Johann Wadephul kann es nicht – er ist Baerbock 2.0
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Johann Wadephul kann es nicht. Als Außenminister ist er eine ebenso große Fehlbesetzung wie seine Vorgängerin. Die feministische Außenpolitik der Annalena Baerbock bleibt uns zwar erspart. Es gibt keine Barfuß-Fotos mehr vom Strand, keine rührseligen Geschichten über Kinder, Klima, Kobolde und keine lustigen Versprecher im Minutentakt.
Das war es dann schon mit den Fortschritten. Wadephul irrlichtert durch die Weltgeschichte. Deutsche Interessen liegen ihm weniger am Herzen als das Wohl ausländischer Regierungen. Bildung ist Glückssache, Diplomatie Zufall. So entwickelt sich Wadephul zu Baerbock 2.0.
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Die Lüge von den Gastarbeitern
Der 62-jährige Anwalt stammt aus Schleswig-Holstein. Die dortige CDU, deren Landesvorsitzender er war, steht links von der Mutterpartei. Wadephul will denen gefallen, die „rechts“ für ein Schimpfwort halten und „konservativ“ für überholt. Er freut sich, wenn er im Ausland einen Bückling machen kann. So tat er es gegenüber der Türkei, so tat er es gegenüber Syrien.
Im Fall der türkischen Gastarbeiter griff Wadephul zur Geschichtslüge, um den Türken zu schmeicheln. Wadephul wörtlich: „Es waren ganz entscheidend auch Frauen und Männer aus der Türkei, die mit harter Arbeit unter teils sehr schwierigen Umständen das sogenannte Wirtschaftswunder möglich gemacht haben – sie haben das moderne Industrieland Deutschland mit aufgebaut.“
Syrien ist Syrern nicht zuzumuten?
Das ist Unsinn. Das sind Fake News. Das Wirtschaftswunder gab es längst vor dem Deutsch-Türkischen Anwerbeabkommen von 1961. Und in den 1960er Jahren gab es dann mehr Gastarbeiter aus Italien und Jugoslawien als aus der Türkei. Vom Anwerbeabkommen profitierte ausdrücklich die Türkei. Entweder hat Wadephul einen ähnlich geringen Bildungsgrad wie seine Vorgängerin – oder es ist ihm egal, beim Flunkern erwischt zu werden. Hauptsache, er kann den Gastgebern nach dem Mund reden.
So war es auch in Syrien. Eine Koalitionskrise löste Wadephul mit einer rührseligen Beteuerung im Baerbock-Stil aus: Syrischen Asylmigranten könne die Rückkehr derzeit nicht zugemutet werden. Man könne in Syrien nicht „richtig würdig leben“. Wohl aber darf Syrien sich laut Wadephul über knapp 40 Millionen Euro deutsches Steuerzahlergeld freuen.
Wie bitte? Syrer machen Heimaturlaub, Syrer kehren aus der Türkei zurück, die Bundesregierung wirbt für Investitionen in Syrien – und Wadephul erfindet den Fluchtgrund „nicht richtig würdig leben können“? Wer im Ausland nicht ernst genommen werden will, verhält sich wie Wadephul.
Wadephuls Gratismut
Wenn Wadephul keinen Bückling macht, markiert er den Gernegroß. Gegenüber den USA und China schlägt er jene kritischen Töne an, die er sich in Syrien und der Türkei nicht zutraut. Wadephul hebt den Gratismut auf eine neue Stufe. Er musste eine China-Reise absagen, weil die Chinesen ihn an die zweite Garde verwiesen hatten. Im Bundestag singt Wadephul trotzig das Lied von einer Welt, die auf Deutschland nur gewartet habe – und auf ihn.
Nicht in Europa, geschweige in der Welt hat Deutschland eine Führungsrolle inne. Abgesehen von jenem Feld, das Wadephul verschämt erwähnt: dem finanziellen. Deutschland ist der globale Zahlmeister.
Lob der Mediendemokratie
Als Baerbock 2.0 weiß Wadephul, wo der Feind steht und wo der Freund. Wadephuls Feind ist die AfD. Niemals will er „zulassen“, dass die AfD regiert – als läge das in seiner Hand. Wadephuls Freund ist der öffentlich-rechtliche Belehrungsfunk. Hier erfindet er eine neue Kategorie: die Mediendemokratie.
Wie man es dreht, wie man es wendet: Wadephul blamiert die CDU, Wadephul blamiert Deutschland, Wadephul kann es nicht. Er ist Baerbock 2.0.
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Alexander Kissler
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