Tom Kaulitz findet AfD-Erfolg in Sachsen-Anhalt „total schade und besorgniserregend”: Liebe Millionäre aus Los Angeles, bitte verschont uns mit Wahlempfehlungen!
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Deutschland schwitzt, ächzt – und muss sich von Multimillionären aus Amerika Belehrungen über die politische Entwicklung anhören. Im Talk-Format „Bestbesetzung“ bei Magenta TV sprach Tom Kaulitz mit Moderator Johannes B. Kerner über seine Heimat. Der 36-jährige Tokio-Hotel-Musiker und Ehemann von Heidi Klum, Podcaster und Entertainmentstar macht sich nämlich Sorgen um Sachsen-Anhalt. Die politische Entwicklung dort finde er „natürlich kritisch und nicht schön zu sehen“. Begierig schnappten linke Medien diese Sätze auf und kauten sie brav wieder.

Tom Kaulitz macht sich Sorgen um seine Heimat Sachsen-Anhalt, obwohl er in L.A. lebt
Millionäre aus Übersee sorgen sich um Magdeburg
Der Haken an der Sache: Kaulitz lebt schon seit 16 Jahren in Los Angeles, ebenso wie sein Bruder Bill. Spätestens seit seiner Hochzeit mit Supermodel Heidi Klum 2019 gilt er als gemachter Mann. Allein sein Vermögen wird vom Vermögensmagazin auf 20 Millionen Euro geschätzt, andere Schätzungen liegen bei der drei- bis vierfachen Summe.
Kaulitz und Klum residieren in einer Villa im Nobelviertel Bel Air in Los Angeles. Angeblich besitzt das Paar auch Wohnsitze auf der Karibikinsel St. Barth und in New York. Hat der Sohn eines Lastwagenfahrers und einer Malerin überhaupt noch eine Ahnung, wie sich das Leben in einem Bundesland mit einer Arbeitslosenquote von 8 Prozent anfühlt? Im Erfolgspodcast Kaulitz Hills ist immer wieder die Rede von Hauspersonal und Assistenten. Weiß Tom Kaulitz noch, was ein halbes Pfund Butter kostet? Wann hat das letzte Mal seine Bankkarte an der Supermarktkasse nicht funktioniert? Wann ist sein Paradiesvogel-Bruder das letzte Mal von einem religiösen Fanatiker bedroht worden?

Bill und Tom Kaulitz sind mit einem Podcast, einer TV-Show und einem Tequila erfolgreich
Die Brüder aus Ostdeutschland haben eine steile Karriere hingelegt, erst als Musiker, dann als Unterhaltungsstars. Und ja, sie sind im Doppelpack amüsant, international und überaus populär. So populär, dass das ZDF sie am 5. Dezember „Wetten, dass…?“ moderieren lässt – quasi die Königsklasse der Familienunterhaltung. FC-Bayern-Fan Tom durfte zur WM sogar den „Fan-Experten“ für Magenta machen. Doch im Magenta-Talk fielen dann die Sätze, die den 36-Jährigen in der Heimat ein paar Sympathiepunkte gekostet haben dürften: „Wir haben viel Erfahrung mit rechts gemacht, auch mit extrem rechts“, so Kaulitz im Interview. Schon als Jugendlicher habe er sich positioniert und sei in Magdeburg mit Punks auf linke Demonstrationen gegangen. Dass die AfD in Sachsen-Anhalt „extrem stark“ sei, mache ihn „traurig“. Es sei „total schade und besorgniserregend“. Dabei hatten Millionen Fans gehofft, dass sie die Arbeit dieser in Amerika lebenden Promis ohne politische Belehrungen genießen könnten.
Am 6. September wird in Sachsen-Anhalt gewählt. Nach neuesten Umfragen steht die AfD dort bei über 40 Prozent. Und egal, wie man das findet: Von einem schwerreichen Entertainmentstar, der sorgenfrei rund 10.000 Kilometer entfernt in der kalifornischen Sonne lebt, wirken diese Sätze irgendwie deplatziert.

Tom Kaulitz und Supermodel Heidi Klum sind seit sieben Jahren verheiratet
Toms Frau Heidi Klum hält sich politisch meist bedeckt, während sein Zwillingsbruder Bill wegen eines homophoben Posts juristisch sogar gegen einen Berliner AfD-Politiker vorging. Je näher der Sendetermin fürs ZDF rückt, desto mehr scheinen sich die Kaulitz-Zwillinge in die Nähe des Haltungsjournalismus zu bewegen. „Lasst mich in Ruhe mit dem Zeug, ich mache Unterhaltung!“, scheint keine Option zu sein, wenn man für die Öffentlich-Rechtlichen arbeitet.
Bill, Tom und Angela
Schon die Anbiederung an die frühere Bundeskanzlerin Angela Merkel wirkte auf viele befremdlich, die jetzt die Scherben ihrer Politik aufkehren müssen. Immer wieder hatten die Brüder Merkel eingeladen, in den Podcast zu kommen – ohne Erfolg. Im Gegenteil, erst gab’s keine Zusage, dann noch eine Klatsche obendrauf: Auf der Medienkonferenz re:publica im Mai sollte Merkel Sätze vervollständigen und sagte auf den Satzanfang „In zehn Jahren habe ich die Kaulitz-Brüder ...“. Darauf Merkel: „…immer noch nicht im Podcast besucht.“ Die Enttäuschung bei den Zwillingen war daraufhin groß. Das Kaulitz-Fazit: „Das hätte man auch netter machen können.“
Man stelle sich nur den Shitstorm vor, hätte Tom Kaulitz im Interview gesagt, er begrüße einen Wahlsieg der AfD. Es gäbe ganze Sondersendungen zu diesem Thema. Egal, wie man zu der Partei steht: Spart euch die Politik, Tom und Bill, freut Euch, dass Ihr Euch das alles aus der Ferne ansehen könnt, und macht einfach, was Ihr am besten könnt: Unterhaltung!
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Melanie Grün
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