Rot-Rot-Grün vorne in Berlin: Wegner-Versagen beeinflusst Wahlentscheidung von 26 Prozent der Wähler
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Philippe FischerDer Abstand zwischen der CDU als stärkster Kraft und den Herausforderer-Parteien SPD, Grüne, Linke und AfD verringert sich! Das geht aus einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts INSA im Auftrag von NIUS hervor. Damit verfehlt Schwarz-Rot mit zusammen nur 39 Prozent eine parlamentarische Mehrheit.
Aus der Umfrage gehen CDU, BSW und FDP als Prozentpunkte-Verlierer hervor. Die SPD und AfD konnten hingegen zulegen.

Bemerkenswert: 14 Prozent der Wählerstimmen fallen an Parteien, die an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern. Damit sind parlamentarische Mehrheiten bereits ab 43 Prozent möglich. Rot-Rot-Grün erreicht zusammen 48 Prozent und könnte damit eine Regierungskoalition in Berlin bilden. Am 20. September 2026 wird in Berlin ein neues Landesparlament (Abgeordnetenhaus) gewählt. Noch kreativer und möglich: Eine Kenia-Koalition aus CDU, SPD und Grünen kann zusammen 53 Prozent der Stimmen auf sich vereinen.
CDU verliert seit letzter Wahl sechs Prozent
Im Vergleich zur Abgeordnetenhauswahl im Jahr 2023 verliert die CDU (damals 28,2 Prozent) mehr als sechs Prozentpunkte. Die Grünen (damals 18,4 Prozentpunkte) verlieren mehr als vier Prozentpunkte. Die SPD (damals 18,4 Prozent) verliert nur leicht. Als große Gewinner gelten die Linke (damals 12,2 Prozent) und AfD (damals 9,1 Prozent). Sie verzeichnen ein Plus von fünf beziehungsweise sieben Prozentpunkten.

Das schlechte Krisenmanagement beim Stromausfall-Terror kostet die CDU Wählervertrauen.
49 Prozent sind mit Wegner unzufrieden
Jeder zweite Berliner (49 Prozent) ist mit der Arbeit des Regierenden Bürgermeisters Kai Wegner unzufrieden. Nur 39 Prozent sind zufrieden. Dabei genießt der Hobby-Tennisspieler besonders bei Wählern der CDU und der FDP noch Vertrauen; die Mehrheit der Wähler aller anderen Parteien ist mehrheitlich unzufrieden.
Sogar fast jeder vierte Wähler der Union (23 Prozent) äußert sich unzufrieden über Wegner.

Bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt mussten Anwohner tagelang ohne Strom und Heizung ausharren.
54 Prozent sind mit Krisenmanagement unzufrieden
Der tagelange Stromausfall im Südwesten der Hauptstadt sorgt bei 54 Prozent für Unzufriedenheit. Hinzu kommt, dass jeder vierte Wähler (26 Prozent) seine Wahlpräferenz von dem Krisenmanagement des Stromausfalls beeinflusst sieht. Fast jeder Zweite (47 Prozent), dessen Wahlentscheidung dadurch beeinflusst wurde, ist überzeugt, die Wahl der CDU sei nun unsicherer geworden. Und jeder achte Wähler (12 Prozent), der derzeit noch die CDU wählen würde, ist in seiner Wahlabsicht unsicherer geworden. Bis zu drei Prozentpunkte könnte die CDU (derzeit 22 Prozent) wegen der Unzufriedenheit mit dem Krisenmanagement noch verlieren.

2024 setzt die „Vulkangruppe“ einen Strommast in der Nähe des Tesla-Werks in Grünheide in Brandenburg in Brand.
Linksextremismus wird vernachlässigt
Die Mehrheit der Berliner findet, dass Politik (55 Prozent) und Sicherheitsbehörden (53 Prozent) in der Vergangenheit den Linksextremismus vernachlässigt haben. Sie wünschen sich – vor allem nach dem Stromausfall durch Linksterrorismus – ein härteres Durchgreifen. Die meisten Befragten haben den Eindruck, dass sich die Klimabewegung in Deutschland radikalisiert hat.
Vier von zehn Berlinern würden die Stadt gerne verlassen
Vierzig Prozent der Befragten erwägen, aus der Hauptstadt wegzuziehen (18 Prozent absolut, 22 Prozent eher). Nur knapp jeder Zweite (48 Prozent) möchte die Stadt nicht verlassen.
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