Epstein und kein Ende: Die Herrschaft der Dekadenz dauert an
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Der Epstein-Skandal ist nicht vorbei – das Ausmisten hat gerade begonnen. Fast im Minutentakt fördern die Dokumente neue Ungeheuerlichkeiten zutage. Sie fügen sich zu einem Sittengemälde der Dekadenz.
Die Reichen und Mächtigen in Politik und Medien, Kunst, Kultur und Geisteswelt haben die Nähe zu einem verurteilten Sexualstraftäter gesucht und bis zuletzt gewahrt.
Die aktuelle Folge „Kissler Kompakt“ sehen Sie hier:
Epstein, ein milliardenschwerer Vermögensverwalter, handelte mit Einfluss ebenso wie mit Mädchen, zum Teil minderjährigen. Es war ein Netzwerk der wechselseitigen Entgrenzung. Der Epstein-Skandal zeigt: Die Abgründe des Bösen sind tiefer, als wir dachten.

Jeffrey Epstein, ein milliardenschwerer Vermögensverwalter, handelte mit Einfluss ebenso wie mit Mädchen, zum Teil minderjährigen. Er starb 2019 in einem New Yorker Gefängnis, angeblich durch Selbstmord.
Zweifel am Selbstmord wachsen
Nicht jeder Name, der in den Dokumenten genannt wird, hat sich eines Vergehens schuldig gemacht. Die strafrechtliche Relevanz ist umstritten. Unklar ist, ob Epstein nur aus eigenem Antrieb handelte. Der polnische Ministerpräsident Donald Tusk denkt öffentlich über die Möglichkeit nach, dass „dieser beispiellose Pädophilieskandal von russischen Geheimdiensten mit organisiert wurde“.

Der polnische Premier Donald Tusk stellt die Frage, ob russische Geheimdienste in die Causa Epstein verwickelt sind.
Das Ziel könnte laut Tusk darin bestanden haben, „kompromittierendes Material gegen viele heute noch aktive Staats- und Regierungschefs“ zu sammeln. Der Fall Epstein: eine russische Honigfalle für die westliche Elite?
Zweifel an Epsteins Selbstmord gibt es schon lange. Videoaufnahmen zeigen nun eine Person im orangefarbenen Overall, wie sie sich in der Nacht von Epsteins Tod dessen Zelle nähert.
Rätselhaft auch: Die Staatsanwaltschaft erklärte Epstein bereits am 9. August 2019 für tot. Laut den bisher bekannten Akten wurde Epstein erst am 10. August 2019 tot aufgefunden. Epstein kannte die Gelüste vieler Mächtiger. Sie werden aufgeatmet haben, dass Epstein starb, bevor er sich erklären konnte.
Mette-Marits delikate Fragen
Die Epstein-Akten könnten das norwegische Königshaus ebenso zum Einsturz bringen wie die Regierung des britischen Premiers Keir Starmer. In Oslo fragt man sich: Kann Kronprinzessin Mette-Marit die nächste norwegische Königin werden?

Kronprinzessin Mette-Marit von Norwegen mit ihrem Ehemann Kronprinz Haakon. Mettes Nähe zu Epstein stürzt die norwegische Monarchie erneut in eine tiefe Krise.
Die leidenschaftliche Partygängerin suchte und fand die Nähe zu Epstein – obwohl sie um dessen Verurteilung im Jahr 2008 wusste. Sie stellte ihm delikate Fragen wie: „Ist es für eine Mutter unangemessen, als Bildschirmschoner für ihren 15-jährigen Sohn ein Bild von zwei nackten Frauen, die ein Surfbrett tragen, vorzuschlagen?“
Unangenehm für Bill Gates
In Großbritannien muss sich Premier Starmer dafür rechtfertigen, seinen damaligen Parteifreund Mandelson zum Botschafter in den USA ernannt zu haben. Starmer wusste um Mandelsons einstige Nähe zu Epstein.
Nun kommt heraus: Mandelson erhielt offenbar einen fünfstelligen Dollarbetrag von Epstein – und Mandelson gab in seiner Zeit als Wirtschaftsminister vermutlich Regierungsinterna an Epstein weiter. Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts auf Geheimnisverrat.

Ein Foto aus den Epstein-Files: Peter Mandelson mit Jeffrey Epstein.
Ein notorischer Unsympath wie Bill Gates muss sich ebenso unangenehmen Fragen stellen wie Bill Clinton. Auch die linke Geisteselite ist betroffen. An der woke gewordenen Universität Harvard nahm man Epsteins Millionen gerne an.

Bill Gates mit einer jungen Frau. Dieses Foto tauchte in den Epstein-Akten auf und wurde vom amerikanischen Justizministerium veröffentlicht.
Bei cicero.de wird auf diesen sonst unterbelichteten Aspekt hingewiesen: Epsteins „bevorzugter Schauplatz ist Harvard. Zwischen 1998 und 2007 spendet er 9,1 Millionen Dollar an die Universität, 2005 wird er zum Visiting Fellow der Psychologie-Fakultät ernannt, trotz fehlender akademischer Qualifikationen. (…) Während sein Name längst in Gerichtsdokumenten steht, betritt Epstein weiterhin das Universitätsgelände. Draußen ist er ein verurteilter Sexualstraftäter, drinnen ein Förderer.“ So viel also zu Harvard.
Deutsche Bank stellte sich taub
Auch die Deutsche Bank steht im Zwielicht. Sie kümmerte sich von 2013 an um eine Stiftung, die den Missbrauch von Mädchen schon im Namen trug: den Butterfly Trust. Sämtliche Alarmglocken läuten da. Doch die Deutsche Bank stellte sich taub.
Die Epstein-Akten zeigen die Verkommenheit einer Elite, die von Menschen wie von Gebrauchsgegenständen spricht. Einer Elite, die eine brutale Parallelwelt ausbildete, Mädchen ausbeutete und missbrauchte. In dieser Parallelwelt herrscht die Gier schrankenlos – und, machen wir uns nichts vor, auch über Epsteins Tod hinaus.
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Alexander Kissler
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