Philipp Amthor nennt die CDU eine gebrauchte Partei: Da könnte der Parteisoldat sogar Recht haben
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Philipp Amthor ist der typische Parteisoldat. Der ehemalige erfolglose Generalsekretär der CDU von Mecklenburg-Vorpommern wurde im Mai 2025 Teil der Merz-Regierung. Seit über einem Jahr ist Amthor Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Digitales und Staatsmodernisierung, Herrn Wildberger. Aus einem konservativen Charakterkopf, der Dreireiher aus Opas Kintopp aufträgt, wurde ein Propagandist der Bundesregierung.
Auf einem Landesparteitag erlebte Amthor sein dreifaches Waterloo. Es war symptomatisch: Die Krise der CDU ist die Krise ihres Personals. Wer einen Amthor hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen.
„Kissler Kompakt“ vom 10. Juni sehen Sie hier:
Doktorand seit neun Jahren
Amthor arbeitet seit neun Jahren an seiner Doktorarbeit. So steht es in seiner Biografie: „Seit 2017 Doktorand“. Abgeschlossen hat Amthor sein Studium der Rechtswissenschaften. Abgeschlossen hat er als Staatssekretär auch seine politischen Lehrjahre. Diese waren gekennzeichnet durch schneidiges Auftreten im Stil alter Theo-Lingen-Filme.
Amthor näselte sich durch forsche Ansagen. Er forderte eine strengere Migrations- und Sozialpolitik. Er wetterte im Namen des Konservatismus gegen die AfD. Er redete in Schwarz-Weiß.
Heute lobt Amthor brav seinen Vorgesetzten, den Minister für Digitales und Staatsmodernisierung. Und lobt noch braver den Kanzler.
Die Arbeit der Regierung für mehr Wachstum pries Amthor am Beginn des Jahres. Es handelt sich um eine fruchtlose Arbeit. Mehr Wachstum lässt auf sich warten. Dennoch weiß der Parteisoldat, dass der Parteivorsitzende Merz stehend beklatscht werden muss. Sonst wird der Parteisoldat unruhig.
Amthor klatscht panisch für Merz
Amthor hielt es kaum auf dem Sitz, als Merz nach einer schwachen Rede auf dem Landesparteitag nur im Sitzen beklatscht wurde. Amthor schielte nach links, schielte nach rechts, wollte aufstehen, ließ es bleiben, schaute panisch klatschend wieder nach rechts und noch einmal nach links und stand schließlich doch auf. Was für ein kriecherisches Schauspiel.
Die erschütternde Botschaft des Tanzes im Sitzen lautet: Wir von der CDU jubeln CDU-Politik und CDU-Kanzler hoch, auch wenn die Wähler von beidem genug haben. Merz ist der beste Wahlkämpfer, den die AfD nie hatte. Eine Partei nach dem Motto „Augen zu – CDU“ wird die letzten Unterstützer verprellen.
Auch das zweite Teilstück von Amthors Waterloo ist bezeichnend. Amthor nennt die CDU eine gebrauchte Partei.
Der ewige Doktorand Amthor fremdelt mit der deutschen Grammatik ebenso wie mit der deutschen Wirklichkeit. „Gebraucht“ lässt sich nicht steigern. Nur an gebrauchten Tagen verbirgt sich in der Stilblüte eine tiefere Wahrheit. Die CDU hat ihre guten Tage hinter sich.
Zum Debakel geraten regelmäßig Amthors Versuche, der rechten Konkurrenz heimzuleuchten. Waterloo, zum Dritten:
Die CDU sucht ihre Kraft laut Amthor aus Verantwortung? Wird sie dort, bei der Verantwortung, aber Kraft finden? Die groteske Aussage meint letztlich: Die Macht ist unser Lebenselixier. Das bietet sich als Motto für den Landtagswahlkampf an: CDU – weil wir regieren wollen.
Im Amthors Heimat ist die CDU auf zehn Prozent gefallen. Ein Amthor, der wie auf Kohlen sitzt, weil Merz nicht stehend beklatscht wird; ein Amthor, der der CDU Macht verordnet; ein Amthor, der sich ins Nirwana näselt – ein solcher Amthor könnte bald der Soldat einer Partei sein, die niemand mehr braucht.
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