Die SPD und ihre Nähe zu Islamisten: Wie Teiba e.V. den Bau eines Muslimbruder-Zentrums vorantreibt
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Marc SierzputowskiIn der Berliner Schattenwelt formiert sich ein Verein, der jahrelang der Muslimbruderschaft zugeordnet wurde, um erneut aufzuleben. Das islamische Kulturzentrum „Teiba e.V.“ kauft eine millionenschwere Immobilie und sammelt in wenigen Wochen hunderttausende Euro an Spenden über die sozialen Medien. Trotz jahrelanger Erwähnungen in Verfassungsschutzberichten scheint es, als würden die Sicherheitsbehörden untätig bleiben. Vielmehr noch: Der Berliner Senat förderte den Verein, und auch Hinweise auf Verbindungen zur SPD gibt es.

Logo des Kulturzentrums Teiba
In Berlin-Spandau entsteht ein neues islamisches Zentrum: Der Verein Teiba e.V. hat ein Grundstück erworben und wirbt intensiv um Spenden für die Erweiterung einer Moschee. Innerhalb weniger Wochen wurden bereits Hunderttausende Euro gesammelt – trotz langjähriger Verbindungen des Vereins zu islamistischen Netzwerken, die vom Verfassungsschutz beobachtet wurden.
Ein Video des Vorsitzenden des Kulturzentrums, Ferid Heider, zum Spendenaufruf für die Moschee:
Ein großes Zentrum auf über 3.000 Quadratmetern
Das geplante Kultur- und Moscheezentrum soll auf einem 3.095 Quadratmeter großen Grundstück am Brunsbütteler Damm 108 in Berlin-Spandau errichtet werden. Bis Mitte 2026 will der Verein dafür insgesamt 2,9 Millionen Euro aufbringen. Geplant ist zusätzlich eine deutliche Erweiterung der Aktivitäten: Neben großzügigen Gebetsräumen sollen auch Bildungsangebote geschaffen und Gemeinschaftstreffen organisiert werden. Bislang nutzt Teiba e.V. eine kleine Moschee für die Gebete, doch das neue Objekt soll ein eigenständiges Zentrum werden, das als „offener Ort der Vielfalt und des Miteinanders“ beworben wird.
Vorsitzender mit Vergangenheit zwischen Neukölln und Verfassungsschutz
An der Spitze des Projekts steht Ferid Heider, Vorsitzender des Teiba Kulturzentrums e.V. Der Ende 40-Jährige, der in Berlin-Neukölln aufwuchs, beschreibt seine Jugend als geprägt von Drogenproblemen und der Suche nach Identität. Anfang der 2000er Jahre wurde er einer der jüngsten Imame Deutschlands und erlangte Bekanntheit durch innovative Unterrichtsmethoden für Jugendliche. Heute wirkt er weiter als Imam und ist in diversen muslimischen Gremien aktiv.
In seinen Spendenaufrufen appelliert Heider an die Gläubigen mit Slogans wie „Investiere in dein Jenseits“ oder „Baue dein Haus im Paradies“. Über soziale Medien wie Facebook und TikTok werden Videos und Posts verbreitet, die die Gemeinschaft zur Unterstützung aufrufen. Innerhalb von vier Wochen kamen so bereits 642.000 Euro zusammen.

Ferid Heider im Jahr 2008 bei einer Veranstaltung in Deutschland zum Terroranschlag vom 11. September 2001
Schon in seinen jungen Jahren als Imam wirkte Heider an einer Handreichung des Berliner Senats mit. Unter dem Titel „Islam und Schule“ sollte sie Lehrkräfte im Umgang mit muslimischen Schülern unterstützen und als Ratgeber fungieren. Weil die von Heider eingebrachten Positionen als fundamentalistisch galten, wurden seine Aussagen letztlich aber gestrichen und die Handreichung 2010 ohne sie veröffentlicht.
Verfassungsschutz bewertete Heider als Muslimbruder
Seit 2009 ist Heider nun Vorsitzender des Teiba Kulturzentrums, welches bis ins Jahr 2016 wiederholt in Verfassungsschutzberichten mit der Muslimbruderschaft in Verbindung gebracht wurde. Die zum Verein gehörende Teiba-Moschee zählt laut Berliner Verfassungsschutz zu einem lokalen Netzwerk, das in der Vergangenheit ebenfalls der Muslimbruderschaft zugerechnet wurde. Bis 2016 wurden vier Vereine als Teil dieses Verbunds benannt: das Interkulturelle Zentrum für Dialog und Bildung e.V. (IZDB), das Islamische Kultur- und Erziehungszentrum e.V. (IKEZ), die Neuköllner Begegnungsstätte e.V. (NBS), auch bekannt als Dar as-Salam Moschee, und das Teiba Kulturzentrum zur Förderung der Bildung und Verständigung e.V. (TKZ).

Fast 30.000 Menschen: Das Personenpotenzial von Islamisten in Deutschland laut Verfassungsschutz.
Heider ist zudem Mitglied im Rat Berliner Imame, einem Gremium, das 2021 aus einem von der Berliner Senatskulturverwaltung finanzierten Projekt hervorgegangen war und 2022 sowie Anfang 2023 erneut vom damaligen rot-rot-grünen Senat gefördert wurde. Auch der Rat Berliner Imame unterhält Verbindungen zu Organisationen, denen vom Verfassungsschutz eine Nähe zum Islamismus bescheinigt wird.
Teiba e.V. erhielt ebenfalls Förderungen vom Berliner Senat, strich im Jahr 2020 knapp 11.000 Euro und 2023 fast 4.000 Euro von der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa ein.

Geld vom Steuerzahler für die Muslimbruderschaft.
Wer sind die Muslimbrüder? Warum gelten sie als gefährlich?
Die Muslimbruderschaft, gegründet 1928 in Ägypten, ist die älteste und einflussreichste sunnitische islamistische Bewegung. Sie verfolgt das Ziel einer islamischen Gesellschaftsordnung basierend auf der Scharia, ohne Trennung von Religion und Staat. Als „legalistischer Islamismus“ agiert sie innerhalb der Rechtsordnung, verzichtet auf Gewalt und setzt auf langfristige Infiltration: Durch Netzwerke, Lobbyarbeit und Einflussnahme in Politik, Bildung und Gesellschaft wollen sie demokratische Strukturen unterwandern. In Deutschland unterhält die Muslimbruderschaft ein Netzwerk von Vereinen, die sich als moderat präsentieren, aber vom Sicherheitsbehörden als extremistisch eingestuft werden.
Die SPD und ihre Verbindungen zur Muslimbruderschaft
In Berlin bestehen sogar Verbindungen zwischen Teiba e.V. und der SPD: Mohamed Hajjaj, Geschäftsführer des muslimischen Vereins Inssan e.V. ist SPD-Mitglied und pflegt nachweisbare Verbindungen zu Teiba. Laut der Antwort des Berliner Senats auf eine AfD-Anfrage von 2018 soll Inssan e.V. der Muslimbruderschaft nahestehen und islamistisch beeinflusst sein. Allerdings taucht der Verein seit Ende der 2000er Jahre nicht mehr in den Berichten des Verfassungsschutzes auf.

Mohamed Hajjaj, SPD-Mitglied und Geschäftsführer des muslimischen Vereins Inssan e.V.
Auch die stellvertretende Geschäftsführerin von Inssan e.V., Lydia Nofal, ist SPD-Mitglied. Hajjaj und Nofal wurden 2021 in eine Senatskommission gegen antimuslimischen Rassismus berufen und treten bei Veranstaltungen auf, die islamistische und politische Kreise verbinden. Die Sicherheitsbehörden und der Senat kannten diese Verbindungen, förderten aber weiter.
Sicherheitsbehörden bleiben tatenlos

Erst im November letzten Jahres verbat Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) den islamistischen Verein „Muslim Interaktiv“.
NIUS hat Teiba e.V. und Ferid Heider mit den Vorwürfen konfrontiert, einschließlich der Verbindungen zur Muslimbruderschaft und der Verfassungsschutz-Einstufung. Heider wies eine etwaige Nähe zur Muslimbruderschaft als „unzutreffend“ zurück. Bezüglich der Erwähnung in Verfassungsschutzberichten vor zehn Jahren verwies er auf die zuständigen Behörden und betonte, die Arbeit des Vereins sei stets öffentlich und für die Allgemeinheit zugänglich.
Zum Projekt in Spandau stellte er klar: „An dem genannten Standort besteht seit dem Jahr 2017 eine Moschee. Ein Neubau findet nicht statt.“ Die Frage zur Rolle der SPD-Kommunalpolitik entfalle daher. Auch dass er SPD-Mitglied sei, bestreitet er. Auf Anfrage erklärte der Berliner Verfassungsschutz: „Wir äußern uns nicht öffentlich zu einzelnen Gruppen“, wies aber auf seine Aktivitäten gegen legalistischen Islamismus hin.
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