Verfasser arbeitet mit Klimaterror-Vordenker zusammen: NIUS im Fadenkreuz einer Grünen-Antifeminismus-Studie
Ein Beitrag von
Emanuela SutterEine neue Antifeminismus-Studie erklärt Berlin zum Zentrum frauenfeindlicher Netzwerke. Der Vorwurf: Medien wie NIUS oder Apollo News würden mit konservativen Vereinen wie der Hayek-Gesellschaft unter einer Decke stecken und gezielt „anti-queere und autoritäre Narrative“ verbreiten. Der Verfasser der Untersuchung, Andreas Kemper, ist kein neutraler Wissenschaftler: Der Soziologe ist im linksradikalen Milieu aktiv und arbeitet mit dem Kopf des linksextremen Kollektivs Çapulcu zusammen.
Die deutsche Bundeshauptstadt sei Drehscheibe antifeministischer Netzwerke: Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung, die im Auftrag der Grünen durchgeführt wurde. Von der deutschen Hauptstadt aus würden international vernetzte konservative, rechte oder religiöse Bewegungen und Medien ihre Ideologien verbreiten, beschreibt die Analyse mit dem Titel „Antifeminismus in Berlin. Eine demokratiepolitische Herausforderung“.
Vorwurf: Gezielte Medien-Kampagne gegen Frauke Brosius-Gersdorf
Die Untersuchung wirft „rechten (Medien-)Netzwerken“ vor, gezielt „Kampagnen“ aufzubauen, die dann von konservativen Vereinen verbreitet würden. Als konkretes Beispiel wird der Fall der Juraprofessorin Frauke Brosius-Gersdorf genannt, die von der SPD für ein Richteramt am Bundesverfassungsgericht nominiert worden war. Nachdem durch mediale Berichterstattung ihre rechtlichen Positionen zur Menschenwürde und Abtreibung bekannt wurden, regte sich Widerstand aus der CDU/CSU-Fraktion. Schließlich zog Brosius-Gersdorf ihre Kandidatur im August 2025 zurück.

Der Rücktritt Brosius-Gersdorfs als Verfassungsrichterkandidatin im August 2025 ist der Studie zufolge auf eine gezielte Zusammenarbeit rechter Medien, Influencer und Vereine zurückzuführen.
Dass Zeitungen über Hintergründe und Weltanschauungen öffentlich wirksamer Personen berichten, ist eigentlich ein normaler Vorgang in Demokratien. Anscheinend nicht für die Verfasser der Untersuchung. Sie unterstellen dem Onlinemedium Apollo News, eine „Kampagne gegen Brosius-Gersdorf“ angestiftet zu haben. Der Artikel über die Juraprofessorin „arbeitet mit starkem Framing und stellt eine oder mehrere Personen als Skandalfall dar. Dabei wird das Thema häufig stark personalisiert und mit Schlagworten zugespitzt, die starke Emotionen ansprechen“, heißt es in der Analyse.
Am Pranger: NIUS, Tichys Einblick, Junge Freiheit, Hayek-Gesellschaft
Dann wird beschrieben, wie „antifeministische, anti-queere und autoritäre Narrative“ angeblich weiterverbreitet werden. „Andere rechte Medien-Plattformen wie NIUS oder die Junge Freiheit greifen diese Darstellung auf. Sie wiederholen die Erzählung und spitzen sie teils weiter zu. Über soziale Medien verbreitet sich die Darstellung weiter“, ist auf Seite zehn des Dokuments zu lesen. Weitere Medien, die laut der Untersuchung zu „antifeministischen Akteuren“ zählen, sind Achse des Guten und Tichys Einblick. Sogar die ehemalige NIUS-Autorin Birgit Kelle wird namentlich erwähnt.

Diese Grafik stammt aus der Expertise über angeblichen Antifeminismus.
Ins Visier nimmt der Verfasser der Untersuchung, der Soziologe und linke Aktivist Andreas Kemper, auch die in Berlin ansässige Friedrich A. von Hayek-Gesellschaft. Der Thinktank setzt sich für klassisch-liberale und marktwirtschaftliche Ideen ein. Die Hayek-Gesellschaft würde „ideologische Vermittlungsarbeit leisten“ und „wirtschaftsliberale Zuspitzung mit antifeministischen Positionen verbinden“.
Männer- und Väterrechtsvereine verbreiten „Maskulinismus“
Auf einer Abbildung teilt die Untersuchung „antifeministische Strukturen in Berlin“ in drei Kategorien ein. „Völkisch / nationalistisch“ seien etwa die AfD Berlin, die AfD-Jugendorganisation „Junge Alternative Berlin“ oder die Junge Freiheit. Auch die Bibliothek des Konservatismus zähle zu dieser Kategorie.
Unter „neoliberal / rechtslibertär“ fallen unter anderem die Liberalen Männer, ein mittlerweile überparteilicher Verein, der 2017 als FDP-naher Verein gegründet wurde. Auch weitere Männerrechts- und Väterrechtsbewegungen wie etwa „Väteraufbruch für Kinder“ werden genannt. Die Untersuchung wirft diesen legitimen Männer-Interessenvertretungen vor, „Maskulinismus“ zu verbreiten.

Diese Grafik der Expertise zählt angeblich antifeministische Vereine und Medien auf.
Auch auf christliche Organisationen und Pro-Life-Vereine hat es die Untersuchung abgesehen. Erwähnt werden die katholische Gemeinschaft „Institut St. Philipp Neri“ oder der Bundesverband Lebensrecht. Letzterer organisiert den jährlich stattfindenden „Marsch für das Leben“ in der Bundeshauptstadt.
Kemper arbeitet mit dem linksextremen Vordenker Guido Arnold zusammen
Was ist über den Verfasser der Studie, Andreas Kemper, bekannt? Der Soziologe ist kein neutraler Wissenschaftler. Er schreibt unter anderem Artikel für die linke Kampagnen-Organisation „Campact“, die Anfang 2025 zu Demonstrationen gegen CDU und AfD aufrief. Recherchen von Kemper zu Björn Höcke trugen dazu bei, dass die AfD vom Verfassungsschutz überwacht wurde.
Noch brisanter: Kemper ist für das weit links stehende Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung (DISS) tätig. Das auch mit staatlichen Geldern finanzierte Institut forscht und publiziert laut eigenen Angaben zu „gesellschaftlichen Entwicklungen im In- und Ausland“. Zu Kempers Kollegen dort zählt auch der Physiker Guido Arnold – ein zentraler Vordenker der ökoterroristischen „Vulkangruppen“, die sich seit 2011 wiederholt zu Brandanschlägen auf die kritische Infrastruktur bekannt haben.
Arnold gilt zudem als Kopf des linksextremen Kollektivs Çapulcu. Auf einem linksextremistischen Treffen in Basel im vergangenen Januar diskutierte die Gruppe den Berliner Stromanschlag als „symbolisch, aber nicht schlecht“ und erörterte weitere Terroranschläge auf Einrichtungen von Elon Musk oder pro-männliche Influencer-Veranstaltungen, wie NIUS enthüllte. Dort sprach Arnold auch von einem „Angriff“, den man aus „feministischer Perspektive“ gegen Veranstaltungen zum Thema Männlichkeit richten könne.
Christliche Netzwerke bedrohlicher als Islamismus
Beide, Andreas Kemper und Guido Arnold, publizieren im linksextremen „Unrast“-Verlag, der von Wolfram Weimer mit dem Hauptpreis des Deutschen Verlagspreises in Höhe von 50.000 Euro prämiert wurde.
Bei islamistischen Akteuren erkennt die Grünen-Untersuchung offenbar weniger Probleme. Diese seien „institutionell und politisch (…) schwächer ausgeprägt“ als jene aus dem „christlich-konservativen Spektrum“. Auch in salafistischen Milieus gebe es queer- und transfeindliche Positionen. Jedoch: „Eine systematische politische Einflussnahme, wie sie bei christlich-fundamentalistischen Netzwerken zu beobachten ist, ist bislang nicht erkennbar“, heißt es in der Studie.
Grünen-Fraktionsvorsitzender Graf: „Antifeminismus ist eine Gefahr für unsere Demokratie“
Werner Graf, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Berliner Senat, erklärt auf der Website der Grünen Berlin: „Antifeminismus ist eine Gefahr für unsere Demokratie“. Als Reaktion auf die Untersuchung wollen die Grünen Berlin einen Antrag beschließen, den sie im Abgeordnetenhaus einbringen wollen. Darin fordern sie unter anderem „die konsequente Durchsetzung der Lobbyregisterpflichten“ sowie „Sanktionen bei Verstößen, damit politische Einflussnahme endlich transparent und nachvollziehbar wird“.
Lesen Sie auch:
Neue brisante Details zum steuergeldfinanzierten Ökoterror-Netzwerk: Die Spur führt zu einer Kölner Zelle
Weitere Artikel zum Thema
Merz will Trump im September nach Rheinland-Pfalz einladen
Weimer fördert Solidaritäts-Abend für RAF-Terroristen: Auch ein verurteilter RAF-Doppelmörder war geladen im Buchladen „Bibabuze“
„Wir stellen das Programm grundsätzlich neu auf”: Familienministerium lässt Förderung von 200 NGOs auslaufen
CDU-Bürgermeister von Celle nimmt am Ditib-Fastenbrechen teil
Wahlrecht, Steuern, Sozialkassen: Wie Union und SPD versuchen, Reformen für sich zu nutzen
Boris Palmer zu CDU-AfD-Zusammenarbeit: „Ich rate nicht dazu“, aber man „sollte Alternativen argumentativ abwägen“
Hinter verschlossenen Türen: Regierung arbeitet an Steuererhöhungen und Reformen
Emanuela Sutter
Autor
Artikel teilen
Kommentare