Die Kirchen brauchen ein politisches Fasten
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Für die Kirchen wäre ein politisches Fasten angebracht. Die vorösterliche Bußzeit wäre ideal. Schließlich sollen Christen an den 40 Tagen zwischen Aschermittwoch und Karsamstag sich in jenen Dingen einschränken, die ihnen sonst unverzichtbar erscheinen.
Da die Kirchensteuerkirchen nichts so lieben wie das Politisieren, wäre politische Enthaltsamkeit geboten. Doch das Gegenteil ist der Fall. Auch in Hirtenbriefen zur Fastenzeit und bei Veranstaltungen wird die kleine Münze der politischen Moral ausgegeben. Nicht innere Einkehr wird gefordert, sondern äußere Betriebsamkeit für linke Zwecke. Die Kirchensteuerkirchen haben den Glauben verlernt.
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Kirchen für den Zeitgeist
Die Fastenzeit dient der Vorbereitung auf Ostern. In vielen Kirchen wird der Eindruck erweckt, an Aschermittwoch beginne der Ramadan – was in diesem Jahr tatsächlich der Fall ist. Grußadressen an Muslime und gemeinsame Veranstaltungen relativieren die christliche Botschaft. Und beim Relativieren und Politisieren sind die kirchlichen Funktionäre vorne mit dabei. Andere, gar letzte Dinge beherrschen sie minder gut.
Weniger Geist, mehr Zeitgeist: So lautet oft die Devise der Kirchensteuerkirchen. Wer sich in diesen Tagen auf der fahl und kalt gestalteten Homepage des katholischen Bistums Aachen auf Ostern einstimmen will, muss lange suchen. Ganz vorne prangt als Themenstopper und Gedankenwand, was immer geht in Kirchensteuerkirchen, wenn sonst nichts mehr geht: ein Plädoyer „für Nächstenliebe. Für Menschenwürde. Für Vielfalt.“
Hauptsache queer
Daneben steht das schlimmste aller Floskelwörter: „Haltung zeigen!“ Und weiter: „Wir stellen uns gegen Diskriminierung und Intoleranz und setzen uns für eine gerechte und solidarische Gesellschaft ein.“ Es folgen Materialien und Hinweise, etwa zu einer vorösterlichen Ausstellung in der Citykirche Mönchengladbach mit dem Titel „Gut. Katholisch. Queer. – Für eine Kirche ohne Angst.“
Daneben gibt es ein Interview mit einer Pastoralreferentin und einer Geistlichen Leiterin. Die beiden Frauen stellen die „Arbeitsgemeinschaft Queer im Bistum Aachen (QuiBA)“ vor. Es fällt der Satz: „Wir müssen weg von der binären Logik.“ Ich meine: Die Kirche müsste sich aus den Fängen der Queer-Ideologie befreien, nicht nur im Bistum Aachen, nicht nur zur Fastenzeit.
Affektiv gegen Rechts
Im Erzbistum Bamberg lädt man in der Fastenzeit zum Online-Vortrag über „rechte Gefühle“. Der Untertitel lautet: „Affekte und Strategien des digitalen Faschismus“. Im katholischen Erzbistum Bamberg hält man also das Rechte – eine legitime politische Haltung – und das Faschistische für ununterscheidbar. Oh je! Der Referent aus Potsdam hat eine schwer auszusprechende Kompetenzzuschreibung.
Er leitet ein Projekt namens „Digital Blackface“ und forscht über sogenannte „Rassisierte Affektmuster des Digitalen“. Die Bamberger Kirchensteuerkatholiken will er zur Fastenzeit mit folgender Erkenntnis beglücken: „Distanzierung ist kein Mittel gegen diese rechte Gefühlsrevolution. Auf rechte Gefühle muss kollektiv und affektiv geantwortet werden.“
Das aber heißt: Im Erzbistum Bamberg soll eine aggressive und gemeinschaftliche Anti-Rechts-Protestbewegung starten – gegen, wie es heißt, „rechte Agitor*innen“ und „rechte Akteur:innen“.
Bischof Feige eskaliert
Auch in Hirtenbriefen zur Fastenzeit wird gegen Rechts geledert. Ungekrönter König in dieser Disziplin ist der Magdeburger Bischof Feige. Die Vorbereitung auf Leiden, Tod und Auferstehung Christi nutzt Herr Feige, um die wenigen Katholiken, die vor ihm nicht Reißaus genommen haben, auf Linie zu bringen – auf weltanschauliche Linie, versteht sich.
Feige schreibt im „Brief des Bischofs von Magdeburg zur österlichen Bußzeit 2026“ von der „Hitler-Diktatur“ und von den „DDR-Zeiten“ und folgert: „Nimmt man den Entwurf der AfD in Sachsen-Anhalt für ein mögliches Regierungsprogramm nach der Landtagswahl ernst, wäre es hier mit der freiheitlichen Demokratie und dem Pluralismus, der Religionsfreiheit, wie wir sie kennen, und der Toleranz vorbei, müssten wir uns wieder auf autoritäre Verhältnisse einstellen und neu lernen, was es für uns als Christen und Christinnen heißt, zusammen mit vielen anderen als Feinde betrachtet und diskriminiert zu werden.“
Wie gesagt: Das ist die katholische Kirche. Hier schreibt ein Bischof. Anlass ist die Vorbereitung auf Ostern. Wenn einem Kirchenfunktionär wie Feige nur alarmistische Phrasen im Stil der Antifa einfallen, entlarvt er sich und seine Körperschaft als linken Tendenzbetrieb. Es wäre wirklich Zeit, Buße zu tun.
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Alexander Kissler
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