Hetze statt Poesie: Was hat Grönemeyer bloß so ruiniert?
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Alexander KisslerHerbert Grönemeyer wurde vom gefühlvollen Sänger zur linken Parolenschleuder. Vor seinem 70. Geburtstag lässt der Künstler kein Konzert verstreichen, ohne vor einem angeblich heraufziehenden Faschismus zu warnen.
Er meint aber nicht den Islamofaschismus, der die Welt in Brand setzen will. Nein. Grönemeyer hält alten Schablonen die Treue. Er keilt gegen Konservative, Rechte, Rechtsradikale. Er wünscht sie, wie er sagt, in ihre Löcher zurück. Man sieht an Grönemeyer, wie schnell aus einer einseitigen politischen Mission Menschenhass entstehen kann.
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Rechte Ratten?
Berlin, Dortmund, Wien: Grönemeyer lässt es auf seinen Konzerten politisch krachen. Der Meister des geknödelten Gesangs will als harter Kämpfer gegen Rechts in die Geschichte eingehen.
Laut Medienberichten dozierte Grönemeyer bei seinem Berliner Auftritt, man müsse „die Demokratie verteidigen“ und „jedes rassistische Gelalle von rechts“ zurückweisen. In Dortmund soll er gegen „rechte Ratten und rechte Rassisten“ gewettert haben; sie sollten „wieder in ihren Löchern verschwinden“ – eine unfassbare Entgleisung.
Hetzen und Spalten
Der vermeintlich gute Mensch aus dem Ruhrgebiet vergleicht Menschen, deren politische Meinung er ablehnt, mit Tieren, ja erklärt sie zu Ratten.
Weiß der Barde nicht, dass es auch Nationalsozialisten waren, die Menschen entmenschlichten, indem sie sie in die Tierwelt steckten? Grönemeyer hetzt, Grönemeyer spaltet – eigentlich müsste der selbsterklärte Humanist vor sich selbst warnen, gegen sich selbst die berühmte „klare Kante“ zeigen.
Zackig!
Grönemeyer entwickelt sich in seinen Tiraden zu jenem Typus, den er ablehnt, zum hässlichen Deutschen. Er wirbt nicht für seine Anschauungen; er will Gefolgschaft. In diesem Sound forderte er schon 2024 auf dem Berliner Christopher Street Day die hochproblematische Aufnahme der sogenannten geschlechtlichen Identität ins Grundgesetz, aber „zackig“, jawoll!
Grönemeyer bellt, Grönemeyer befiehlt. Er beherrscht den Kasernenton. Was hat ihn nur so ruiniert? Ebenfalls schon 2024 erging er sich in Phantasien der Auslöschung – gerichtet gegen konservative Positionen. Mama, Papa, Kind, vielleicht gar Hausfrau und Alleinernährer? Bloß nicht!
Woher diese Verhärtung, dieses Bellen, dieser Kommisston? Wünscht sich Grönemeyer einen Erzieher fürs Volk zurück, wie im Kaiserreich? Grönemeyers Vortrag ist mehr aus der Zeit gefallen, als es die von ihm kritisierten Weltanschauungen je sein können. Doch er lässt nicht ab. Er kann fordern „Wählt Einwanderung!“ und sich gegen sogenannte zersetzende Kräfte wehren. Etwa im Februar 2025 bei einer Demo in Berlin.
Grönemeyer sieht zersetzende Kräfte in Parteien und Medien am Werk. Was den Nazis der Tiervergleich, war in der DDR der Zersetzungsvorwurf: Mittel der Wahl, den weltanschaulichen Gegner herabzuwürdigen. Grönemeyer greift verbal auf eine unselige Traditionsreihe zurück, um sie gegen die vermeintlichen Feinde „unseres friedlichen, freiheitlichen Zusammenlebens“ zu wenden. Was ein Aberwitz!
Grönemeyer freut sich über Zuwanderung
Grönemeyer merkt nicht, wie sehr er den eigenen Gefühlshaushalt über Anstand, Moral und Vernunft stellt. Die eingewanderten Asylmigranten befriedigen das Entlastungsbedürfnis des Sängers. So klang es 2023.
Grönemeyer fordert mehr Einwanderung. Grönemeyer stellt die „internationale Gemeinschaft“ über die nationale Identität. Er behauptet, in der Stunde Null nach 1945 wäre „mit Menschen aus aller Welt“ ein neues Miteinander einschließlich einer Verfassung geschaffen worden.
Künstler dürfen dummes Zeug erzählen – Werk und Künstler sollte man trennen. Grönemeyer aber hält sein Keifen für zentral. Darum ist er vor allem eins: ein politischer Trommler, dem die Intoleranz aus jeder Silbe quillt.
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Alexander Kissler
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