herz auf.
Antifas und Autonome fühlen sich hier pudelwohl – aber warum nicht etwas mehr Eintritt nehmen und dafür auf die Staatsknete des Kulturstaatsministers verzichten? Vielleicht liegt es daran, dass man im Bibabuze zum Arbeiten und Geldverdienen eher eine krisenhafte Beziehung pflegt, wie etwa folgende Lesung, die mit dem Imperativ „Arbeitet nie!“ titelt, nahelegt.

Berufsrevolutionär statt Beruf: Wo die Menschheit befreit werden will, ist Lohnarbeit eher lästig.
Am Ende bleibt eine paradoxe Situation: Buchhandlungen aus dem linksradikalen und autonomen Milieu, die Kapitalismus und Staat verachten, lassen sich ausgerechnet vom Staat prämieren. Der Deutsche Buchhandlungspreis wird so unfreiwillig zu einer Art Subventionsprogramm für jene Szenen, die den Staat ideologisch ablehnen und bekämpfen. Und Wolfram Weimer, der einst ein konservatives Manifest schrieb, fungiert nun als ihr Schirmherr – eine weitere Absurdität der bunten Republik.
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