„Anne Frank vs. Adolf Hitler“: Karin Prien fördert über „Demokratie leben!“ das Projekt „Annes Kampf“
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Das Familienministerium von Karin Prien (CDU) fördert ein Projekt mit dem Titel „Annes Kampf“. In einem Theaterstück mit integriertem Workshop werden die Tagebucheinträge der von den Nationalsozialisten ermordeten Anne Frank dem Text „Mein Kampf“ von Adolf Hitler gegenübergestellt. Die Förderung erfolgt über das Förderprogramm „Demokratie leben!“ des Familienministeriums.
Erarbeitet wurde das Theaterstück unter dem Motto „Anne Frank vs. Adolf Hitler“ von den Darstellern Marianne Blum und Thomas Linke. Blum stellt auf der Bühne Anne Frank dar, Linke imitiert Adolf Hitler, inklusive des typischen Duktus. Auftreten durften die beiden 2025 unter anderem im Ostalbkreis in Baden-Württemberg, wo 1.400 Euro Steuergeld für das Projekt gezahlt wurden. Die lokalen Behörden schreiben, durch die „provokante Gegenüberstellung“ von Frank und Hitler eröffne das Stück „neue Perspektiven auf die Zeit des Nationalsozialismus“ und rege „zur Auseinandersetzung mit Antisemitismus, gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit und demokratischen Werten an“.
Sehen Sie hier den Trailer der Veranstaltung:
„Parallelen zur Gegenwart – etwa zu Fake News und populistischen Rhetoriken“
Die Beschreibung des Workshops auf der Website der Agentur von Blum verdeutlicht, wie durch das Projekt der Nationalsozialismus verharmlost und für politische Einflussnahme missbraucht wird: „Gemeinsam mit den Schülern werden historische Mechanismen reflektiert und Parallelen zur Gegenwart gezogen – etwa zu Fake News, populistischen Rhetoriken oder gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit in sozialen Medien.“
Konkret flossen die Förderungen über die sogenannten „Partnerschaften für Demokratie“. Dabei handelt es sich um lokale Bündnisse „gegen Rechts“ im ganzen Land, die die Fördersummen wiederum weiterverteilen können. Im vergangenen Jahr führten unterschiedliche „Partnerschaften für Demokratie“ das Projekt „Annes Kampf“ durch, für 2026 sind weitere Aufführungen geplant.
So wurde das Stück 2025 auch im südhessischen Lampertheim gespielt. Die genaue Fördersumme nannte die Partnerschaft auf NIUS-Anfrage nicht. Im hessischen Landkreis Hersfeld-Rotenburg gab es 2025 ebenfalls eine Vorstellung von „Annes Kampf“. In Köthen in Sachsen-Anhalt wird das Stück im Januar 2026 aufgeführt.

Die Projektvorstellung der Stadt Lampertheim.
Eine „Ära der Transparenz“ bleibt aus
Die „Partnerschaften für Demokratie“ erhielten 2025 insgesamt rund 45 Millionen Euro. Doch das Ministerium weiß bis heute nicht, an welche Projekte die Millionen geflossen sind. Auf Anfrage von NIUS antwortete das Haus von Prien, eine entsprechende Liste liege nicht vor. Und das, obwohl die Ministerin nach Amtsantritt eine „Ära der Transparenz“ angekündigt hatte.
Lesen Sie auch: „Demokratie leben!“: Bundesregierung weiß nicht, an wen 45 Millionen Euro Fördergeld geflossen sind
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Pauline Voss
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