Meltdown-Merz! Der Kanzler am Rande des Nervenzusammenbruchs
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- Nach dem Rücktritt von Unionsfraktionschef Jens Spahn (CDU) will Bundeskanzler Friedrich Merz die Nachfolge schnell klären.
- Im ZDF-Sommerinterview erscheint der Bundeskanzler in besonders gereiztem Zustand.
- „Ich bin es einfach leid“, schimpft Merz über „diese ewige Nörgelei“ und das „Schlechtreden“ und „Kaputtreden unseres Landes“.
19 Minuten lang spricht ZDF-Journalistin Diana Zimmermann im Interview mit dem Bundeskanzler. Knapp sieben Minuten davon muss sich Friedrich Merz zur Causa Spahn und dem Vertrauensverlust äußern (NIUS berichtete). In der zweiten Hälfte des Gesprächs kann der Kanzler seine schlechte Laune nicht mehr verstecken. Mit Beispielen fragt Zimmermann den Kanzler: „Warum so ruppig im Ton, Herr Merz?“
Daraufhin verliert der Kanzler die Ruhe und liefert genau das:
„Ehrlich gesagt, diese ewige Nörgelei, diese ewige Nölerei, dieses Schlechtreden, dieses Kaputtreden unseres Landes. Ich darf mir das bei solchen Gelegenheiten auch mal erlauben. Ich bin es einfach leid“, schimpft Friedrich Merz. „Wir haben in Deutschland so viele Chancen, wir haben so viele Möglichkeiten.“ Dazu verweist er auf eine Zahl von Unternehmensgründungen durch junge Menschen und fügt hinzu: „Wissen Sie, ich bin es einfach leid, dass nur schlecht geredet wird über Deutschland.“
Merz: Es werden immer nur meine Kritiker gezeigt
Der Bundeskanzler fühlt sich vom ZDF falsch dargestellt und bringt das – sichtlich sauer – zum Ausdruck. Zimmermann führt aus: „Sie reden aber zuweilen auch schlecht über die Deutschen. Von denen sind viele beleidigt, von verschiedenen Bemerkungen. Sie haben etwa den Arbeitnehmern relativ pauschal unterstellt, dass sie nicht genug arbeiten.“ Merz widerspricht wütend.
„Nein, Sie zeigen immer nur diejenigen, die Kritik an mir äußern. Sie zeigen selten diejenigen, die mal sagen: ‚Es ist genau so!‘ Das war mit den ‚kleinen Paschas‘ schon vor vielen Jahren so. Sie zeigen immer diejenigen, die es kritisieren. Das ist Ihr gutes Recht, das zu tun. Aber es ist mein gutes Recht zu sagen: Ich bekomme sehr viel Zustimmung in der Bevölkerung für das, was ich zu diesen Sachverhalten sage“, so Merz.
Den Vorwurf, dass die Menschen faul seien, will er selbst nie aufgestellt haben. Merz: „Ich habe nur gesagt, dass die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden in Deutschland im Augenblick zu niedrig ist. Die Schweizer arbeiten 200 Stunden mehr als die Deutschen. Das ist doch nicht Faulheit, die ich jemandem persönlich unterstelle, sondern ich sage: Unsere Produktivität ist zu gering.“
Niedrige Umfragewerte seien kein CDU-Problem
Mit Verweis auf aktuelle Umfragewerte, etwa in Sachsen-Anhalt, stellt Diana Zimmermann fest: „Die Parteitagsbeschlüsse stehen. Brandmauer zur AfD, Unvereinbarkeit mit der Linken. Dagegen spricht aber zunehmend die Mathematik.“ Gibt es da nicht ein großes Problem für die Volkspartei CDU und deren Chef?
„Sie erwecken den Eindruck, als ob das ein Problem der CDU alleine wäre“, faucht der Kanzler. „Die SPD ist in Sachsen-Anhalt bei 6 Prozent, war in Baden-Württemberg bei 5,5 Prozent.“ Für den CDU-Chef ist klar: „Wir haben gemeinsam ein Problem der politischen Mitte in Deutschland. Wir werden angegriffen von links und rechts – und die Angriffe von rechts und ganz rechts, die sind verstörend.“ Es müsse jetzt „Aufgabe der demokratischen Parteien der Mitte“ sein, dass die Bevölkerung verstehe, was da im Augenblick passiert. „Uns darf das Land nicht wegrutschen und an der Stelle müssen wir arbeiten.“
Das Interview von Friedrich Merz kommentiert NIUS-Chefredakteur Julian Reichelt:
„Das ZDF-Sommerinterview zeigt einen Bundeskanzler Friedrich Merz, der kurz davor ist, komplett die Nerven zu verlieren. Die ersten fünf Minuten tritt Merz gegen Spahn nach, nachdem er zugegeben hat, seit zehn Tagen von der Leihmutter gewusst, sich aber um nichts gekümmert zu haben. Unverzeihliche Fehleinschätzung. Dann kommen zehn Minuten Beschimpfung von ZDF, Journalisten und Kritikern insgesamt. ‚Sie zeigen immer nur das Negative!‘ Merz sei es leid, dass so viel genörgelt wird. Er will aber auch nicht, dass das ZDF Ausschnitte zeigt, in denen er sagt, dass zu viel genörgelt wird. Merz spricht von sich aus noch mal ‚kleine Paschas‘ an, da habe er viel Zuspruch bekommen. Dann folgen noch mal fünf Minuten gegen die AfD, dann ist das Interview vorbei. Absolute Kommunikations-Katastrophe. Unvorbereitet. Unwirsch. Unbeherrscht. Unkontrolliert.“
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Philippe Fischer
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