Weit weg von Hundematten und grünen Staatsanwälten: Querdenken-Gründer Michael Ballweg will vorerst in El Salvador bleiben
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Er organisierte riesige maßnahmen- und regierungskritische Demos während der Coronazeit, landete fast ein Jahr in U-Haft, überstand einen Marathon-Prozess, der mit Betrugsvorwürfen in Millionenhöhe und einem Quasi-Freispruch (verurteilt wegen einer Hundematte im Betriebsvermögen für 19,53 Euro) endete. Nun hat Querdenken-Gründer Michael Ballweg Deutschland vorerst verlassen. Er ist in El Salvador und hat seinen Rückflug in die Heimat storniert.
„Ich habe inzwischen verstanden, dass es das Allereinfachste ist, einfach alles loszulassen“, sagt Ballweg im Interview mit Marc vom Youtube-Kanal Bitcoin-Hotel.

Ballweg im Prozess vor dem Landgericht Stuttgart
Nach der U-Haft und dem Gerichtsprozess habe er vor der Frage gestanden, wo er noch mal neu anfängt. „Das noch mal in Deutschland zu tun, fühlt sich in dieser Zeit einfach so falsch an. Weil die politischen Rahmenbedingungen, die Grundrechte, die immer weiter eingeschränkt werden, und das Rechtssystem einfach nicht stimmen.“
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„Da ist eine Angst im Raum“
Dass sich in Deutschland niemand traue, Kritik öffentlich zu äußern, sei ein riesiges Problem, so Ballweg. Besonders von Unternehmern, konkret Mittelständlern, sei er enttäuscht: „Ich finde es schade, dass sich die Unternehmen einfach zurückziehen und sich nicht dagegen wehren, wie sie vom Staat gegängelt werden. Jeder denkt: Ich bin abhängig vom System, wenn ich jetzt was sage, ist vielleicht meine Altersvorsorge weg.“ Ballweg weiter: „Da ist eine Angst im Raum. Und man sieht es ja auch tatsächlich. Professoren, denen ihre Titel genommen werden, Ärzte, bei denen plötzlich die Approbation weg ist.“ Trotzdem wäre es wichtig, „die Fakten auf den Tisch zu legen, mal auf den Tisch zu hauen“.
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Er habe eigentlich vorgehabt, im Mai zurück nach Deutschland zu fliegen, habe die Reise aber abgesagt: „Ich sehe auch wegen der Ölkrise ganz schwierige Zeiten auf Deutschland zukommen.“ Wie sehr sich die Energie-Situation durch den Iran-Krieg verschärft, bereitet Ballweg aktuell die größten Sorgen – ihn plage zurzeit das gleiche Gefühl wie 2020: „In Europa ist es noch relativ ruhig, aber in Australien wurden schon die ersten Tankstellen zugemacht, in asiatischen Ländern werden bereits Lockdown-Maßnahmen eingeführt.“ Ballweg trocken: „Ich muss ehrlich sagen: Auf einen zweiten Lockdown habe ich keine Lust.“
„Hier spürt man Aufbruch, in Deutschland Abriss“
Es gebe auch bei uns bereits Politiker, die nach Energielockdowns rufen. Ballweg: „Es sind die gleichen Verdächtigen wie damals.“
Ein Grund, konkret in El Salvador zu bleiben, ist für Ballweg auch der Bitcoin, den er schon seit Coronazeiten als einziges Zahlungsmittel bezeichnet, mit dem Menschen in echter Freiheit leben könnten. „Hier in El Salvador kann man tatsächlich überall in Bitcoin zahlen“, berichtet der Querdenken-Gründer. „Es ist eine schöne Erfahrung, hier auch in dieser Hinsicht frei zu sein.“

Ballweg im Jahr 2020 auf der Bühne einer Querdenken-Demo in München
Sein vorläufiges Fazit nach wenigen Wochen in Mittelamerika: „Hier spürt man Aufbruchstimmung, in Deutschland spürt man Abrissstimmung.“ Das gelte auch für Demos der Querdenken-Bewegung: „Ich sehe in Deutschland im Moment nicht, dass viele Menschen dazu bereit sind. Ich habe 2025 noch eine Demo gegen Polizeigewalt organisiert, da sind 200 Leute gekommen.“
Sein Tipp an alle, die Angst vor der Zukunft Deutschlands und Europas haben: „Packt einen Rucksack, sucht euch ein schönes Ziel aus und seht es als Chance, die Welt zu erkunden. Trefft Entscheidungen und springt einfach.“ Und dann noch, durchflutet wie immer: „Lasst euch vom Universum überraschen.“
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